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Samstag, 10.11.2018

Die Lebensräume bauen einen „Kokon“

Der Großvermieter sieht die Stadt Hoyerswerda in einer Metamorphose und will modernen Wohnraum mit besonderer Ausstattung.

Von Uwe Schulz

Fördermittel für neue Wohnungen in Hoyerswerda gibt es nicht. Die LebensRäume-Genossenschaft baut dann eben auch ohne Zuschüsse zwei neue Wohngebäude in der Mannstraße. Der Entwurf zeigt die Seitenansicht. Das andere Haus befindet sich quasi dahinter.
Fördermittel für neue Wohnungen in Hoyerswerda gibt es nicht. Die LebensRäume-Genossenschaft baut dann eben auch ohne Zuschüsse zwei neue Wohngebäude in der Mannstraße. Der Entwurf zeigt die Seitenansicht. Das andere Haus befindet sich quasi dahinter.

© Uwe Schulz

Wenn Axel Fietzek von der Entwicklung der Hoyerswerdaer Neustadt spricht, dann zieht der Vorstandsvorsitzende der LebensRäume-Genossenschaft aktuell gern den Vergleich der Schmetterlinge heran – der wundersame Prozess von der Raupe, die sich im Kokon einspinnt, um dann als farbenfrohe Falter aus ihm zu schlüpfen. Hoyerswerdas Geschichte der letzten Jahrzehnte sei doch genauso – Zuwachs, Verlust, Abriss und jetzt Freiraum zur Neugestaltung. Die LebensRäume meinen das wörtlich, nehmen vier Millionen Euro eigenes und geliehenes Geld in die Hand und wollen in der Heinrich-Mann-Straße zwischen die Wohnanlage Kiefernhaag und die Weinertstraße eine neue Wohnanlage bauen, die „Cocoon living“ heißt. Da, wo vor 14 Jahren eine ganze Häuserzeile abgerissen wurde, entsteht nun neuer Wohnraum. Aber eben anderer, als der Großvermieter sonst in der Stadt zur Verfügung hat. Gleich nebenan wird das von der Arbeiterwohlfahrt in der vergangenen Woche präsentierte Seniorenheim-Projekt umgesetzt. Baubeginn bei den LebensRäumen soll nach dem Winter sein. Und wenn die beiden neuen Genossenschafts-Gebäude mit je neun Wohnungen im Frühsommer 2020 bezogen werden können, dann verfügen die über einige Dinge, die es so in Hoyerswerdaer Mietswohnungen nicht oder kaum gibt. Die mit Fernwärme gespeiste Fußbodenheizung ist dann genauso Standard wie eine Klimatisierung. Jede Wohnung ist per Aufzug erreichbar, hat Bad und Gäste-WC, eine Abstellkammer. Vorgesehen sind großzügige Wohnküchen. Es wird Außenjalousien geben. Und spätestens hier kommt Smart-Home-Technikins Spiel. Steuerung per Smartphone ist möglich, die Wechselsprechanlage wird definitiv mit Videotechnik ausgestattet sein, und auch die Zugangssicherung wird elektronisch erfolgen. Alles andere, so Axel Fietzek, soll leitungstechnisch so vorbereitet sein, dass sich die Mieter hier individuell weitere Lösungen einfallen lassen können. Jeder Wohnung ist auch eine Garage zugeordnet. Darüber hinaus gibt es einige Pkw-Stellplätze und eine extra Fahrradgarage. Die insgesamt vier Erdgeschosswohnungen bekommen einen Mietergarten zugeordnet, die Wohnungen darüber große Balkons. Die beiden Penthouse-Wohnungen in den Obergeschossen verfügen über großzügig bemessene Terrassen. Im Gegenzug verlangt der Vermieter dann Grundnutzungsgebühren von 500 bis 1 000 Euro je Wohnung. Bei den LebensRäumen weiß man, dass man Angebote für viele Geldbeutel im Portfolio haben muss. Dass besonderer Wohnraum in dieser Preislage vermietbar ist, weiß man und hofft dabei auch auf Zuzug von außerhalb. Und man denkt auch schon weiter. Wenn die Mieter wollen, wird man hier vielleicht das Angebot unterbreiten, Elektrofahrräder oder auch Elektroautos zu verleihen.