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Samstag, 11.08.2018

Durchatmen angesagt

Die Zootiere in Weißwasser haben die Affenhitze allesamt gut überstanden. Ein Problem gibt es aber trotzdem.

Von Constanze Knappe

Die Trockenheit macht sich auch im Tierpark Weißwasser bemerkbar. Der Wasserstand am Teich ist um einen halben Meter gesunken.
Die Trockenheit macht sich auch im Tierpark Weißwasser bemerkbar. Der Wasserstand am Teich ist um einen halben Meter gesunken.

© Constanze Knappe

Weißwasser. Ob Federn oder Fell: Die Bewohner des Tierparks Weißwasser sind mit der Affenhitze der vergangenen Wochen gut fertig geworden. „Besser als die Mitarbeiter“, sagt Tierparkchef Gert Emmrich. Die Tiere suchen sich ein schattiges Plätzchen und strecken alle viere von sich. Manche verziehen sich in ihren Unterschlupf. Dass sie sich verdrücken, ist nicht tragisch. Zwar bieten die großen alten Bäume viel Schatten und machen auch im Sommer einen Spaziergang im Zoo angenehm, aber bei 35 Grad Celsius und mehr haben nicht viele Besucher Lust darauf. Weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres werden in diesen Wochen gezählt. „Damit muss man rechnen. Wir sind ein Freiluftbetrieb.“

Manche Tiere kommen von Hause aus mit tropischer Hitze besser zurecht als andere. Die Polarfüchse, die normalerweise in kälteren Regionen beheimatet sind, haben jetzt Sommerfell. Das ist nicht ganz so dick wie im Winter und wirkt wie eine eingebaute Klimaanlage. Was im Winter gut gegen Kälte ist, isoliert im Sommer gegen zu viel Wärme. Die Bären steigen zur Abkühlung in ihren Pool und baden ausgiebig. Den Exoten unter den Zoobewohnern macht die Hitze nichts aus, allerdings hätten sie dazu gerne etwas mehr Regen.

Jetzt aber ist erst einmal Durchatmen angesagt. Noch ist der Sommer nicht vorbei. Verluste wegen der Hitzewelle hat der Tierpark Weißwasser nicht zu beklagen. Jedenfalls nicht im tierischen Bestand. Die lange Hitze und anhaltende Trockenheit machten sich dennoch in vielen Ecken bemerkbar. Auf den Wiesen ebenso wie im Teich des Zoos, dem bereits ein halber Meter Wasserstand fehlt.

Daran ändern auch gelegentliche Niederschläge nichts, wie bei dem Gewitter am vergangenen Wochenende. Es riss im Zoo eine Birke um, die gleich noch Äste einer benachbarten Buche in Mitleidenschaft zog. Lokal sehr begrenzt sind die Niederschläge in diesem Sommer. Während der Zoo in den vergangenen Wochen durchaus den einen oder anderen Regentropfen abbekam, blieb es in den Dörfern ringsherum trocken. Das hat zur Folge, dass dem Tierpark das Grünfutter ausgeht. „Frisches Gras ist nirgendwo mehr zu bekommen“, so Gert Emmrich. Bei der Fütterung mussten die Pfleger bereits auf Heu umstellen. Dazu gibt es als Beilage viel „nasses“ Obst und Gemüse wie grüne Gurken und Äpfel. Lediglich am Astschnitt, den Kamele und Hirsche erhalten, ist noch ein bisschen grüne Substanz dran.

Dreimal täglich gibt es frisches Wasser. „Die Tiere trinken mehr als sonst und das Wasser wird ja auch schnell warm“, begründet der Tierparkchef. Viel Trinken gilt bei der Affenhitze für Tier und Mensch gleichermaßen. Wer wie die Beschäftigten des Zoos bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius draußen arbeitet, gerät selbst unter den großen Bäumen schnell ins Schwitzen. Nur dem Ententeich gegenüber dem Eingang scheinen Wärme und Trockenheit nichts auszumachen. Er ist gut gefüllt. Da wird allerdings Wasser zugepumpt.

Tierpark Weißwasser, Teichstraße 56. Geöffnet ist in der Saison täglich 9 bis 18 Uhr, 03576208366.

www.tierpark-weisswasser.de