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Montag, 14.05.2018

„Ein verrücktes Jahr“

Manuel Konrad verlässt Dynamo wie fünf andere Spieler. Dabei sollte er eigentlich bleiben.

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Manuel Konrad verlässt Dynamo Dresden.
Manuel Konrad verlässt Dynamo Dresden.

© Robert Michael

Der Abschied fiel nüchtern aus: Der obligatorische Blumenstrauß und eine Fotocollage als Erinnerung, dazu ein fester Händedruck und ein paar warme Worte von allen, die im Verein etwas zu sagen haben. Es war nicht die Stimmung für emotionale Momente nach dieser Niederlage zum Schluss, auch nicht bei den Spielern, die Dynamo verlassen. Die Verträge der Leihgaben Marvin Schwäbe, Marcel Franke und Paul Seguin sowie von Andreas Lambertz, Fabian Müller und Manuel Konrad laufen aus. Letzterer hatte allerdings ein neues Angebot bekommen, sollte sogar drei weitere Jahre in Dresden bleiben. Warum sich der 30-jährige Mittelfeldspieler dagegen entschieden hat, erklärt er nach seinem letzten Auftritt in Schwarz-Gelb:

Manuel Konrad, was überwiegt: Die Freude oder die Erleichterung?

Ein verrücktes Jahr geht zu Ende, wir sind glücklich, es geschafft zu haben. Trotzdem bleiben gemischte Gefühle. Wir hätten das letzte Spiel gerne gewonnen, aber es ist ein Spiegelbild der Saison gewesen.

Die Heimschwäche und ein spätes Gegentor …

Ich denke, von der Einstellung, vom Willen her, kann man uns gar nichts vorwerfen. Aber ich weiß nicht: Gerade zu Hause haben wir zu wenige Torchancen, zu wenig Zwingendes, Effektives. Union macht mit einem vernünftigen Angriff das Tor. Deswegen ist die Statistik, wie sie ist.

Was bleibt für Sie persönlich von zwei Jahren in Dresden hängen?

Ich durfte bei einem wahnsinnig geilen Verein spielen, nehme viel Positives mit. Ich habe als erfahrener Spieler mit mehr als 200 Spielen auf dem Buckel neue Erfahrungen gemacht. In der ersten Saison bin ich schleppend reingekommen. Das waren andere Umstände, als ich sie in meiner Karriere zuvor gewohnt war. In dieser Saison habe ich gezeigt, was mich auszeichnet und einige gute Spiele gemacht. Ich muss aber letztlich sagen, dass ich ehrgeizig bin und noch Ziele habe. Immer zweite Wahl zu sein ohne richtigen Konkurrenzkampf, ist mir auf Dauer zu wenig. Deshalb habe ich mich für diesen nicht leichten Schritt entschieden. Ich möchte noch mal etwas Neues versuchen, aber die Fans werde ich vermissen.

Heißt das, Sie fühlten sich im Konkurrenzkampf mit Marco Hartmann unfair behandelt?

Nein, es war einfach klar: Harti ist Kapitän, Harti spielt. Wenn er verletzt oder krank ist, durfte ich spielen. Zwei-, dreimal standen wir gemeinsam auf dem Platz. Ich habe diese Situation akzeptiert und immer, wenn ich gebraucht worden bin, war ich da. Wir haben in beiden Jahren unser Ziel erreicht, vorige Saison überragend, diese war es – wie erwartet – schwieriger. Aber ich verlasse Dynamo Dresden erhobenen Hauptes.

Bei welchem Klub werden Sie künftig Stammspieler sein?

Im Fußball gibt es nirgends eine Garantie für einen Stammplatz. Aber ich weiß, was ich kann, und wenn ich Gas gebe, habe ich gute Chancen zu spielen. Es gibt Angebote, aber noch keinen neuen Arbeitgeber. Es war einfach nur fair gegenüber Dynamo, dass ich da noch nichts fix gemacht habe, weil wir noch im Abstiegskampf waren. Das wird demnächst starten.

Notiert: Sven Geisler.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. RWSGD

    Ein feiner Sportsmann, das muss man nach diesem Interview ehrlich zugeben. Viel Glück beim neuen Verein, Manuel.

  2. AnW

    In der zweiten Liga hat er den "Stammplatz" auf der 6 bei keinem Verein, nicht mal in Sandhausen würde Wolff Fuss sagen. Ich tippe mal auf Magdeburg oder Liga 3.

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