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Freitag, 14.09.2018

Ein Meister seines Faches

So wie Danilo Friedrich erhalten 97 Handwerker ihren Silbernen Meisterbrief. Ein Döbelner kann auf einen Preis hoffen.

Von Verena Toth

Weniger Meister

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Dachdecker Danilo Friedrich aus Waldheim wird am Sonnabend als einer von 97 Handwerkern mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt. Vor25 Jahren ist er zu Meisterehren gekommen und führt seither den einst vom Großvater gegründeten Familienbetrieb weiter.
Dachdecker Danilo Friedrich aus Waldheim wird am Sonnabend als einer von 97 Handwerkern mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt. Vor
25 Jahren ist er zu Meisterehren gekommen und führt seither den einst vom Großvater gegründeten Familienbetrieb weiter.

© André Braun

Frank Weike, Geschäftsführer Gruma Automobile Döbeln, erhält den Silbernen Meisterbrief und darf auf einen Preis hoffen.
Frank Weike, Geschäftsführer Gruma Automobile Döbeln, erhält den Silbernen Meisterbrief und darf auf einen Preis hoffen.

© André Braun

Döbeln. Auf den sprichwörtlich goldenen Boden fällt das Handwerk heutzutage nicht immer. Die Wirtschaftskrise vor einigen Jahren und nun aktuell der enorme Nachwuchsmangel macht es Handwerksbetrieben auch in Zeiten des Baubooms nicht immer einfach. Die Handwerkskammer Chemnitz, zu der auch die Region Döbeln zählt, will deshalb am Tag des Handwerks am Sonnabend besonders auf die Handwerkerberufe und die Karrieremöglichkeiten aufmerksam machen. Gestartet wird mit einer Motorradtour vom Deutschen Brennstoffinstitut in Freiberg ab 10 Uhr. Bei der jährlich stattfindenden Rundfahrt touren 20 Handwerker durch die Region. In diesem Jahr führt sie die Teilnehmer durch den Landkreis Mittelsachsen, auch in Döbeln wird es einen Zwischenstopp geben.

Am Nachmittag zeichnet die Kammer 97 Handwerksmeister aus, die vor 25 Jahren ihren Meisterbrief erhalten haben. Auch der Waldheimer Dachdecker Danilo Friedrich nimmt seinen Silbernen Meisterbrief entgegen. „Es ist eine besondere Wertschätzung und Anerkennung für die jahrelange Leistung“, schätzt er ein. Sein beruflicher Weg war schon seit seiner Kindheit vorgezeichnet, sagt er. „Mein Großvater hat den Dachdeckerbetrieb 1953 gegründet. Fast die gesamte Verwandtschaft, mit Onkel, Vater, Cousin und Bruder waren als Dachdecker in seinem Betrieb tätig. „Klar war schon früh, dass ich den Beruf auch lernen wollte“, erinnert sich der 50-Jährige. In die Lehre ging er zwar in einen anderen Betrieb, doch als Geselle kehrte er in das Familienunternehmen zurück.

Weniger Meister

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Immer weniger Handwerker legen eine Meisterprüfung ab. Im Kammerbezirk Chemnitz waren es im Jahr 2001 insgesamt 614. 2017 erhielten nur noch 257 Meister ihren Brief.

Nur ein Bruchteil der Handwerksmeister sind Frauen. Im Jahr 2001 waren es 62, 2017 nur noch 43.

Die meisten neuen Meister gibt es bei den Kraftfahrzeugtechnikern (2017: 58 Meister), gefolgt von Elektrotechnikern (33) und Metallbauern (22).

Quelle: Handwerkskammer Chemnitz

Anfang der 90er-Jahre absolvierte der Waldheimer den zweijährigen Meisterlehrgang. „Das wurde auch höchste Zeit, denn der Großvater übergab mir den Betrieb im stolzen Alter von 80 Jahren“, erinnert sich Danilo Friedrich. Erst mit der bestandenen Meisterprüfung konnte er dessen Aufgaben als Chef und Ausbilder übernehmen. „Meister zu sein, heißt auch beweisen zu können, dass man Qualität und Fachwissen zu bieten hat“, erklärt der Handwerker, warum ihm die zusätzliche Ausbildung so wichtig ist.

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In diesem Jahr würdigt die Handwerkskammer bereits zum neunten Mal Handwerksbetriebe für ihr besonderes Engagement im Bereich der Berufsausbildung. Um den Walter-Hartwig-Preis hat sich auch Frank Weike, Geschäftsführer des Autohauses Gruma Automobile Döbeln, beworben. Der Preis wird an sechs Unternehmen für hervorragende Ausbildungsarbeit mit Kontinuität und besonderem Engagement verliehen. Weike kann sich gute Chancen ausrechnen.

„Aktuell haben wir 42 Auszubildende in verschiedenen Lehrberufen von der Verwaltung über EDV bis hin zur ganzen Bandbreite der Fahrzeugtechnik“, berichtet Frank Weike, der am Sonnabend in Chemnitz ebenfalls seinen Silbernen Meisterbrief entgegennehmen wird. „Wir bereiten uns gezielt auf den Generationswechsel im Unternehmen vor. Das bedeutet, dass unsere Azubis in der Regel übernommen und bei uns schnell in Positionen mit Verantwortung kommen können“, erläutert der 49-jährige Firmenchef. Er selbst hatte seinen Meisterlehrgang mit einer Sondergenehmigung schon nach nur zweijähriger Gesellenzeit im hessischen Marburg absolviert und diesen zudem als Jahrgangsbester abgeschlossen.

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