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Dienstag, 15.05.2018

Die schönsten Ecken von Trebendorf

Die sollen jetzt touristisch besser vermarktet werden. Denn die Gemeinde am Rande des Tagebaus hat einiges zu bieten.

Von Constanze Knappe

Der Radweg vom Mühlroser Teil Ruhlmühle nach Döschko durchquert eine Furt an einem Nebenarm der Spree, der auch als Auslauf bei Hochwasser dient.
Der Radweg vom Mühlroser Teil Ruhlmühle nach Döschko durchquert eine Furt an einem Nebenarm der Spree, der auch als Auslauf bei Hochwasser dient.

© Joachim Rehle

Trebendorf. Der Radweg von Ruhlmühle (Mühlrose) nach Döschko führt durch eine Furt. „Dass man auf diesem Weg durch Wasser fahren kann“, ist nicht alltäglich, sagt René Mettke. Ein Bild davon nahm er deshalb in seine Präsentation der sehenswerten Besonderheiten der Gemeinde Trebendorf auf. Wie auch die, dass mehrere Soldatengräber und Ehrenmale sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden und damit mehr als deutlich zeigen, dass es in einem Krieg keine Gewinner gibt. Der als Kulturzentrum genutzte Schuster-Hof hat der Domowina-Ortsgruppe Trebendorf „einen regelrechten Schub gegeben“. René Mettke zählt weiter auf: Sportplatz, Freibad und die privat betriebene Freiluft-Modelleisenbahnanlage in Mühlrose, das Wildgehege dort mit dem weißen Damwild oder Sportplatz und Haus der Vereine in Trebendorf. Der Ort ist zudem dendrologisches Dorf. Wobei in der Rhododendronsenke noch Hausaufgaben zu machen sind, etwa was die Beschilderung angeht, so René Mettke.

Mit der Präsentation alles dessen stellte sich die Gemeinde jetzt als jüngstes Mitglied der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Neißeland vor. Für einige Anwesende sei es überraschend gewesen, dass es in der mehr als 150 Jahre mit dem Bergbau lebenden Gemeinde noch anderes gibt als Kohle, Staub und Lärm. Auch deshalb kam die Vorstellung richtig gut an. Kritik gab es lediglich von der Schleifer Vertreterin in der TGG. Dass er die Holzfiguren am Hans-Schuster-Haus und in der Kita Lutki vergessen habe, gefiel ihr nicht. René Mettke nahm es gelassen. „Zum einem war die Zeit begrenzt und zum anderen sollen die Leute ja herkommen und sich das selber anschauen“, entgegnete er.

Die Kritik aus Schleife sei berechtigt gewesen, so Petra Rübesam. Die Gemeinderätin (WV Wir für Trebendorf) war ursprünglich zur Vertreterin von Trebendorf in der TGG bestimmt worden. Im jüngsten Gemeinderat bat sie darum, dieses Amt an René Mettke abgeben zu dürfen. „Die Beratungen finden während der Arbeitszeit statt. Als Schulleiterin fällt es mir schwer, mich dafür auszuplanen“, begründete sie. Der Gemeinderat folgte ihrem Antrag und bestimmte an ihrer Stelle René Mettke für dieses Amt. Er nahm bereits mit einer Vollmacht des Bürgermeisters an der Beratung teil. Seine Präsentation zu all dem, was die Gemeinde Trebendorf touristisch interessant machen könnte, stellte er jetzt im Gemeinderat vor – und erhielt Beifall dafür.

„Es reicht nicht aus, nur Mitglied zu sein, man muss sich auch einbringen“, erklärte er. Denn, so fügte er hinzu, „Tourismus ist immer und immer wieder Arbeit“. Im Januar trat Trebendorf der TGG Neißeland bei – als letzte Gemeinde im nördlichen Kreisgebiet. Der Beschluss dazu bedurfte allerdings etwas längerer Vorbereitungszeit. Nicht wegen des Mitgliedsbeitrags von 231 Euro pro Jahr, sondern vor allem deswegen, weil es angesichts der bergbaubedingten Probleme der Gemeinde am Rande des Tagebaus auch Bedenken gab. Ob es der geeignete Zeitpunkt wäre, zum Beispiel. Fast alle Gemeinderäte befanden, dass Trebendorf dennoch einiges zu bieten habe, was durch eine Mitgliedschaft in der TGG besser und vor allem überregional touristisch vermarktet werden könnte.

Trebendorf ist attraktiv. Daran ließ Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) keinen Zweifel. Nicht zuletzt wegen der neugestalteten grünen Ortsmitte. Das führe auch zu Anfragen nach Bauland. Leider seien der Gemeinde da die Hände gebunden. „Die Baulücken gehören uns nicht“, sagte er.