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Donnerstag, 09.08.2018

Elberadweg droht nächste Sperrung

Die neu gezogene Asphaltstrecke steht kurz vor der Freigabe – da kündigen sich bereits neue Widrigkeiten an.

Von Eric Weser

Der Strehlaer Elberadweg – hier eine Aufnahme von Ende Juli – schlängelt sich am Ufer entlang. Vor Kurzem ist der Weg asphaltiert worden. Noch ist die Strecke voll gesperrt. Freitag aber ist Freigabe. Doch eine erneute Sperrung könnte bald folgen.
Der Strehlaer Elberadweg – hier eine Aufnahme von Ende Juli – schlängelt sich am Ufer entlang. Vor Kurzem ist der Weg asphaltiert worden. Noch ist die Strecke voll gesperrt. Freitag aber ist Freigabe. Doch eine erneute Sperrung könnte bald folgen.

© Eric Weser

Strehla. Von den Schildern lassen sich die wenigsten Radfahrer abhalten: Trotz Vollsperrung wagen sich viele auf den Elberadweg zwischen den Strehlaer Elbhäusern und dem Nixstein. Im Grunde ist ja auch alles so gut wie fertig auf der Baustelle. Am Freitag soll es dann auch offiziell so weit sein – mit Abnahme und Verkehrsfreigabe, inklusive Bändchen durchschneiden. Wieder ein Projekt zur Beseitigung von Flutschäden von 2013, das Strehla abhaken kann.

Doch die gerade mit wasserdurchlässigem Asphalt instand gesetzte Strecke wird wohl in absehbarer Zeit schon wieder verschwinden – zumindest auf dem gut 250 Meter langen Abschnitt zwischen der Brücke am Rietzschgraben und dem Nixstein. Der erneuerte Radweg soll mit einem Vlies und einer Aufschüttung aus Mineralgemisch überdeckt werden, damit er als Baustellenzufahrt zum Schluchtenwald dienen kann – an dem erodierten Steilhang im Stadtpark stehen umfangreiche Ertüchtigungsarbeiten an.

Richtig glücklich ist man in Strehla nicht, einen Teil des gerade für mehrere Hunderttausend Euro sanierten Elberadwegs-Kilometers bald wieder für eine Weile zuschütten zu müssen. Zumal eine andere Lösung angedacht war: Eigentlich sollten die Maschinen und Arbeiter auf einer Behelfsstraße rangieren, die direkt neben dem Radweg verläuft.

Daraus wird aber nichts, weil auch der Flächeneigentümer sein Einverständnis dafür nicht gibt. Das teilte die Strehlaer Stadtverwaltung im Technischen Ausschuss diese Woche mit. Wer der Eigentümer ist, wurde dabei nicht bekannt. Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG) machte unterdessen deutlich, dass sich die Stadt vergeblich um Zustimmung bemüht habe. – Und so muss nun der Elberadweg herhalten. Einen Schaden an dem erneuerten Weg befürchtet Bauplaner Heiko Zscheile dadurch nicht. Man könne den Weg entsprechend sichern, das sei technisch kein Problem. „Es ist nur eben wieder ein Eingriff in den Radwegverkehr“, so der Ingenieur, der auch die Fraktion der Freien Wähler im Strehlaer Stadtrat anführt. Zu welchen Umleitungen oder Sperrungen es durch die Nutzung des Elberadwegs als Baustraße kommen wird, sei derzeit noch nicht klar, weil es erst Abstimmungen mit den Behörden brauche, so Zscheile. Bis die Baumaßnahme im Schluchtenwald tatsächlich starten kann, gebe es auch noch die ein oder andere Hürde. Womöglich Ende September soll es losgehen, schätzt der Planer. Damit liege das Projekt, inklusive der Baustraße, dann auch weitgehend außerhalb der Radfahrsaison.

Der erneuerte Elberadweg erhält derweil bereits gemischte Kritiken. Die einen freuen sich, dass die früher zweispurige Pflasterstrecke mit mittigem Grünstreifen nunmehr auf voller Breite asphaltiert ist – und man beim Drüberfahren nicht mehr im Sattel durchgerüttelt wird. Andere wiederum verstehen nicht, warum das Natursteinpflaster verschwinden musste. Ob denn nicht auch ein Asphaltstreifen in der Mitte gereicht hätte, zumal das günstiger gewesen wäre? Planer Heiko Zscheile verweist auf zweierlei: Regelwerke zum Radwegbau, die so etwas nicht zuließen. Und den Umstand, dass Pflasterfugen bei Überschwemmungen ausgespült würden – während das bei Asphalt nicht passiere. Optisch hält allerdings auch der Bauplaner die Pflastervariante für gefälliger.

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