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Samstag, 11.11.2017

Die Skigebiete rüsten auf

Wintersportregionen in den Alpen erweitern ihr Angebot. Mit neuen Liften und Pisten buhlen sie um mehr Gäste.

Von Viktor Mülleneisen

Arbeiter balancieren in der Talstation auf den Tragseilen für die neue Seilbahn zur Zugspitze. Foto: dpa
Arbeiter balancieren in der Talstation auf den Tragseilen für die neue Seilbahn zur Zugspitze. Foto: dpa

© dpa

Bescheidenheit ist eine Tugend. Für viele Skigebiete in den Alpen scheint diese Maxime allerdings nicht zu gelten. Dort gilt seit Jahren: Mehr ist mehr. Viele Tourismusregionen und Bergbahnen erweitern ihr Angebot auch zur Saison 2017/18. Sie haben neue Lifte gebaut, weitere Pisten über die Hänge gezogen und ganze Gebiete zu noch größeren Ski-Arenen zusammengeschlossen. Diese Neuerungen warten auf Wintersportler:

Neue Rekordbahn für die Zugspitze

In Zukunft ist Deutschlands höchster Berg deutlich schneller zu erreichen als mit der alten Eibsee-Bahn. Am 21. Dezember wird eine neue Seilbahn in Betrieb genommen, die bis zu 580 Personen pro Stunde auf den Gipfel bringen kann, informiert die Bayerische Zugspitzbahn. Während der Fahrt stellen die Kabinen gleich drei Weltrekorde auf: 1945 Meter sind der weltweit größte Gesamthöhenunterschied, 3213 Meter das längste freie Spannfeld - und sie passieren die mit 127 Metern weltweit höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen. Aussicht während der Fahrt auf den 2962 Meter hohen Gipfel bieten bodentiefe Fenster.

Neues Riesen-Skigebiet in Luzern und Graubünden

Die Bauarbeiten für das größte Skigebiet der Zentralschweiz haben bereits im Sommer 2015 begonnen. Es trägt den Namen SkiArena Andermatt-Sedrun und soll endgültig in der Saison 2018/19 vereinigt sein. Saisontickets für das gesamte Skigebiet sind aber bereits für diesen Winter erhältlich. Passend zur anstehenden Saison öffnen drei weitere Liftanlagen: die Achter-Gondelbahn Andermatt-Nätschen-Gütsch sowie die beiden Sesselbahnen Hinterbördli-Strahlgand und Felli-Schneehüenerstock.

Slalomzeiten messen in Le Grand-Bornand

In dem französischen Wintersportgebiet hat die neue Piste Gypaète eröffnet. Ein Teil der Slalomstrecke ist für alle Urlauber geöffnet. Die Besonderheit: Auf dem Parcours wird die Zeit der Ski- und Snowboardfahrer automatisch gemessen. So können sich Laien mit den Größen der Sportwelt messen. Denn immerhin trainiert zum Beispiel die zweifache Riesenslalom-Weltmeisterin Tessa Worley auf der Piste. Für mehr Komfort auf dem Weg zum Hang wurden die alten, eierförmigen Kabinen der Gondelbahn Le Rosay durch modernere Modelle ersetzt.

Neue Piste am Oldenhorn

Red Run heißt eine neue, acht Kilometer lange Piste am Fuß des Oldenhorns in den Berner Alpen. Im Skigebiet Glacier 3000 ermöglicht sie eine durchgehende Abfahrt vom Berg Scex Rouge bis zur Talstation Reusch. Wintersportler fahren von 3000 Metern auf 1300 Meter ab, wo die Strecke in die Maritsberg-Piste mündet. Unterwegs bietet sich laut Schweiz Tourismus eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende Bergwelt.

Neue Patscherkofelbahn in Innsbruck

Auf den Hausberg der Tiroler Metropole Innsbruck kommen Skifahrer vom Dezember an ebenfalls schneller. Die alten vier Liftanlagen werden von einer Zehner-Einseilumlaufbahn abgelöst. Auf dem Gebiet der alten Trassen sollen nun 30 000 Quadratmeter Wald aufgeforstet werden. Mit der neuen Patscherkofelbahn können alle Pisten des Berges erreicht werden. Die Fahrt bis zur höchsten Station in knapp 2000 Metern dauert rund zehn Minuten. Auf dem Patscherkofel hat außerdem eine rund acht Kilometer lange Winterrodelbahn mit 950 Metern Höhenunterschied aufgemacht.

Schneller auf die Seiser Alm

Auch die italienischen Skigebiete werden moderner. In der Ferienregion Gröden/Seiser Alm öffnet zum Winter die Kabinenbahn mit der höchsten Förderleistung in ganz Italien, so der Skiverbund Dolomiti Superski. Der Vierer-Sessellift Piz Seteur wird durch eine Zehner-Kabinenumlaufbahn ersetzt und bringt künftig 3 450 Personen pro Stunde auf den Berg.

Kabinenbahnen für den Hohen Ifen

Die leisesten und modernsten Bergbahnen im Allgäu und in Vorarlberg heißen Ifen I und Ifen II und nehmen am 23. Dezember den Betrieb auf. Bereits vor der vergangenen Saison hatten die Umbaumaßnamen begonnen, jetzt wurde das Projekt fertiggestellt. Die alten Hahnenköpflebahnen wurden dabei durch moderne Zehner-Kabinenbahnen ersetzt, die Wintersportler direkt auf 2030 Meter befördern. Das langfristige Ziel ist, die Teilgebiete Heuberg Arena, Walmendingerhorn und Ifen zu einem Skigebiet mit 61 Kilometern Piste zu verschmelzen.

Moderner Sessellift in Ischgl

Die Silvretta Arena in Tirol bekommt eine neue Sechser-Sesselbahn mit einer Kapazität von 2 800 Personen pro Stunde, die einen 20 Jahre alten Vierer-Sessellift ersetzt. Frieren sollen Skifahrer auf der Fahrt auf den Palinkopf nicht – es gibt eine Sitzheizung. Kurios dabei: Der alte Lift wird abgebaut und in einem Wintersportort in Skandinavien komplett wieder aufgestellt.

Neue Seilbahn für den Zeller Hausberg

Auf die Schmittenhöhe im Skigebiet Zell am See-Kaprun führt vom Dezember an der neue „areitXpress“, der 50 Prozent mehr Wintersportler als bisher befördern kann.

Die Kabinen bieten laut Betreiber viele Annehmlichkeiten: kostenloses WLAN, Sitzheizung, reichlich Beinfreiheit und ebenerdiges Einsteigen. Die alte Areitbahn wurde nach 30 Dienstjahren ersetzt, die neue Seilbahn fährt auf der alten Trasse.

Modernisierung am Schatzberg

Die Vierer-Gondelbahn auf den Schatzberg in den Kitzbüheler Alpen wurde durch eine Achter-Einseilumlaufbahn ersetzt. Die Förderleistung der neuen Bahn liegt bei 2650 Personen in der Stunde, bisher waren es 1 600.

Spieljochbahn in Fügen erneuert

Die Gondelbahnen I+II im Zillertaler Wintersportort Fügen wurden modernisiert. Außerdem hat eine 5,5 Kilometer lange Winterrodelbahn von der Bergstation bis zur Mittelstation eröffnet. (dpa)

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