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Donnerstag, 08.11.2018 Kommentar

Eine reale Chance

Andreas Weller über die Fördermittel für den Fernsehturm und was sie für die Zukunft des Bauwerks bedeuten.

SZ-Redakteur Andreas Weller
SZ-Redakteur Andreas Weller

© André Wirsig

Die Diskussion um den Fernsehturm schien bereits eingeschlafen, nachdem im Haushaltsplan der Stadt kein Euro dafür vorgesehen war. Stattdessen sah es danach aus, dass in der Stadt alles zerredet wird. Zumal die Kosten noch mal deutlich gestiegen sind.

Doch die Geldspritze vom Bund ist ein neuer Anstoß. Der sächsische Bundestagsabgeordnete und ehemalige Minister im Freistaat Thomas Jurk hat sich mit seinem Antrag durchgesetzt, der Bund stellt etwa die Hälfte der Investitionskosten als Denkmalförderung bereit. Mit weiterem Geld vom Land bleibt ein für Dresden zahlbarer Millionenbetrag, um den Turm zu sanieren. Hier würde das Modell von Hamburg sozusagen kopiert.

Dennoch bleiben die mehr als 25 Millionen Euro eine enorme Summe für ein Projekt. Viele werden nach Dresden schauen und fragen, weshalb gerade der Turm gefördert wird. Es ist zumindest der einzige Fernsehturm in Sachsen. Aber eines ist klar: Ein Touristen-Magnet wird er nicht werden. Dafür liegt der Stadtteil Wachwitz zu sehr abseits. Dennoch bleibt es ein tolles Projekt und es wäre ein Zeichen, dass es sich lohnen kann, wenn Bürger, wie der Verein Fernsehturm Dresden, sich für etwas einsetzen.

Nur, alleine mit den Investitionskosten ist es nicht getan. Bevor gebaut wird, muss geklärt werden, ob sich der Betrieb rechnet. Nur dann ist es sinnvoll, Geld in den Turm zu stecken. Wird er irgendwann eröffnet, liegt es an den Dresdnern, ihn durch Besuche dauerhaft zu erhalten.

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