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Montag, 11.06.2018

Die Liga dezimiert sich selbst

Von Jürgen Schwarz

So kennen ihn die Fans seit Jahren in der Landesklasse: Pierre Nebes vom BSV Sebnitz. Man darf gespannt sein, wo und für wen der 33-Jährige seine Tore in der kommenden Saison erzielen wird. Foto: Dirk Zschiedrich
So kennen ihn die Fans seit Jahren in der Landesklasse: Pierre Nebes vom BSV Sebnitz. Man darf gespannt sein, wo und für wen der 33-Jährige seine Tore in der kommenden Saison erzielen wird. Foto: Dirk Zschiedrich

© Dirk Zschiedrich

Für Spannung vor dem letzten Spieltag in der Fußball-Landesklasse Mitte sorgt der Kampf um die Podestplätze. Der Hainsberger SV verteidigte mit einem 1:1 im Spitzenspiel beim BSV 68 Sebnitz (4.) seinen zweiten Tabellenplatz. Dahinter aber rückten der BSC Freiberg und der FV Blau-Weiß Stahl Freital mit deutlichen Siegen jeweils auf einen Punkt heran. Und auch die Sebnitzer haben mit zwei Zählern Rückstand auf Rang drei noch eine Medaillenchance, auch wenn Freital und Freiberg zum Saison-Halali jeweils auf den Heimvorteil bauen können.

„Wahrscheinlich werden wir in der Endabrechnung nur Tabellenfünfter, aber wir haben das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht, alle Diskussionen um die Zukunft der Mannschaft weggesteckt und uns trotz des feststehenden Rückzugs in die Kreisoberliga bis zum Ende ordentlich präsentiert“, sagte der Sebnitzer Trainer Uwe Rahle nach dem Remis im Waldstadion. Markus Weise hatte das 1:0 für die Hainsberger markiert (49.), Sven Torlee nur sieben Minuten später wieder ausgeglichen. Er verwandelte den von Tony Krampe an Tomas Hurab verwirkten Foulelfmeter sicher. „Das Ergebnis geht so in Ordnung, auch wenn wir die größere Anzahl an klaren Chancen verzeichneten. Stefano Krause, Pierre Nebes und Sven Torlee vergaben ihre Möglichkeiten oder scheiterten an HSV-Torhüter Marcel Lohse, der einige Male klasse pariert hat“, so Rahle. Auf den Gang in die Kreisoberliga verzichtet der erfahrene Coach. Er übernimmt den SV Wesenitztal zur neuen Saison.

Schlusslicht Coswig will auch nicht

Neben dem BSV Sebnitz zieht auch der SV Barkas Frankenberg seine Mannschaft zurück. Das bestätigte Staffelleiter Günter Urban, der am Sonnabend zur Meisterfeier in Mittweida weilte. Tommy Krumbiegel, Abteilungsleiter Fußball beim SV Barkas, erklärt: „Die finanzielle und die sportliche Situation lassen einen Start in dieser Liga einfach nicht zu. Wir hoffen, dass sich ein anderes Team an dem Startplatz in der Landesklasse Mitte erfreuen kann. Wir bedauern diese Entscheidung sehr und hoffen auf ein mildes Urteil des SFV-Sportgerichts.“ Die seit Jahren anhaltende Diskussion um eine Reduzierung der Landesklasse von vier auf drei Staffeln, erhält damit wieder einmal neue Nahrung. Einen sportlichen Absteiger wird es in der Mitte-Staffel diesmal nicht geben, weil zwei Teams freiwillig die 7. Liga verlassen. Allerdings hat auch schon der Tabellenletzte Coswiger FV signalisiert, in der kommenden Saison in der Kreisoberliga Meißen spielen zu wollen. Damit wären vier Plätze im 14er-Feld frei. Aus der Kreisoberliga steigen aber maximal drei Vereine auf. In welcher Form die Landesklasse Mitte komplettiert werden würde, vermag derzeit selbst Staffelleiter Urban „nicht genau zu sagen“.

Im Possendorfer „Poisenblick“ deutete vor der Pause nichts auf den Freitaler 5:1-Kantersieg hin. Die Führung der Gastgeber durch Kapitän René Schmidt (17.), beantworte Tino König in der 29. Minute mit dem Ausgleich. Nach dem Wechsel drehte der Tabellenvierte aber beeindruckend auf. Stahl-Coach Jens Wagner dürfte an alter Wirkungsstätte („Bis zum Anpfiff war es schon ein etwas komisches Gefühl“) seine helle Freude an den Offensivaktionen seiner Freitaler Jungs gehabt haben. Markus Jens Mai (63.), der Liga-Torschützenbeste Eric Zimmermann mit seinem 23. Saisontor (71.) sowie zweimal Maurice Reichel (73., 89.) schraubten das Ergebnis nach oben. „Das Ergebnis war vielleicht zwei Tore zu hoch, aber entschuldigen müssen wir uns dafür nicht“, meinte Wagner. Bereits das Hinspiel hatten die Freitaler mit 4:1 zu ihren Gunsten entschieden.

Eine deutliche Angelegenheit wurde auch die letzte Heimpartie der SG Motor Wilsdruff (9.). Wie schon beim Hinspiel in Weinböhla bejubelte man vier Tore – aber diesmal reichten sie auch zu einem deutlichen 4:0-Erfolg. Beim Hinspiel hatte die TuS einen 1:4-Rückstand noch in ein 5:4 gedreht. Auf dem Trainerstuhl der Wilsdruffer saß diesmal mit Lutz Neumann ein alter Bekannter. Motors Sportchef hatte das Zepter im Vorjahr an Paul Rabe übergeben, der diesmal aber nicht im Parkstadion weilte. „Wir mussten zwar verletzungs- und urlaubsbedingt auf vier Positionen umstellen, aber das merkte man dem Team nicht an. Von Beginn an bestimmte unsere Mannschaft das Geschehen und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. Die Weinböhlaer versuchten, über Konter zum Erfolg zu kommen, was ihnen aber nur selten gelang.“ Yves Morgenstern (53., 62.), Georg Bormann (87.) und Tim Sander (90.) zeichneten für die Tore verantwortlich.