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Dienstag, 02.10.2018

Die Sorge um den Kapitän

Von Alexander Hiller

Da konnte der Kapitän noch springen: Janek Schmidkunz im Duell mit Adrian Lind. Foto: Matthias Rietschel
Da konnte der Kapitän noch springen: Janek Schmidkunz im Duell mit Adrian Lind. Foto: Matthias Rietschel

© © by Matthias Rietschel

Es ist einer dieser Erfolge mit einem bitteren Beigeschmack. Die Basketballer der Dresden Titans setzten sich beim ersten Heimspiel der neuen Saison der 2. Bundesliga Pro B am Sonntag gegen das Team von Wohnbau Baskets Essen mit 80:69 (33:40) durch. Nach der knappen Auswärtsniederlage beim Aufsteiger in Münster (61:63) die ersten Punkte für das Team von Trainer Nenad Josipovic.

Beinahe überlagert wurde das letztlich erfreuliche Heimdebüt von einem Schockmoment in der 9. Minute. Ohne gegnerische Einwirkung sackte Dresdens Spielmacher Janek Schmidkunz nach einer Schrittfinte mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen und musste mit einer Rückenverletzung ausgewechselt werden. Der 28-Jährige konnte nicht mehr weiterspielen. „Über Nacht hat er im Uniklinikum eine Schmerztherapie bekommen. Allerdings wissen wir nichts Konkretes über die Verletzungsursache. Es war auf jeden Fall ohne Fremdeinwirkung“, sagt Titans-Geschäftsführer Jörn Müller. Weitere Untersuchungen sollen nun Aufschluss über die Verletzung und den dadurch entstehenden Ausfall des Kapitäns geben.

Fest steht schon jetzt: Ein längerfristiger Ausfall des Dribblers hätte fatale Auswirkungen auf die Saisonziele der Sachsen. Auch wenn sein Team am Sonntag nach diesem kleinen kollektiven Schreck die richtige Reaktion zeigte und den Sieg nach dem Halbzeitrückstand auch ohne den Spielführer noch aus dem Feuer riss.

Vor allem die sieben Neuzugänge hinterließen bei den lediglich 950 Fans in der Margon-Arena einen bleibenden Eindruck. Auch Geschäftsführer Jörn Müller zeigte sich begeistert. „Wenn sich unsere Neuzugänge in der restlichen Saison so präsentieren, dann bin ich ziemlich glücklich“, betonte er. Die Euphorie verwundert angesichts der Statistik nicht. Dem Amerikaner Brandon Watkins gelangen 22 Punkte, Daniel Kirchner, Vesa Heinonen und Luka Kamber je zwölf. Alle sind neu bei den Dresden Titans.

Der zweite negative Aspekt beim sportlich gelungenen Heimstart in der dritthöchsten deutschen Spielklasse war die Zuschauerzahl. „Das war schon enttäuschend“, gibt der Titans-Geschäftsführer unumwunden zu. Die Elbestädter kalkulierten ihren Etat mit einem Zuschauerschnitt von 1 500 Besuchern pro Heimspiel. „Wir hoffen aber, dass wir im Laufe der Saison auf über 2 000 Zuschauer kommen“, hatte Müller noch vor dem Heimauftakt gegen Essen betont.