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Montag, 10.09.2018

Ein Zentimeter fehlt zum Erfolg

Von Jens Jahn

Der Riesaer Franz-Josef Zech (links) spielte erstmals nach langer Verletzungspause über fast 90 Minuten und traf für die BSG Stahl auch ins Schwarze. Verhindern konnte er das Pokal-Aus seiner Mannschaft aber nicht. In Leipzig verlor Stahl nach Elfmeterschießen. Foto: Ronny Belitz
Der Riesaer Franz-Josef Zech (links) spielte erstmals nach langer Verletzungspause über fast 90 Minuten und traf für die BSG Stahl auch ins Schwarze. Verhindern konnte er das Pokal-Aus seiner Mannschaft aber nicht. In Leipzig verlor Stahl nach Elfmeterschießen. Foto: Ronny Belitz

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Der FC Blau-Weiß Leipzig und die BSG Stahl Riesa lieferten am Sonnabend einen wahren Pokalkrimi ab. Erst ein Elfmeterschießen mit sieben Schützen jeder Mannschaft entschied über das Weiterkommen im Landespokal.

Zuvor sahen die 110 Zuschauer 19 Tore, drei Platzverweise und zwei gehaltene Elfmeter. Am Ende fehlte den Riesaern ein Zentimeter zum Sieg. Jonas Bloy traf mit seinem Elfer die Lattenunterkante, von da aus sprang der Ball auf die Torlinie und aus dem Tor heraus. John Felix Reiniger verwandelte indes für die Leipziger zum 10:9-Endstand. „Das ist natürlich bitter“, lauteten die ersten Worte von Stahl-Trainer Daniel Küttner: „Aber ich möchte heute dem Jonas keinen Vorwurf machen. Er ist erst 18 Jahre alt und hat die Verantwortung übernommen. Er hatte großes Pech, aber das gehört nun einmal zum Fußball dazu.“

Nach 50 torlosen Minuten eröffneten die Blau-Weißen in der 62. Minute die Torehatz. Unter Mithilfe des Unparteiischen, „der einen zweifelhaften Elfmeter pfiff“, wie Küttner monierte. Ingo Steeb traf zur Führung. Riesa schlug postwendend zurück – Franz-Josef Zech lenkte das Leder nach guter Vorarbeit von Philipp Schröter zum Ausgleich in die Maschen. Für Zech war es nach langer Verletzungspause der erste Einsatz über fast 90 Minuten. „Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht. Wie überhaupt alle im Team. Uns fehlten heute sechs Stammkräfte, dafür musste die Jugend ran. Mit einer wirklich feinen Leistung“, lobte Küttner.

Martin Magula, Johannes Runge, Norman Gründler, Michael Gallwitz, Jerome Wolf sowie Paul Kiontke standen auf der Verletztenliste. Kiontke konnte wenigstens auf der Bank Platz nehmen und wurde kurz vor dem Elfmeterschießen eingewechselt. Mit Jonas und Johann Rendler, Bloy, Paul Jan Hagen, Marvin Reinkober und Niklas Noah Pohl liefen Spieler auf, die noch in der A-Jugend einsatzberechtigt wären oder gerade aus dem Juniorenalter raus sind. Küttner gewann dem Auftritt der Youngster viel Positives ab: „Da haben sich einige für einen Stammplatz angeboten. Hut ab, ich bin doch positiv überrascht! Natürlich passieren Fehler oder es fehlt in manch einer Situation an der nötigen Cleverness. Aber der Fortschritt der Jungen in der kurzen Zeit bei den Männern ist schon beachtlich.“

Emotionen kochen hoch

Nach Andre Köhlers Schuss ins Dreiangel zur 2:1-Führung für Stahl drehten die robust zu Werke gehenden Hausherren kurz vor Ende der regulären Spielzeit noch einmal das Blatt um. Kevin Prochaska und Steeb mit seinem zweiten Elfer waren die Schützen. Sechzig Sekunden später schaffte der gerade eingewechselte Pohl tatsächlich noch den Ausgleich. Kurz vor der Pause innerhalb der Verlängerung traf Schröter zur erneuten Riesaer Führung. Doch im Gegenzug fiel durch Marcus Gensel der Ausgleich zum 4:4. Nun kochten die Emotionen hoch. Zunächst musste der Leipziger Torwart Marcus Herrmann mit Rot nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums vom Platz. Ihm folgte wenig später sein Vereinskollege Sebastian Papkalla mit Gelb-Rot. „Das war gefühlt sein 40. Foul“, sagte Küttner. Auch Blau-Weiß-Trainer Sven Hawranke musste die Bank räumen.

Im Elfmeterschießen parierte der Riesaer Schlussmann Chris Föllner gegen Gensel. Für die Stahlwerker trafen Köhler, Hagen, Oliver Pohling, Kiontke und Schröter. Willy Christoph Mörer scheiterte an Patrick Pilz, der nach dem Feldverweis seines Keepers den Part als Hüter übernommen hatte. Und Bloy fehlte schließlich ein Zentimeter zum Erfolg.

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