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Samstag, 11.08.2018

Duftspray gegen Kaditzer Schlammgestank

Im Klärwerk wird einiges getan, um die Probleme zu beseitigen. Die große Lösung kommt aber erst im nächsten Jahr.

Von Peter Hilbert

Klärwerkschef Gert Bamler vor den Klärschlammsilos.
Klärwerkschef Gert Bamler vor den Klärschlammsilos.

© SZ/Peter Hilbert

Das Klärwerk Kaditz ist hochmodern ausgebaut, um Dresdens Abwässer gut zu reinigen. Nach der Wende wurden dafür fast 500 Millionen Euro investiert. Seit 2012 reift der Klärschlamm in den Faultürmen, wodurch der Schlammgeruch stark zurückging. Doch seit Anfang 2016 zogen wieder Wolken mit Schlammdunst übers Klärwerk, die an alte Zeiten erinnern. Eine Filteranlage war ausgefallen, die für rund 80 000 Euro komplett ersetzt wurde. An der Verladestation mit drei großen Silos gibt es jedoch ebenfalls Probleme mit den Ausdünstungen. Dort wird der ausgefaulte und geschleuderte Schlamm letztlich auf Lkws verladen und abtransportiert.

Nach einem Test im vergangenen Jahr wurde jetzt eine Übergangslösung geschaffen, erklärt Klärwerkschef Gert Bamler. Am Dienstag ging eine Anlage in Betrieb, die den Schlamm während des Verladens mit einem Wassernebel besprüht, der natürliche Limonenöle enthält. Das geschieht nach dem Prinzip des Duftsprays auf Toiletten. „Am Ende soll der Schlammgeruch dadurch neutralisiert werden“, sagt Bamler. Allerdings gibt es wieder ein Problem. Am Freitag war die fest installierte Anlage ausgefallen, sodass sie der Hersteller jetzt schnell reparieren muss.

Die Stadtentwässerung arbeitet seit vergangenem Jahr an einer endgültigen Lösung, um das Geruchsproblem bei der Schlammverladung zu lösen. Zwei Ingenieurbüros hatten dafür mehrere Varianten untersucht. So könnte ein großer Biofilter die Abluft reinigen. Möglich ist auch ein Spezialfilter, bei dem UV-Strahlen chemische Verbindungen „knacken“ und ein Aktivkohlefilter die Stoffe entfernt. Bei einer dritten Variante würde die Abluft durch eine Anlage mit Waschflüssigkeit strömen und gereinigt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einer Anlage die Abluft zu erhitzen und so vom Geruch zu befreien. „Im Herbst wird mit den weiteren Planungen begonnen“, sagt Bamler. Ingenieure prüfen die Kosten und wählen anhand der Ergebnisse die Vorzugsvariante aus. Bamlers Ziel ist es, dass 2019 ein guter Filter an der Schlammverladung installiert wird.

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