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Samstag, 13.10.2018

Ein Punkt für jeden Unfall

Eine interaktive Karte zeigt, wo es in Riesa folgenschwer gekracht hat. Auch Schwerpunkte sind damit erkennbar.

Von Marcus Herrmann und Stefan Lehmann

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Je näher man eine Straße heranzoomt, desto detaillierter werden die Angaben. Die Punkte (unten) zeigen Unfallstellen, die Straßenfarben die Unfallhäufigkeit.
Je näher man eine Straße heranzoomt, desto detaillierter werden die Angaben. Die Punkte (unten) zeigen Unfallstellen, die Straßenfarben die Unfallhäufigkeit.

© Statistisches Bundesamt, Screenshot: SZ

Kurz vor und hinter der Hafenbrücke häuften sich 2017 die Unfälle. Bei drei von vier Fällen waren Radfahrer beteiligt.
Kurz vor und hinter der Hafenbrücke häuften sich 2017 die Unfälle. Bei drei von vier Fällen waren Radfahrer beteiligt.

© Klaus-Dieter Brühl

Entlang der Chemnitzer Straße in Weida kracht es regelmäßig – fünfmal allein im Jahr 2017. Ein „Schwerpunkt innerhalb des Schwerpunkts“ war die Ecke Chemnitzer/Stendaler Straße.
Entlang der Chemnitzer Straße in Weida kracht es regelmäßig – fünfmal allein im Jahr 2017. Ein „Schwerpunkt innerhalb des Schwerpunkts“ war die Ecke Chemnitzer/Stendaler Straße.

© Klaus-Dieter Brühl

Puschkinplatz und Klötzerstraße waren 2016 und 2017 ebenfalls Stellen, an denen es öfter krachte. Allein auf Höhe der Fußgängerinsel am Puschkinplatz gab es drei Unfälle mit Verletzten.
Puschkinplatz und Klötzerstraße waren 2016 und 2017 ebenfalls Stellen, an denen es öfter krachte. Allein auf Höhe der Fußgängerinsel am Puschkinplatz gab es drei Unfälle mit Verletzten.

© Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Es ist ein Donnerstagnachmittag vor fast genau einem Jahr, als ein fünfjähriges Mädchen bei einem Unfall in Weida verletzt wird. Das Kind ist einfach über die Straße gerannt, eine Golf-Fahrerin kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, ihr Wagen erfasst die Fünfjährige. Mit Verletzungen muss das Mädchen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Jetzt steht dieser Unfall, der noch deutlich schlimmer hätte ausgehen können, als kleiner Punkt im Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes. „Unfall mit Schwerverletzten“ steht dazu in der Legende der digitalen Landkarte.

Die Unfalldaten aus Riesa kommen von der Polizei

In der interaktiven Landkarte sind Unfälle aus 2016 und 2017 gelistet, bei denen Menschen verletzt wurden – also keine Blechschäden. Die Zahlen hat die Polizei zugeliefert. Dazu gehören auch Unfälle mit Todesopfern. Rund um Riesa tauchen allein im Jahr 2017 sechs solcher Punkte auf.

Unfallstatistik hilft nicht nur Laien, sondern auch Verkehrsplanern
Die durch das Bundesamt für Statistik erfassten Daten können für kommunale Behörden, etwa Verkehrsplaner, von großer Wichtigkeit sein. Denn auch wissenschaftliche Untersuchungen, wie zum Beispiel Vergleiche verschiedener Unfallstellen, könnten damit einfach angestellt werden. Zudem kann jeder Bürger die freizugänglichen Daten abrufen und herausfinden, wo es in seiner Umgebung häufig kracht. Die Riesaer Stadtverwaltung benötigt die Zahlen nicht unbedingt, wie Sprecher Uwe Päsler auf Nachfrage erklärt: Die Verkehrsbehörde bekommt ebenfalls Zuarbeiten der Polizei. Diese Daten werden dann an die Unfallkommission des Landkreises weitergeleitet. Auf Grundlage dieser Daten finden in Riesa regelmäßige Verkehrsschauen statt, die dann wiederum auch manche Veränderung nach sich ziehen. Allgemein gibt es im Riesaer Straßennetz keine echten Hotspots, an denen es auffällig oft zu schweren Unfällen kommt. Allerdings sind sehr wohl Strecken erkennbar, auf denen es öfter kracht als anderswo.

Gefährliche Strecken gibt es vor allem im Zentrum und auf Einfallstraßen
Farbige Straßenmarkierungen zeigen, wie häufig Unfälle auf einer Strecke in der Stadt sind. Die Markierungen und die Unfallzahlen sind wiederum abhängig vom gewählten Kartenausschnitt. So sind etwa Teile der B 182 in Gröba, der Klötzerstraße, des Puschkinplatzes und der Chemnitzer Straße hellblau markiert. Das bedeutet, dort haben sich im Untersuchungszeitraum 2017 zwei bis drei Unfälle mit Personenschäden ereignet. Schäden mit jeweils einer verletzten Person gab es 2017 beispielsweise auf der Pausitzer, Bahnhofs- und Goethestraße. Die Entwickler der Karte nutzen fünf Farben für Unfallhäufigkeiten. Anders als etwa in Meißen und Großenhain gibt es in Riesa allerdings keine gelb oder rot gefärbten Abschnitte, die für vier und mehr Unfälle stehen. Viele Unfallpunkte finden sich generell in erster Linie dort, wo auch erwartbar der meiste Verkehr entlangrollt: im Zentrum und auf den Einfallstraßen nach Riesa. Auf der Klötzerstraße und der Chemnitzer Straße liegen beispielsweise fünf Unfallpunkte, zwischen der Kreuzung B 182/Alleestraße und der B 182 auf Höhe Freyler-Halle sogar sechs.

Außerhalb der Stadt sind kaum Schwerpunkte erkennbar
Während innerhalb Riesas die Unfallpunkte teils dicht an dicht liegen, treten sie im Umland eher vereinzelt auf. Eine Ausnahme ist die B 169 bei Bobersen. Entlang dieses Abschnittes gab es allein 2017 vier Unfälle. Zwei davon ereigneten sich am Abzweig zum Kieswerk. Links der Elbe sind dagegen bis Seerhausen lediglich zwei Unfälle auf der Bundesstraße verzeichnet.

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