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Mittwoch, 12.09.2018

Einbahnstraße statt Umgehungsstraße

Die Linken wollen die Dresdner Straße in Freital teils zur Einbahnstraße machen – zur Entlastung und weil eine Umgehung zu teuer ist.

Von Tobias Winzer

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Soll die Dresdner Straße in Freital zur Einbahnstraße werden? Die Linke will das vorschlagen.
Soll die Dresdner Straße in Freital zur Einbahnstraße werden? Die Linke will das vorschlagen.

© Andreas Weihs

© Grafik: SZ

Freital. Mit einem Vorschlag schalten sich die Freitaler Linken in die Debatte um die Vollendung der Umgehungsstraße ein. „Der Weiterbau der Straße ist derzeit nicht finanzierbar“, sagt der Fraktionschef im Stadtrat, Peter Heinzmann. Um Freitals Hauptverkehrsstraße, die Dresdner Straße, aber trotzdem zu entlasten, schlagen die Linken vor, ein etwa 600 Meter langes Teilstück zur Einbahnstraße zu machen. „Das würde die Dresdner Straße an der Stelle entlasten“, sagt Heinzmanns Fraktionskollege Roland Willing. Zudem werde Platz für Parkplätze und Radwege.

Der Plan der Linken sieht folgendes vor: Wer Richtung Tharandt will, muss die bisher fertiggestellte Umgehungsstraße nehmen und fährt über die Güterstraße zurück auf die Dresdner Straße. Wer Richtung Dresden unterwegs ist, kann, wie bisher auch, auf der Dresdner Straße fahren.

Nach Meinung der Linken gehört gerade das Stück der Dresdner Straße zwischen Güterstraße und Hüttenstraße zu den stauanfälligsten. Würde man dort Einbahnstraßenverkehr einrichten, so die Rechnung, wären weniger Autos unterwegs und die Staugefahr würde sinken. Ein wesentliches Nadelöhr in Freital wäre damit beseitigt – ohne den Bau einer teuren Umgehungsstraße, so die Linken.

Die Stadt hatte mehrere Varianten für einen Weiterbau der Umgehungsstraße, die derzeit am Edelstahlwerk endet, berechnet. Als Vorzugsvariante sieht das Rathaus eine Verlängerung der Bahnhof- und Poststraße und einen Brückenschlag über die Bahngleise Richtung Südstraße. Rund 12,4 Millionen Euro würde das kosten. Oberbürgermeister Uwe Rumberg hatte mehrfach betont, dass diese Summe auch mit Fördermitteln nicht zu stemmen sei.

Heinzmann sieht das ähnlich. Der Fraktionschef schlägt die Einbahnstraßen-Regelung als kurzfristig machbare und günstige Lösung für das Problem vor. Der Weiterbau der Umgehungsstraße dürfe aber nicht in Vergessenheit geraten. Er müsse langfristig weiterverfolgt werden. Heinzmann will das Projekt Umgehungsstraße deswegen in den anstehenden Haushaltsverhandlungen ansprechen. Das Vorhaben müsse in die mittel- und langfristige Finanzplanung aufgenommen werden. Voraussetzung sei aber, dass Fördermittel fließen.

Den Einbahnstraßen-Vorschlag wollen die Linken zunächst mit der Stadtverwaltung beraten. „Wir wollen klären, ob das generell überhaupt möglich ist“, so Heinzmann. Darüber hinaus wünscht sich der Fraktionschef zumindest eine schnelle notdürftige Verlängerung der Bahnhof- und Poststraße. Denn wenn es auf der Dresdner Straße einen Unfall gebe, hätten zum Beispiel Krankenwagen Probleme voranzukommen. Deswegen müsse die Stadt mit dem Eigentümer der Flächen, der Deutschen Bahn, eine Lösung finden.

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