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Samstag, 14.07.2018

Die Stadt allein kann´s nicht richten

SZ-Redakteur Ingo Kramer.
SZ-Redakteur Ingo Kramer.

© Christian Suhrbier

Es ist Segen und Fluch zugleich: Görlitz kann mit der höchsten Denkmaldichte in ganz Deutschland punkten, doch einige der schönen Häuser verfallen, weil die privaten Eigentümer nichts unternehmen. Wenn es um die Sicherheit auf Straßen und Gehwegen geht, muss die Stadt handeln. Doch wenn die Eigentümer nicht dafür aufkommen, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Die Dimensionen sind mittlerweile dramatisch, allein für die Landeskronstraße 34 und die Bismarckstraße 29 hat die Stadt zusammen deutlich mehr als 200 000 Euro aufwenden müssen. Und jetzt stehen schon wieder acht Häuser auf der Liste.

Fakt ist: So darf es nicht weitergehen. Die Stadt allein kann´s nicht richten, sie ist auf Unterstützung angewiesen. Zumal es das erklärte Ziel sein muss, dass keine Denkmale abgerissen werden, gleich recht nicht innerhalb von geschlossenen Häuserzeilen. Deshalb muss die Stadt beim Freistaat weiter auf eine Lösung drängen, bei der Dresden Geld beisteuert – in welcher Form auch immer. Dass der Freistaat den Differenzbetrag übernimmt, um den die Sicherung teurer ist als der Abriss, wäre ein erster Ansatz. Wenn die Häuserzeilen löchrig werden wie ein Schweizer Käse, wird das Gesamtdenkmalensemble abgewertet. Das zu verhindern, sollte im Interesse aller liegen.

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