• Einstellungen
Freitag, 15.06.2018

Dippser Museum vor der großen Baupause

Ende Juli schließt das Dippoldiswalder Museum, die Osterzgebirgsgalerie ist schon zu. Die Pläne für die Zeit danach entstehen derzeit.

Von Franz Herz

Der Innenhof des Dippser Museums ist ein Kleinod, das den meisten Einwohnern aber verborgen bleibt. Beim Museumsumbau soll er geöffnet werden.
Der Innenhof des Dippser Museums ist ein Kleinod, das den meisten Einwohnern aber verborgen bleibt. Beim Museumsumbau soll er geöffnet werden.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde. Wer die Ausstellung im Dippoldiswalder Museum noch einmal sehen will, muss sich beeilen. Er hat noch sechs Wochen Zeit bis zum 31. Juli. Dann schließt das Museum für über ein Jahr. Die große Sanierung und der Umbau beginnen.

Im August und September werden die Ausstellungsstücke aus dem Lohgerbermuseum an einen sicheren Ort ausgelagert. Anfang Oktober kann noch einmal der Kunsthandwerkermarkt im Museum stattfinden. Das wird zugleich der offizielle Baubeginn sein. Im Jahr 2019 wird gebaut. Der Bauzeitenplan sieht die Wiedereröffnung des Hauses für das Jahr 2020 vor, informierte Hauptamtsleiterin Irena Hoffmann, in deren Zuständigkeit das Museum fällt. Allerdings steht noch kein genauer Termin für die Wiedereröffnung fest. Der Umbau eines alten Gebäudes birgt immer Risiken, welche die Terminkette hinauszögern können. Außerdem sind die Baufirmen derzeit gut ausgelastet.

Was gebaut werden soll, haben die Planer von der Arbeitsgemeinschaft „h.e.i.z. Haus“ aus Dresden und „Vetter – von Berg“ aus Pirna auf der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt. Dabei haben die Planer verschiedene Ziele im Auge. Pflicht ist, den Hausschwamm aus dem Dachgebälk des Hauses zu bekommen, der dort an zwei Stellen entdeckt wurde. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Das müssen die Bauleute bei allen Arbeiten beachten.

Weiter soll das Gebäude so umgestaltet werden, dass es ohne Barrieren für Rollstuhlfahrer zu nutzen ist. Dafür werden ein Aufzug eingebaut und verschiedene Übergänge im Haus umgestaltet, Schwellen beseitigt. Daraus folgt, dass der bisherige Eingang nicht weiter genutzt werden kann, weil Besucher hier nur über Stufen ins Museum kommen.

Künftig soll der Haupteingang an der Seite liegen und auch einen kleinen Vorplatz bekommen. Dafür wird eine vorhandene Sandsteinmauer etwas versetzt. Vom neuen Eingang aus wird es einen direkten Zugang zum Innenhof geben, der bisher eher im Verborgenen geblieben ist. Auch zur Straßenseite hin soll das Museum offener gestaltet werden. Hier ist ein Garten geplant, in den Passanten auch hineinsehen können.

Weiter soll die Osterzgebirgsgalerie auch wieder angemessen untergebracht werden. In der Dachmansarde sind eine neue Galerie mit rund 80 Quadratmeter Fläche sowie Büros für die Museumsverwaltung vorgesehen. Im Seitengebäude, dem sogenannten Torhaus, ist ein Depot für die Bilder geplant. Dort wird ein modernes Lagersystem mit Gitterwänden eingebaut, an denen die Bilder hängend aufbewahrt werden.

Museumsleiter Thomas Klein arbeitet an einem Ausstellungskonzept, für das auch noch ein Gestalter hinzugezogen wird. Diese Planung soll ebenfalls bis zum Herbst vorliegen, ehe die Bauarbeiten beginnen. Die Planung ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass die Stadt hofft, im September die Baugenehmigung zu bekommen. Danach beginnen die Ausschreibungen der Aufträge. Diese müssen in weiten Teilen europaweit laufen, weil das gesamte Vorhaben einen Kostenumfang von rund zwei Millionen Euro hat. Bei diesen Größenordnungen müssen die Aufträge in ganz Europa veröffentlicht werden. Die Dippser dürfen gespannt sein, wie ihr Museum mit der neuen Gestaltung aussieht.