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Montag, 30.07.2018

Drei Punkte zum Geburtstag

Torsten Gütschow feiert den 56. Geburtstag und seine Elf überrascht daheim mit einem Sieg über Viktoria Berlin.

Von Jürgen Schwarz

Jubel nach dem Abpfiff. Bautzens Chefcoach Torsten Gütschow herzt hier seinen Spielmacher Tony Schmidt. Am Abend feierte er dann seinen 56. Geburtstag – allerdings ohne Frau und Töchter, die nach ihrem Bautzen-Urlaub wieder in Zeven weilten.
Jubel nach dem Abpfiff. Bautzens Chefcoach Torsten Gütschow herzt hier seinen Spielmacher Tony Schmidt. Am Abend feierte er dann seinen 56. Geburtstag – allerdings ohne Frau und Töchter, die nach ihrem Bautzen-Urlaub wieder in Zeven weilten.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Die FSV Budissa Bautzen ist mit einem Heimsieg in ihre fünfte Regionalliga-Saison gestartet. Im Stadion Müllerwiese wurde Viktoria Berlin durch zwei späte Tore von Martin Hoßmang und Johann Weiß vor 368 Zuschauern mit 2:0 bezwungen. „Nach der Vorbereitung, die bekanntlich nicht besonders gut lief, konnte man das nicht unbedingt so erwarten“, gab Torsten Gütschow zu. Er feierte am Spieltag seinen 56. Geburtstag und wurde von seinen Schützlingen tatsächlich überrascht.

Bis zur 87. Minute steht es 0:0

„Unsere Ergebnisse in den Testspielen waren schlecht. Ich wäre gegen Viktoria auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen. Aber im Schlussgang haben wir noch einmal eine Schippe draufgelegt.“ Gäste-Coach Jörg Goslar, erst wenige Wochen im Amt und mit einer gegenüber der Vorsaison „runderneuerten“ Mannschaft angereist, merkte mit einem Blick auf seinen strahlenden Kollegen an: „Wir haben Torsten die Geschenke in den letzten sieben Minuten überbracht.“

Erwartungsgemäß setzte Gütschow bei der Nominierung seiner Startelf auf einen Großteil der im Kader verbliebenen Spieler. Von den elf Neuzugängen standen beim Anpfiff lediglich Michael Schlicht, Niclas Treu und der junge Pole Mateusz Ciapa auf dem Platz. Ähnlich wie in vielen Spielern der Vorsaison, in der die Budissen beachtliche 41 Zähler geholt hatten, verordnete Gütschow seiner Mannschaft eine etwas defensivere Grundhaltung. Eine taktische Maßnahme, die sich gegen spielstarke Berliner als goldrichtig erwies.

Bis zur 87. Minute stand die Partie 0:0. „Ich denke, damit hätten beide Teams leben können, denn einen Sieger hatte das Spiel eigentlich nicht verdient“, resümierte Goslar. Viktoria wird von vielen Experten als Geheimfavorit gehandelt, weil kürzlich eine Kooperation mit der Advantage Sports Union Ltd. (ASU) aus Hongkong vereinbart wurde, die in den kommenden Jahren Millionen im zweistelligen Bereich in die Vereinskasse spülen soll. Allerdings wirkte das Team aus der Hauptstadt nicht eingespielt. „Für unsere sportliche Entwicklung wäre ein Teilerfolg hier in Bautzen wichtig gewesen. Umso bitterer ist der missglückte Start für uns“, ergänzte der Gäste-Coach.

Die erste Chance im Spiel verzeichneten die Berliner durch Marco Schikora, der den Ball nach einer Ecke an den Pfosten köpfte. Schließlich war es erneut Schikora, der im letzten Moment von Pavel Patka noch erfolgreich geblockt werden konnte (26.). Nach dem Wechsel verpasste Soyak die Gäste-Führung (64.). Mehr gelang Viktoria gegen die bis dato vor allem defensiv überzeugenden Bautzener nicht. Die wiederum mobilisierten im letzten Drittel noch einmal die Kräfte und wurden nun auch in der Offensive stärker.

„Man muss den Hut ziehen, was alle Spieler bei dieser Hitze geleistet haben“, anerkannte Torsten Gütschow. Und seine Jungs demonstrierten, dass die Vorbereitung trotz der schwachen Resultate offensichtlich gefruchtet hat. In der 87. Minute setzte sich Tony Schmidt auf der rechten Seite durch, passte den Ball zurück an die Strafraumgrenze, von wo aus Martin Hoßmang zum 1:0 einschob. Danach warfen die Hauptstädter alles nach vorn. Das nutzen die Spreestädter durch Johann Weiß aus, der nach einem Konter den Ball am Berliner Torwart Stephan Flauder vorbei zum 2:0 einschob (90.+4).

Torsten Gütschow feierte am Abend seinen Geburtstag, „mit Onkel und Tante“. Seine Frau Cathleen und die beiden Zwillingstöchter grüßten per Telefon und WhatsApp von zu Hause in Zeven (Niedersachsen). „Sie waren kürzlich in den Schulferien drei Wochen hier. Ich habe diesmal auf die Heimfahrt verzichtet, weil ich mir die Schiebocker am Sonntag gegen Dynamo angeschaut habe. In Bischofswerda erwartet uns am Sonnabend im Derby wieder eine schwere Aufgabe. Umso wichtiger war der Dreier gegen Viktoria für unser Selbstvertrauen.“

Ciapa überzeugt im ersten Spiel

Hervorheben wollte der Trainer übrigens keinen seiner Schützlinge („Es gab keinen Ausfall“). Was aber der junge Mateusz Ciapa mit seinen 19 Jahren an der Seite ablieferte, verdiente schon Hochachtung. Ebenfalls sehr auffällig agierten Martin Hoßmang und Tony Schmidt.

Budissa spielte mit: Ebersbach - Kunze, Patka, Hoßmang, Mack (90. Merkel) - Ciapa, Weiß, Treu (64. Krautschick), Schlicht – Bönisch (79. Langr), Schmidt.