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Freitag, 15.06.2018

Ein Platz an Waibls Seite ist wieder leer

Die DSC-Volleyballerinnen werden erneut von einem Co-Trainer-Abgang überrascht. Wie jetzt der Verein reagiert.

Von Alexander Hiller

Seite an Seite feiern Andrea Ebana (l.) und Alexander Waibl den Pokalsieg.
Seite an Seite feiern Andrea Ebana (l.) und Alexander Waibl den Pokalsieg.

© Robert Michael

Die Lage ist ernst, und die beteiligten Nervenkostüme sind entsprechend dünn. Der Dresdner SC beschäftigt zwar mit Alexander Waibl den dienstältesten Trainer der Volleyball-Bundesliga, doch auf dem Platz an der Seite des 50-Jährigen zieht einfach keine Konstanz ein. Michal Masek zog kurz vor Beginn der Saison 2016/17 einen Cheftrainerposten in Lodz dem Co-Trainer-Dasein an Waibls Seite vor. Mit Maseks Nachfolger Jairo Hooi wurde das Team nie so richtig warm und der Vertrag des Niederländers 2017 nicht verlängert.

Mit dem Italiener Andrea Ebana schien im Mai 2017 der ideale Partner an Waibls Seite gefunden worden zu sein. Der DSC rüstete den 33-Jährigen aus Turin mit einem Vertrag bis 2019 aus. Der wurde jetzt aufgelöst, weil Ebana darum ersuchte. Suchen muss nun der Verein – wieder mal einen neuen Co-Trainer. Das scheint fast zur Tradition zu werden. Geschäftsführerin Sandra Zimmermann kann in der scherzhaft gemeinten Nachfrage keinen Humor erkennen. „Wir haben uns die Situation nicht ausgesucht, müssen aber nun wieder eine Baustelle eröffnen, die wir schon geschlossen glaubten“, sagt sie. Die Personalie trifft den DSC zur Unzeit. Zumindest die organisatorischen Vorbereitungen auf die nächste Spielzeit sind längst angelaufen.

Vertiefen will sie Ebanas neue Zwänge nicht. „Aus familiären Gründen und den daraus resultierenden Umständen hatte ich leider keine andere Wahl. Ich hätte mir gewünscht, dass ich es hätte anders lösen können“, wird der stets emotionale Italiener in der Pressemitteilung zitiert.

„Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich diese Arbeit gern noch lange fortgesetzt hätte, aber so läuft es manchmal eben. Jetzt gilt es, nach vorn zu schauen und eine Lösung zu finden“, kommentiert Cheftrainer Alexander Waibl die Situation. Mit dem Pokalsieg in Mannheim und Bronze in der Meisterschaft verbindet der ehemalige Co-Trainer die angenehmsten sportlichen Erinnerungen. „Ich bin extrem dankbar für die Chance, die mir der Verein und Alex gegeben haben. Ich danke dem Trainerteam und der Mannschaft, deren Entwicklung ich begleiten durfte. Jedes Teammitglied hat die Erfahrung in Dresden für mich besonders gemacht. Die Zeit hat immer einen besonderen Platz in meinem Herzen“, sagt Ebana. An dessen Wert muss sich der Nachfolger oder die Nachfolgerin messen lassen. „Wir suchen eine Person, die idealerweise über ein abgeschlossenes Sportstudium verfügt, bereits Trainererfahrung im Volleyball hat und mindestens eine B-Trainer-Lizenz mitbringen sollte – entweder als Chef- oder Co-Trainer“, formuliert Zimmermann die Eckpfeiler des Anforderungsprofils, und natürlich müssen der oder die Neue „so schnell wie möglich verfügbar“ sein, also nirgends langfristig unter Vertrag stehen. „Die Suche ist sehr vielschichtig. Wir veröffentlichen die Stellenausschreibung auf unseren Social-Media-Kanälen und unserer Web-Site in deutscher und englischer Sprache“, sagt Zimmermann. Am Donnerstagnachmittag ist das Gesuch bereits veröffentlicht.