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Donnerstag, 09.08.2018

Eiseskälte bei der Tafel

Die soziale Einrichtung konnte endlich eine Tiefkühlkammer in Betrieb nehmen. Das vereinfacht die Arbeit.

Von Jens Hoyer

Marion Sommerfeldt, Leiterin der Tafel Döbeln, hat den erfrischendsten Arbeitsplatz in der neuen Tiefkühlzelle der sozialen Einrichtung. Foto: André Braun
Marion Sommerfeldt, Leiterin der Tafel Döbeln, hat den erfrischendsten Arbeitsplatz in der neuen Tiefkühlzelle der sozialen Einrichtung. Foto: André Braun

© André Braun

Döbeln. Die neue Technik passt zur Hitzewelle: Vor Kurzem hat die Tafel Döbeln eine Tiefkühlkammer in ihrem Domizil an der Eichbergstraße in Betrieb genommen. Ganz neu ist sie nicht, erklärt Leiterin Marion Sommerfeldt. Eine vorhandene Kammer war von einer Firma frisch gedämmt und mit einem neuen Kühlaggregat ausgestattet worden. Das spart Kosten. Die rund 8500 Euro, die dafür notwendig waren, bringt der Verein Netz-Werk Mittweida als Träger der Tafel aus einer Spende aus der Lidl-Pfandstiftung und durch Fördermittel auf.

Bisher hat die Tafel große Kühltruhen für tiefgekühlte Lebensmittel genutzt, die allerdings unpraktisch waren. In der Kammer können Stiegen gestapelt werden. Bei minus 18 bis minus 20 Grad sind die Waren lange haltbar. Die technische Ausstattung der Tafel ist jetzt weitgehend komplett. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Marion Sommerfeldt. Das sei auch wichtig, um die Anforderungen an die Hygiene zu erfüllen.

„Mit der neuen Tiefkühlkammer sind wir jetzt flexibler. Wir tauschen auch mal Lebensmittel mit der Tafel in Mittweida“, so die Leiterin. Von den Herstellern beziehen die Tafeln Tiefkühlpizzen und -gemüse. Aber derzeit ist an frischem Gemüse kein Mangel. Im Gegenteil, es herrscht Überfluss. Von einem Großhändler aus der Region gibt es dann gleich mal vier Tonnen Zucchini, die er bei der Hitze nicht loswird. Oder 250 Kisten mit Blumenkohl. Solche Mengen können die Tafeln in Döbeln und Mittweida gar nicht verteilen. „Wir tauschen dann mit anderen Tafeln bis ins Erzgebirge“, so die Leiterin.

Im vorigen Jahr hatte Netz-Werk Mittweida die Tafel Döbeln vom Awo-Kreisverband Mulde-Collm übernommen. Allerdings waren die Startbedingungen schlecht. Über die Ausgabestelle an der Bahnhofstraße rümpften die Kontrolleure der Hygieneaufsicht die Nase. Und einer der beiden Kühltransporter hatte nur noch Schrottwert. Anfang des Jahres wurde in die Räume des ehemaligen Imbisses an der Eichbergstraße umgezogen, die weiter ab vom Stadtzentrum liegen, aber bessere Bedingungen bieten. Mit Spenden unter anderem vom Lions-Club Döbeln konnte auch ein neuer Kühltransporter angeschafft werden. Und einige Monate vor der Tiefkühlkammer ist auch schon eine große Kühlkammer für ungefrostete Lebensmittel in Betrieb genommen worden.

Mittlerweile hat sich auch die Personallage entspannt. Die Tafel Döbeln hat von der Arbeitsagentur vier Mitarbeiter für sogenannte Arbeitsgelegenheiten zugewiesen bekommen. „Sie arbeiten von August bis Februar kommenden Jahres bei uns. Da kommt man dann mal wieder dazu, das aufzuarbeiten, was liegengeblieben ist“, sagte die Leiterin.

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