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Mittwoch, 13.06.2018

Die Wünsche der Großsedlitzer

Industriepark, Barockgarten und etliche Verkehrsprobleme: Das beschäftigt den Heidenauer Ortsteil Großsedlitz. Wo sich was ändern könnte.

Von Heike Sabel

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Die Schule soll noch mehr zum Großsedlitzer Zentrum werden: Geplant ist, daneben das Gemeinschaftshaus und einen Parkplatz zu bauen.
Die Schule soll noch mehr zum Großsedlitzer Zentrum werden: Geplant ist, daneben das Gemeinschaftshaus und einen Parkplatz zu bauen.

© Daniel Schäfer

Auch für den Schäferweg gibt es Ideen.
Auch für den Schäferweg gibt es Ideen.

© Daniel Schäfer

Ebenso für die Parkstraße.
Ebenso für die Parkstraße.

© Daniel Schäfer

Heidenau. Erik schaut sich mit seiner Mutter einen der aufgehängten Pläne ganz genau an. Es ist der mit der Großsedlitzer Schule und dem neuen Gemeinschaftshaus. Vier Varianten gibt es für das Haus und die Gestaltung der Flächen drumherum. Auf keiner ist Platz für eine BMX-Anlage, wobei sich Erik genau das wünschen würde – gern auch mit Rampe zum Skaten. Der Drittklässler war am Montagabend in der Aula des Heidenauer Gymnasiums der Jüngste in der Einwohnerversammlung zu den neuesten Plänen für Großsedlitz.

Was sind die Großsedlitzer Probleme und Wünsche?


Insgesamt rund 200 Karten mit Wünschen und Defiziten hatten die Großsedlitzer den Planern im Vorfeld geschrieben. Das größte Problem: kaum Fuß- und geschweige denn Radwege, enge Straßen, viel Verkehr und damit verbunden zu wenig Platz für Kinder. Außerdem: kein Gemeinschaftshaus, ein hässlicher Ortseingang aus Richtung Pirna und der Wasserturm als schlummernde Reserve. Und nun kommt auch noch der große Industriepark vor der Haustür dazu. Ein Großsedlitzer bringt es auf den Punkt: Entweder ruhig leben und abgehängt oder schnell in Pirna sein. Beides werde wohl auf Dauer nicht gehen. Manche Großsedlitzer hätten sich das städtische Engagement für ihren Ortsteil schon eher gewünscht. Die Verbindung zum Industriepark ist nicht nur zeitlich: Das Planungsbüro für die Ortsentwicklung und den Industriepark ist das gleiche: die Kasparetz-Kuhlmann GmbH aus Crostau.

Welche Vorschläge und Ideen gibt es?

Die Planer haben sich Großsedlitz genau angeschaut. Die wichtigsten Ergebnisse: Neben die Schule soll ein Gemeinschaftshaus. Es gibt vier Varianten dafür und für die Außenflächen. Eine Fläche wäre Veranstaltungen und für Rollschuh- und Bobbycarfahrern vorbehalten. Rasen und Asphalt wechseln sich in den Entwürfen ab.

Der Wasserturm soll Denkmal bleiben, zugleich Freizeit- und Kulturstätte in einem Naherholungs- und Grüngebiet werden. Die Erschließung des Barockgartens soll über den Industriepark erfolgen, der Haupteingang ans Friedrichschlösschen verlagert werden und ein Besucherzentrum entstehen. Ein Parkplatz ist am Schäferweg gedacht, das würde auch die Parkstraße entzerren. Am Schäferweg könnten auch Häuser entstehen. Für den fußweglosen Neubauernweg gibt es noch keine Lösung. Alle wollen einen Fußweg, aber keiner einen Meter Fläche abgeben, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Auch dem Bebauen des Bäckerweges standen bisher ungelöste Eigentumsfragen im Wege.

Wer bezahlt das alles?

Eine heikle Frage, die auch von einer Großsedlitzerin kam. Sie dachte dabei an den Ausbau der Parkstraße, für die seinerzeit die Anwohner zahlen mussten. Einen konkreten Betrag zu nennen, sei schwierig, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Man werde vieles nur mit einer hohen Förderung machen und nur dann, wenn es für die Stadt und Private finanzierbar ist. Trotz Förderung muss die Stadt Geld dazugeben. Und: Großsedlitz ist nur ein Teil von Heidenau. Bisher gibt es keinerlei Anhaltspunkte, was welche Vorhaben kosten.

Was wird wann realisiert?


Das hängt von der Prioritätenliste und – natürlich – dem Geld ab. Damit ist klar, so schnell geht es nicht und auf keinen Fall alles auf einmal. Das wurde am Montag nicht so deutlich gesagt.


Wie geht es jetzt weiter?


Erst mal gar nicht: Am Montagabend konnte zwar vor den Plänen und auch mit den Planern geredet werden, doch danach war Schluss. Einigen fehlte der weitere Austausch. Die Planer wollen nun die auf Zettel geschriebenen und an die Pläne geklebten Anregungen und Hinweise auswerten. Auch die Arbeitsgruppe befasst sich damit. Dann gibt es noch zwei öffentliche Veranstaltungen, eine etwa im August und die Abschlusspräsentation im Herbst. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Erik ist nach der zweistündigen Veranstaltung geschafft und ernüchtert. Die BMX-Anlage wird wohl nichts mehr für ihn. „Naja, vielleicht für deine Kinder“, tröstet ihn seine Mutter.

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