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Freitag, 10.08.2018

Edelstahlwerk gegen Pläne für Umgehungsstraße

Sollte die Trasse in Freital vollendet werden, könnte sie über das Werksgelände führen. Für das Werk ist das ausgeschlossen.

Von Tobias Winzer

Sönke Winterhager, Chef der Edelstahlwerk-Unternehmensgruppe, empfindet die Diskussionen um eine Verlegung der Umgehungsstraße auf das Werksgelände als Zeitverschwendung.
Sönke Winterhager, Chef der Edelstahlwerk-Unternehmensgruppe, empfindet die Diskussionen um eine Verlegung der Umgehungsstraße auf das Werksgelände als Zeitverschwendung.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. Die Diskussion um die Vollendung der Freitaler Umgehungsstraße nimmt Fahrt auf. Nachdem mehrere Stadträte in der Sächsischen Zeitung einen zügigen Weiterbau der Trasse gefordert hatten und sich eine deutliche Mehrheit in einer SZ-Online-Umfrage für das Vorhaben aussprach, meldet sich nun das Edelstahlwerk zu Wort. Die Bürger für Freital um Fraktionschef Chris Meyer hatten vorgeschlagen, die Trasse künftig über einen Teil des Werksgeländes zu führen. „Das ist aus Sicht des Edelstahlwerkes nicht realisierbar“, sagt Sönke Winterhager, Aufsichtsratschef der Unternehmensgruppe. „Aufgrund der vorherrschenden Platzverhältnisse innerhalb des Edelstahlwerkes ist einerseits ein normgerechter Straßenausbau nicht möglich, andererseits würde mit dem Wegfall der Gleisanlagen und der Werksstraße der Materialtransport vom Stahlwerk zum Walzwerk zum Erliegen kommen.“ Weiterhin müssten zahlreiche Versorgungsleitungen sowie ein gerade errichteter Freilagerplatz einschließlich Portalkran verlegt werden. „Dies ist in Anbetracht der fehlenden Ausweichflächen innerhalb des Werkes nicht umsetzbar, von zusätzlichen Transportkosten ganz zu schweigen.“ Darüber hinaus würde ein weiterer Ausbau der kürzlich errichteten Schmiedepresse durch den Straßenbau unmöglich, so Winterhager.

Auch ein ähnlicher Vorschlag aus der Vergangenheit, die Straße oberhalb des Edelstahlwerkes entlang des Hanges zu führen, sei in Bezug auf den Bauaufwand und die Altlasten undenkbar. „Schließlich ist der Hang ein Damm des Uran-Schlammteiches 1“, sagt Winterhager. „Die dauerhafte Stabilität dieses Dammes muss unbedingt gewährleistet sein.“

Wie Winterhager betont, habe das Unternehmen bereits in der Vergangenheit Stadträte zu Vor-Ort-Terminen wegen einer möglichen Straßenführung eingeladen. Die Termine seien bislang nicht wahrgenommen worden. „Aus diesem Grund bitten wir wiederholt alle Beteiligten, eine Variantendiskussion erst nach Klärung der seit Langem bekannten Fragestellungen weiterzuführen. Andernfalls wird nur Zeit und Geld verschwendet.“

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