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Samstag, 14.07.2018 Kommentar

Ein Macher macht auch im Ruhestand

In Lötzschen könnten Werkstätten für feinsten Sand entstehen – Birgit Ulbricht über eine ungewöhnliche Idee.

SZ-Redakteurin Birgit Ulbricht
SZ-Redakteurin Birgit Ulbricht

© Kristin Richter

Aus mancher verrückten Idee ist schon ganz Großes entstanden. Warum nicht aus einem Künstler-Berg?

Es geht Michael Fleischer ja nicht darum, sich im Ruhestand plötzlich abstrakter Kunst zu verschreiben. Es geht ihm um den Werkstoff Beton, der plötzlich in völlig neuen Formen im Stadtbild auftauchen könnte – als besondere Fassade, als Skulptur oder Stadtmöbel. Warum sollte man dort nicht experimentieren? Denn es geht auch um eine Nachnutzung des bisherigen Betriebsstandortes in Lötzschen. Natürlich kann man nach der Rekultivierung des aufgeschütteten Berges die Container und Büros wegreißen. Aber warum sollte man das tun? Die Idee des Seniorchefs ist durchaus interessant. Er könnte an diesem Standort Steinmetze, Architekten, Landschaftsgestalter und Handwerker zusammenbringen, die neue Produkte entwickeln. Es geht dem Senior-Unternehmer eben beileibe nicht nur um bemalte Betonbilder. Obwohl auch solche Projekte wie das an der Schönfelder Schule nicht zu unterschätzen sind. Menschen wie Michael Fleischer können gar nicht anders, als andere mit ins Leben zu nehmen. Wie berechnet man die nötige Mischung für den Beton eigentlich? Wen brauche ich, wenn ich ein Projekt umsetzen will und wer gibt mir Geld? Der Bürgermeister, der Schulleiter, Firmen im Ort? Das sind Erfahrungen, die Schule auch vermitteln muss. Wenn sich dafür jemand die Zeit nimmt, ist das aller Ehren wert.

E-Mail an Birgit Ulbricht