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Mittwoch, 10.10.2018

Die Verluste durch den Wolf werden größer

Steffen Gerhardt kommentiert den bisher größten Wolfsriss im Landkreis Görlitz.

SZ-Redaktuer Steffen Gerhardt.
SZ-Redaktuer Steffen Gerhardt.

© SZ Thomas Eichler

Rund 40 getötete Schafe und Ziegen in einer Nacht. Das wird die Statistik der Wolfsrisse für 2018 in die Höhe treiben. Was da am Dienstag bei Dauban geschah, ist der bisher größte Wolfsschaden im Landkreis und der zweitgrößte in der Oberlausitz. Von einem Wolf kann hier nicht mehr die Rede sein. Insider sprechen gar von einer Lehrstunde für den Wolfsnachwuchs in Sachen Nahrungsbeschaffung. Das bedeutet für die Nutztierhalter, dass sie ihre Bestände nicht mehr nur gegen einen Wolf, der auch viel Schaden machen kann, sondern ein ganzes Rudel schützen müssen. Der Wolf ist durch seine rasche Vermehrung zu einer Gefahr geworden – und man fragt sich, was noch alles passieren muss, bevor die Politik dafür sorgt, dass in die Wolfspopulation eingegriffen werden kann. Entscheidungshilfe bietet schon die Statistik der Wolfsrisse, geführt vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der vom Wolf getöteten Tiere vervierfacht: von 51 (2012) auf 202 (2017). Ein Indiz dafür, dass die Anzahl der Wölfe gestiegen ist. Stellt sich die Frage: Welche Zahl steht in der Statistik im Jahr 2020, wenn nicht regulierend eingegriffen wird?

E-Mail an Steffen Gerhardt