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Donnerstag, 05.07.2018 Fußball – Landesklasse Nord

Döbelner im Aufwind

Die Schützlinge von Uli Löser haben sich zur Vorsaison um fünf Plätze verbessert. Und es ist noch mehr drin gewesen.

Von Frank Müller

Einer der jungen veranlagten Spieler des Döbelner SC ist Amidu Dadi. Allerdings fehlt dem schnellen, torgefährlichen Stürmer manchmal noch die Gelassenheit vorm gegnerischen Gehäuse beziehungsweise der Blick für den besser postierten Nebenmann.
Einer der jungen veranlagten Spieler des Döbelner SC ist Amidu Dadi. Allerdings fehlt dem schnellen, torgefährlichen Stürmer manchmal noch die Gelassenheit vorm gegnerischen Gehäuse beziehungsweise der Blick für den besser postierten Nebenmann.

© Dirk Westphal

Region Döbeln. Zäh in die Saison gestartet, dann aber immer besser in die Schuhe gekommen. So kann das Spieljahr 2017/18 für den Döbelner SC in der Fußball-Landesklasse zusammengefasst werden. Nach der Hinrunde waren die Muldentädter Elfter, in der Rückrunde wurden sie Fünfter. Das ergab insgesamt den siebten Rang, fernab von Abstiegsgefahr.

Und die war in diesem Jahr allgemein besonders groß. Weil aus der Sachsenliga mit Lipsia Eutritzsch und dem VfB Zwenkau gleich zwei der hiesigen Teams in die Landesklasse absteigen, müssen von da nun vier Mannschaften runter auf Kreisebene. Neben dem abgeschlagenen TSV Schildau, dem ebenfalls recht schwachen Bornaer SV und dem SV Süptitz erwischte es überraschend auch den ESV Delitzsch als Viertletzten. Auch Trainer Tilo Ohlig, der im Winter von Mike Geppert übernahm, konnte den Absturz des einstigen Landesliga-Gründungsmitglieds nicht abwenden. „Man kann das nicht an einem Spieler festmachen. Es war einfach unser Riesenmanko, dass wir trotz vieler Torchancen das Ding nicht reinkriegen. Das hat uns am Ende das Genick gebrochen“, benennt Ohlig vor allem die schlechte Chancenverwertung als Abstiegsursache.

Darüber klagen freilich die Trainer fast aller Mannschaften. Nicht ganz so beim Hausdorfer FC Colditz, der mit dem Ex-Döbelner Martin Schwibs wieder den besten Torjäger in seinen Reihen hatte. Mit 43 Toren erzielte er diesmal sogar noch zwei Treffer mehr und damit fast die Hälfte der beachtlichen 97 HFC-Tore. Trotzdem wurde sein Team am Ende nur Zweiter – und verzichtete auf den Aufstieg. Der wäre möglich gewesen, denn der Liga-Meister FSV Krostitz verzichtete ebenfalls. Und so nimmt die zeitweise auch führende SG Taucha das Aufstiegsrecht wahr. Den Meistertitel verdarben sich die Rand-Leipziger durch Ladehemmung in der Rückrunde.

„Ich weiß auch nicht so richtig, woran es lag, aber uns fehlte im Frühjahr die Lockerheit. So sind wir mit dem letzten Tropfen Sprit zumindest Dritter geworden, die Freude ist etwas gedämpft“, stellte Trainer Marcus Jeckel etwas ratlos fest und bekannte: „Das kann man nicht als normalen Aufstieg werten. Aber wir werden uns der Aufgabe stellen.“ Krostitz-Coach Tobias Heede hatten hingegen allen Grund zur Freude und lobte: „Meine Jungs haben sich das hart erarbeitet, im Training wie im Spiel. Der Meistertitel ist der Lohn dafür.“

Hinter dem Spitzentrio blieb Blau-Weiß Leipzig stets relativ dicht dran, phasenweise selbst mit Aussicht auf mehr. Als bester Aufsteiger präsentierte sich der SV Naunhof, der mit Erol Gugna (23) und Franz Boltze (24) zwei der vier besten Torschützen sowie mit Nico Kanitz einen weiteren wertvollen Routinier in seinen Reihen hatte. Sie sorgten maßgeblich dafür, dass Trainer Andreas Schmidt sich über Rang fünf freuen durfte.

Dass der FC Bad Lausick auf dem sechsten Platz landen würde, war lange Zeit nicht absehbar. Schließlich verbesserten sich die Kurstädter aber doch um beachtliche vier Ränge gegenüber dem Vorjahr und wiederholten damit das Ergebnis von vor zwei Jahren. Gleich dahinter folgen die Döbelner, die mit Coach Ulrich Löser sogar um fünf Plätze besser einkamen als vor Jahresfrist. Dabei setzte er neben den gestandenen Spielern wie Patrick Peschel oder den zurückgeholten Toni Bunzel und Sebastian Heyna auf die Jugend, die ihre Sache nach dem Trainerwechsel am sechsten Spieltag blendend machte. Das trug erste Früchte und lässt für die Zukunft hoffen, für die die nächsten Talente anklopfen.

Der recht wechselhaft spielende ATSV Frisch Auf Wurzen verbesserte sich um einen Rang auf Platz acht. Dagegen wurde der SV Liebertwolkwitz nach Differenzen zwischen Mannschaft und Trainer Thomas Rochol, der einige Wochen vor Saisonschluss verärgert seinen Hut nahm, diesmal nur Neunter (Vorjahr 4.). Neuer Trainer der Wolkser wird nun Benjamin Wagner, nachdem Spieler Klemens Mäding bis Saisonende als Interim fungierte.

Mit Rang zehn ist Eintracht Sermuth relativ zufrieden. Die Jungs vom Mulde-Zusammenfluss holten diesmal zehn Punkte mehr als 2016/17 und kletterten um drei Ränge. Elfter wurde Aufsteiger Rotation Leipzig 1950. „Ein einstelliger Platz wäre schöner gewesen, aber unser Ziel Klassenerhalt haben wir erreicht“, sagte Trainer Daniel Ferl. Zuschauermagnet Roter Stern wurde wieder Zwölfter, bannte die Abstiegsgefahr einige Wochen vor Ultimo.

„Der sportliche Ehrgeiz war bei meinen Jungs nicht immer vorhanden. Es war eine schwierige Saison mit vielen Ausfällen, vielen Verletzten. So haben wir erst in der Rückrunde einigermaßen unseren Rhythmus gefunden“, bilanzierte RSL-Trainer Marcus Bieleit. Hinter den Connewitzern beginnt dann die Zone der schon erwähnten Absteiger, die diesmal ein Viertel der Liga ausmachen. Sie werden ersetzt durch einen alten Bekannten, den Leipziger Stadtmeister SG LVB, sowie den Nordsachsenmeister Radefelder SV und aus dem Leipziger Land durch Vizemeister Roßweiner SV. Dadurch ist Döbeln und Umland auf dieser Ebene seit 25 Jahren wieder einmal mit zwei Teams vertreten. (DA/dwe)

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