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Dienstag, 19.06.2018

Dynamos Neuer

Der Zweiligist bestätigt, dass Torwart Tim Boss kommt. Fast interessanter sind die Trainermeldungen der Dresdner.

Von Tino Meyer

24 Jahre alt, 1,86 Meter groß und ausgebildet bei Bayer Leverkusen – das ist Tim Boss. Als „mutig und mitspielend“ charakterisiert ihn Dynamos Sportchef.
24 Jahre alt, 1,86 Meter groß und ausgebildet bei Bayer Leverkusen – das ist Tim Boss. Als „mutig und mitspielend“ charakterisiert ihn Dynamos Sportchef.

© PICTURE POINT

Die Nachricht vom neuen Torwart, bei dem der Nachname einer Kampfansage gleichkommt, ist überfällig, und das seit Tagen schon. Wenn Dynamo Dresden am Montag stattdessen zwei Pressemitteilungen in Sachen Trainer verschickt, könnte man also hellhörig werden. Vielleicht muss man das sogar, erst recht, wenn es um Cristian Fiel und Uwe Neuhaus geht. Es gibt schließlich nicht wenige im Dynamo-Umfeld, die den einen als legitimen Nachfolger des anderen sehen. Die Vereinsmitteilungen vom Montag haben inhaltlich allerdings rein gar nichts miteinander zu tun, vorerst jedenfalls.

Außerdem folgt am späten Nachmittag dann doch diese dritte Meldung: Bestätigung der Verpflichtung von Tim Boss, dessen Wechsel zu Dynamo das Branchenblatt Kicker bereits vor einer Woche angekündigt hatte und Boss’ bisheriger Verein Fortuna Köln am Freitag bekanntgab. Nun also ist der Transfer des 24-jährigen Torwarts, der Dynamo eine kleine bis mittlere sechsstellige Ablöse kostet, von allen Seiten offiziell. Boss erhält in Dresden einen Zweijahresvertrag und die Chance auf einen Stammplatz in der zweiten Liga, um den er sich mit Markus Schubert in der am nächsten Montag beginnenden Vorbereitung streiten wird.

Der Konkurrenzkampf um die Nachfolge von Marvin Schwäbe ist damit eröffnet, auch wenn Boss seine Ansprüche erst mal betont vorsichtig formulieren lässt. „Für mich ist die 2. Bundesliga eine neue Herausforderung, der ich mich stellen möchte. Ich brenne vor Vorfreude und werde in der Sommervorbereitung alles investieren, was in mir steckt“, heißt es in der Pressemitteilung verbunden mit dem kollegialen Willkommensgruß an Schubert, „wie jeder andere Spieler“ den Konkurrenzkampf anzunehmen und „an dieser Aufgabe ganz sicher auch zu wachsen“.

Dass sich Boss, der bislang 60 Drittligaspiele und 75 Regionalligaeinsätze vorzuweisen hat, mit der Rolle des Ersatztorwarts hinter dem gerade 20 Jahre alt gewordenen Schubert zufriedengibt, scheitert schon am Temperament. „Tim bringt ein gesundes Selbstbewusstsein mit“, bekräftigt auch Kristian Walter, der weiterhin interimsweise den erkrankt pausierenden Sportgeschäftsführer Ralf Minge vertritt.

Was zwangsläufig die Frage aufwirft, wie es Minge geht und ob er nächsten Montag ebenfalls in die Saisonvorbereitung einsteigt. Dazu gibt es aber keine neuen Erkenntnisse und daher keine Pressemitteilung. Doch auch da gilt: vorerst jedenfalls.

Fiel macht den Cheftrainerschein

Dafür dankt Cristian Fiel ausdrücklich Minge für dessen „unglaubliche Unterstützung auf meinem bisherigen Weg“, was wiederum zu Dynamos ersten Pressemitteilungen des Tages führt.

Denn Fiel, der 2015 seine Spielerkarriere in Dresden beendete und derzeit Dynamos B-Jugend trainiert, hat am Montag die Ausbildung zum Fußballlehrer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) begonnen. Die Lizenz ist die Voraussetzung, um Profimannschaften trainieren zu dürfen. Beim insgesamt 65. Trainerlehrgang, den zuletzt Florian Kohfeldt (2015, jetzt Cheftrainer bei Werder Bremen), Domenico Tedesco (2016, Schalke) und Robert Klauß (2017, U 19-Trainer RB Leipzig) als Jahrgangsbeste abschlossen, trifft Fiel unter anderem auf Ex-Dynamo Marco Vorbeck sowie die drei ehemaligen Nationalspieler Daniel Bierofka, Andreas Hinkel und Patrick Helmes. „Die Ausbildung beim DFB ist bekannt für ihren hohen Anspruch und die enorme Qualität“, erklärt Fiel in der Mitteilung. Der Lehrgang sei der nächste Schritt in seiner Trainer-Entwicklung. Und der übernächste?

Fakt ist auch, dass Neuhaus auf den Tag genau ebenfalls am Montag in sein viertes Jahr als Chefcoach gestartet ist. Am 18. Juni 2015 leitete er seine erste Trainingseinheit. Länger haben das in der 65-jährigen Vereinshistorie bislang nur sechs Trainer geschafft. Noch überraschender ist aber, dass der Verein diese Zahlenspielerei offiziell vermeldet. Die Absicht scheint klar: Eine Trainerdiskussion – so der Duktus jener zweiten Pressemeldung zum Wochenstart, diese allerdings ohne Neuhaus-Zitat – hat es bei Dynamo nie gegeben.

Info zum Abschluss: Fiels Abschlussprüfung findet im März 2019 statt. Pressemitteilung folgt bestimmt. Offen ist, inwieweit der Name Neuhaus darin eine Rolle spielt.

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