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Freitag, 01.06.2018

Dynamo-Legenden geben Auszeichnung zurück

Weil der Verein zu Ede Geyer steht, erreicht die Eskalation um die Ehrenspielführer-Würde bei Dynamo Dresden ihren Höhepunkt: Die früheren Spieler Klaus Sammer, Hans-Jürgen Kreische und Dieter Riedel geben ihre Auszeichnung zurück.

Von Sven Geisler

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Ein Bild aus besseren Tagen: Die Aufstiegs-Mannschaft von Dynamo Dresden aus dem Jahre 1968. Eduard Geyer (vorn links, gelber Kreise) sowie Hans-Jürgen Kreische, Klaus Sammer, Dieter Riedel (gelbe Kreise vorn 3., 2. und 1. von rechts).
Ein Bild aus besseren Tagen: Die Aufstiegs-Mannschaft von Dynamo Dresden aus dem Jahre 1968. Eduard Geyer (vorn links, gelber Kreise) sowie Hans-Jürgen Kreische, Klaus Sammer, Dieter Riedel (gelbe Kreise vorn 3., 2. und 1. von rechts).

© Privatarchiv Meinhard Hemp

Dresden. Mit einer Stellungnahme hat das Präsidium der SG Dynamo Dresden die Diskussion um Eduard Geyer am Freitag beendet. Demnach bleibt er Ehrenspielführer. Es gebe „keine Veranlassung, … Maßnahmen – gleich, welcher Art – zu ergreifen“, heißt es in der von Präsident Andreas Ritter sowie den Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler unterzeichneten Erklärung. Die Mitglieder des Gremiums, die über die Vergabe des Titels entscheiden, äußern Unverständnis sowohl für die Begründung des Antrages als auch den Zeitpunkt.

Die früheren Dynamo-Spieler Klaus Sammer, Hans-Jürgen Kreische und Dieter Riedel erklärten daraufhin, dass sie die Entscheidung des Präsidiums akzeptieren, aber: „Da wir anderer Meinung sind, bitten wir, umgehend unsere Auszeichnung zum Ehrenspielführer zurückgeben zu dürfen“, heißt es in ihrem Statement. Sie werfen ihrem einstigen Mitspieler vor, als IM „Jahn“ der Stasi persönlicher berichtet zu haben, als es ihnen bisher bekannt gewesen ist. Dabei geht es vor allem um die Aussage, die Trainer Sammer und Riedel hätten „Schwächen in politischer Hinsicht“. Deshalb hatten sie gefordert, Geyer als Ehrenspielführer abzusetzen und sein Bild von der Tribüne im Stadion zu entfernen.

Bei der Ernennung von Geyer seien ausschließlich sportliche Kriterien herangezogen worden, argumentiert das Präsidium. Allerdings zweifeln die Antragsteller auch in diesem Punkt die Berechtigung des Titels für Geyer an. Die Traditionspflege werde „durch die nun befeuerte Debatte leider unbegründet beschädigt“, sagt Präsident Ritter.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 44 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Ali B.

    Und so setzt sich durch, was Recht ist.

  2. Oberlausitzer

    Da siehst man mal, wie tief die Stasi immer noch im Stasiclub Dynamo verwurzelt ist. Eine krähe hackt der anderen kein Auge aus.

  3. Profiler

    Klasse Aktion ihr 3! Wir sind Dynamo und nicht die Geschäftsführung.

  4. Laneu

    Armes Zeugnis ! Schlechte Aufarbeitung der Vergangenheit! Schade ! Aber so ist es nun mal in Deutschland !Geyer hätte Charakter zeigen müssen, aber dazu braucht es erstmal einen!Dynamo noch viel Erfolg!!!

  5. kaktus

    Die sportliche Anerkennung steht außer Zweifel, doch mit einer Entschuldigung zu seiner Stasi-Vergangenheit ist es nicht getan. Er sollte sich mal in die Lage dieser Menschen versetze, die von der Stasi bespitzelt wurden, also auch von ihm. Das Mäntelchen in den Wind hängen, reicht nicht. Zu viele sind in dem System "DDR und Stasi" verletzt worden und finden keine Anerkennung.

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