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Samstag, 15.09.2018

Ein Sieg muss her

RB Leipzig steht gegen Hannover 96 unter Druck. Trainer Ralf Rangnick kann mit allen Profis planen und baut auch auf erfolgreiche Auswahlrückkehrer.

Von Jens Marx

RB-Trainer Ralf Rangnick macht sich durchaus Sorgen.
RB-Trainer Ralf Rangnick macht sich durchaus Sorgen.

© dpa/Jan Woitas

Nach dem schwächsten Saisonstart in der Klubgeschichte benötigen Trainer-Rückkehrer Ralf Rangnick und seine Mannschaft von RB Leipzig vor allem eines: den ersten Sieg in der Bundesliga. „Um dann mit noch mehr Selbstbewusstsein in die nächsten Spiele zu gehen“, sagt der 60-Jährige. Besonders angeknackst scheint der Glaube in die eigene Stärke also noch nicht zu sein – trotz mühsamer Qualifikation für die Europa League, vieler Gegentore und mangelhafter Chancenverwertung.

Rangnick klingt entschlossen, wenn er die Lage analysiert, aber auch gelassen – kein Poltern. Der Trainer, der neben diesem Amt ja auch noch als Sportdirektor des Vereins arbeitet, lobt stattdessen beispielsweise den Trainingseifer der vergangenen Tage: „Da war Feuer drin.“

Feuer fordert er auch im Spiel gegen Hannover 96. Aggressiver müsse seine Mannschaft angreifen, verlangt der Anhänger von Pressing-Fußball und rasantem Umschaltspiel. Ob der Gegner, den er 2002 als Trainer in die Bundesliga führte, den Leipzigern eher den Ball überlässt, spielt für ihn am Ende keine Rolle – auch nicht, mit welchem System sein Kollege André Breitenreiter seine nach den ersten beiden Spieltagen mit zwei Remis noch ungeschlagene Mannschaft auf den Rasen schickt.

Marcel Halstenberg schaut noch zu

Rangnick kann beim nächsten Anlauf, den ersten Ligasieg in seiner einjährigen Amtszeit zu schaffen, mit allen Spielern planen. Nur noch eine Frage von Tagen ist auch die Pflichtspiel-Rückkehr von Marcel Halstenberg nach dessen Kreuzbandriss Ende Januar. Gegen 96 verzichtet er noch auf den gebürtigen Niedersachsen, der aus Laatzen in der Nähe von Hannover stammt.

Am Donnerstag absolvierte Rangnick erstmals nach der Länderspielpause wieder das Training mit allen Profis. Dass einige Auswahlkicker mit Erfolgserlebnissen gut gelaunt nach Leipzig zurückkehrten, dürfte sich auch auf das RB-Spiel positiv auswirken. Bei Nationalspieler Timo Werner hofft er ebenfalls darauf, dass der Angreifer seinen Formanstieg „bei uns bestätigt“. Der 22-Jährige wartet noch immer auf seinen ersten Bundesliga-Saison-Treffer.

Die Torausbeute einerseits, die Gegentreffer andererseits – die Balance stimmt noch nicht im RB-System unter Rangnick. Bloß zwei der neun bisherigen Pflichtspiele überstanden die Leipziger ohne Gegentor. Nicht einmal beim 3:1 bei Viktoria Köln aus der viertklassigen Regionalliga West in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals stand die Null. Es sei ihm schon ein Dorn im Auge, dass die Mannschaft bisher zu viele Chancen der Gegner zugelassen habe, sagt Rangnick. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen: hinten weniger zulassen und vorn die Möglichkeiten effektiver nutzen“, stellte Defensiv-Spieler Stefan Ilsanker auch schon nach dem 1:1 vor der Länderspielpause daheim gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf fest. Sonst wird es eventuell auch gegen Hannover 96 am Sonnabend ab 15.30 Uhr wieder nichts mit dem ersten Bundesliga-Saison-Sieg. (dpa)

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