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Samstag, 10.11.2018

Ein Dorffest im November

Klingewalde feiert am Sonntag zum ersten Mal. Für den Termin im Herbst gibt es einen Grund.

Von Ingo Kramer

Bürgerrätin Madlen Röder organisiert mit rund 20 Helfern das erste Dorffest von Klingewalde. Es findet am Sonntag im und vor dem Schloss Klingewalde statt.
Bürgerrätin Madlen Röder organisiert mit rund 20 Helfern das erste Dorffest von Klingewalde. Es findet am Sonntag im und vor dem Schloss Klingewalde statt.

© nikolaischmidt.de

Ein Dorffest in Klingewalde – das gab es noch nie. Zumindest nach allem, was Madlen Röder weiß. Seit Juni ist die 46-Jährige gewählte Bürgerrätin für den ländlich geprägten Ortsteil. Seither plant sie einige Verbesserungen, neue Obstbäume als Ersatz für die abgestorbenen oder kranken Bäume am Marienauer Weg zum Beispiel oder einen Arbeitseinsatz zum Aufsammeln von Müll an den Rändern des vor 550 Jahren erstmals erwähnten Ortes, der 1949 zu Görlitz eingemeindet wurde.

„Inzwischen habe ich von der Stadt die Zusage, dass die Bäume sukzessive erneuert werden, ohne dass es unser Bürgerratsbudget betrifft“, freut sich Madlen Röder. Stattdessen fließt das Budget 2018 in ein vom Lebenshof Ludwigsdorf gebautes Insektenhotel, das zwischen den Obstbäumen aufgestellt wird – und ins erste Dorffest. Weil der November ein guter Monat zur Pflanzung ist, kommen am Sonntag die ersten fünf Bäume von der Stadt – alles alte Obstsorten. Das ist auch der Grund, das Dorffest auf diesen Termin zu legen: „Da können wir beides verbinden.“ Die Baumübergabe ist um 15 Uhr am Marienauer Weg, das Dorffest von 15.30 bis 19.30 Uhr vor dem Schloss und auch im Schloss. „Professor Vogt stellt uns das Außengelände und Räume im Erdgeschoss zur Verfügung, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt sie.

Peter Hummel aus Klingewalde, bekannt als der Zauberpeter, zaubert für Kinder und Erwachsene, ein DJ aus dem Ort sorgt für Musik, Anwohner machen Stände und backen Kuchen, außerdem gibt es Bratwurst, Erbsensuppe und Apfelsaft von den alten Bäumen vom Marienauer Weg. Von den 600 Einwohnern haben schon 170 fest zugesagt. Madlen Röder, die das Fest mit etwa 20 Helfern organisiert, freut sich über das Interesse der Klingewalder: „Vielleicht kommen am Ende ja sogar noch mehr Leute.“ Ihr gehe es auch darum, dass sich Alteingesessene und Zugezogene besser kennenlernen. Sie ist zuversichtlich: Zusagen gibt es von beiden Gruppen. Darüber, dass im November und nicht im Sommer gefeiert wird, habe sich niemand beschwert: „Ich glaube, viele freuen sich, dass überhaupt etwas stattfindet.“ Und wenn alles gut klappt, soll das Dorffest künftig jedes Jahr stattfinden. Vielleicht sogar unter einem Motto wie in Ludwigsdorf, wo sich alles um Kürbisse dreht. Madlen Röder will die Klingewalder Anfang nächsten Jahres mal zu einer ersten Ideenrunde einladen.

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