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Donnerstag, 05.04.2018

Eislöwen-Geschäftsführer tritt zurück

Nach vier Jahren gibt Volker Schnabel sein Amt bei dem Dresdner Eishockey-Zweitligisten auf. Er hat den Klub in einer finanziell bedrohlichen Lage übernommen und in ruhigeres Fahrwasser geführt. Jetzt sei aber ein neuer Impuls nötig.

Von Sven Geisler

Volker Schnabel hat seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Eislöwen erklärt.
Volker Schnabel hat seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Eislöwen erklärt.

© Wolfgang Wittchen

Das ist eine Überraschung: Volker Schnabel hat seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Eislöwen erklärt. Als er Ende März 2014 nach Dresden kam , stand die Betriebsgesellschaft des Eishockey-Zweitligisten vor der Pleite. Auch im Vertrauen auf die Fähigkeiten des neuen Mannes an der Spitze hatte die Stadt damals eine Finanzhilfe in Höhe von insgesamt rund 630 000 Euro durch den Erlass von Schulden, eine geringere Miete sowie ein Darlehen beschlossen. Von den 150 000 Euro ist im April die letzte Rate von 25 000 Euro fällig. Damit wäre die Sanierung de facto abgeschlossen.

„Mit seinem positiven Denken, seiner Akribie und seiner offensiven Art hat er es geschafft, das Blatt zu wenden, und die Eislöwen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen“, sagt Eislöwen-Präsident Peter Micksch über Schnabel. Er hebt dabei besonders die Idee zum Winter-Derby hervor. Am 9. Januar 2016 sahen 31 853 Zuschauer im ausverkauften Dynamo-Stadion das sächsische Duell zwischen Dresden und Weißwasser, das die Eislöwen mit 4:3 nach Verlängerung für sich entschieden. Der Mut zum Risiko zahlte sich durch eine deutschlandweite Aufmerksamkeit und auch finanziell aus.

Schnabel hat nun seinen 60. Geburtstag vor wenigen Tagen zum Anlass genommen, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. „Hinter uns liegen vier intensive, abwechslungsreiche Jahre“, sagt der Hesse. „Es ist uns gelungen, aus einer äußerst schwierigen Situation aufzustehen und viele Herausforderungen zu bewältigen.“ Sportlich haben die Eislöwen in dieser Zeit dreimal den Einzug in die Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga2 geschafft, standen 2016 sogar im Halbfinale. Doch in dieser Saison lief es nicht wie erhofft, das Aus kam bereits in der Qualifikation zur Meisterrunde. „Das Aus in den Pre-Play-offs hat aber auch gezeigt, wie eng Erfolg und Misserfolg im Sport beieinander liegen“, meint Schnabel. „Ich denke, es ist für mich persönlich, aber auch für den Standort wichtig, einen neuen Impuls zu setzen.“

Der Verein und die Gesellschafter haben seinem Rücktrittsgesuch entsprochen. Man nehme ihn zum Anlass, „vorhandene, durchaus erfolgreiche Strukturen sowie Kompetenzen für die Zukunft neu zu ordnen“, erklärt Micksch. Das werde ohne Zeitdruck geschehen, was demzufolge auch für die Suche nach einem Nachfolger für Schnabel gilt. Die kurzfristig anstehenden Aufgaben wie die Lizenzierung und die Saisonvorbereitung werde das Team in bewährter Weise umsetzen.

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