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Samstag, 10.11.2018

Einfache Lösung für Zugangsproblem am Bahnhof

Von Mirko Kolodziej

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Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective
Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective
Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective
Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective
Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective
Günther Taubner hat eine Idee, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand ein ebenerdiger ungefährlicher Zugang zum Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2 am Hoyerswerdaer Bahnhof möglich wäre. Aktuell ist die Querung samt erforderlicher Türöffnung nur für Rollstuhlfahrer möglich. Doch wenn man Gleis 1 mit einem Prellbock ausstatten würde, könnte es für Züge von und nach Dresden oder Leipzig weiter genutzt werden. Fotos: Mirko Kolodziej, Grafik: arteffective

© Mirko Kolodziej

Wenn der Hoyerswerdaer Günther Taubner vom Zugverkehr spricht, dann verwendet er Fachbegriffe wie Regelfahrweise oder Stumpfgleis. Er kennt sich aus, unter anderem weil er seit 1958 Modelleisenbahner ist. Seit 1972 gehört er zum Modellbahnclub Hoyerswerda, der seit 1997 auf dem Gelände des Bergbaumuseums in Knappenrode zu finden ist. Und so verfolgt er auch aufmerksam die Diskussion dazu, wie man am Hoyerswerdaer Bahnhof den Zugang zu den Gleisen barrierefrei gestalten könnte. Sie hatte in den letzten Wochen an Intensität gewonnen, nachdem die Nutzung des Tores neben dem Stellwerk wieder auf die ursprüngliche Art und Weise eingeschränkt worden war. Es können nun also nicht mehr Menschen mit schwerem oder sperrigem Gepäck am Stellwerk klingeln und mit der ferngesteuerten Öffnung des Tores rechnen, sondern nach vorheriger Absprache nur noch, wer im Rollstuhl sitzt. So signalisiert es die aktuelle Beschilderung.

So ungefähr einmal im Monat nutzt Günther Taubner einen Zug und erlebt so auch mit, welche Schwierigkeiten manche Menschen mit den Treppen zum Bahntunnel haben. Die Bahn sagt, man untersuche Varianten, um nach geltenden Regeln von Technik und Finanzierung Lösungen zu finden, die langfristig auf eine Barrierefreiheit abzielen. Man darf freilich nicht damit rechnen, dass das schnell geht. Dafür muss man nur einmal ins Allgemeine Eisenbahngesetz schauen. In § 18 heißt es da: „Betriebsanlagen einer Eisenbahn einschließlich der Bahnstromfernleitungen dürfen nur gebaut oder geändert werden, wenn der Plan vorher festgestellt ist. Bei der Planfeststellung sind die von dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten Belange einschließlich der Umweltverträglichkeit im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen.“ Wer jemals an einem Planfeststellungsverfahren beteiligt war, der weiß: Eine Art Schnellzug ist es nicht.

Dennoch schlägt Günther Taubner einen Eingriff in die Betriebsanlagen vor, um das Problem zu lösen, also den ebenerdigen Zugang zu den Bahnsteigen 1 und 2 herzustellen. Die Idee kommt vom Betrieb seiner Eisenbahnplatte in Knappenrode: „Ich fahre da so ähnlich.“ Es wären dafür zwei Schritte notwendig: „1. Das Gleis 1 ist als Stumpfgleis mit einem Prellbock vor dem Zugang abzusichern.“ Es wäre ein Ein- und Ausfahren von Zügen also nur noch aus Richtung Westen (Schwarzkollm, Lauta) möglich. Beseitigt würden die Umstände, die es der Bahn erschweren, das Tor zu öffnen. Zum einen ist das Betreten von Gleisanlagen für Betriebsfremde eigentlich verboten. Zum anderen haben die Leute auf dem Stellwerk an und für sich andere Aufgaben, als Türöffner zu spielen. Würde das Gleis am Tor also nicht mehr benutzt, würde das Tor nicht mehr benötigt und es könnte der nächste Schritt folgen: „2. Das Gleis 2 muss durch Zaun und Tor, ähnlich wie zur Zeit bei Gleis 1 noch vorhanden, abgeschirmt werden“, schlägt Taubner vor.

Er hat sogar eine Zeichnung angefertigt, wie er sich das Ganze vorstellt. Freilich, sagt er, müsste die Regelfahrweise so festgesetzt sein, dass auch nur die Gleise 1 und 2 benötigt würden. Gegenwärtig ist das mit den Zügen von und nach Dresden beziehungsweise Leipzig der Fall. Günther Taubner meint, theoretisch könnte man ab Dezember auch die Züge von und nach Görlitz so zeitlich takten, dass es auch klappt. „Es ist nur eine Idee“, sagt der Senior. Es ist freilich nicht die einzige. Erst jüngst hat ein früherer Bahnmitarbeiter der Bahn einen weiteren Vorschlag unterbreitet, über den er öffentlich noch nicht sprechen will. So viel sei verraten: Es würde auch hier – falls den technischen Vorschriften entsprochen werden kann – ohne Aufzüge für den Personentunnel gehen, die wegen des hohen Grundwasserstandes nicht so einfach einzubauen wären.