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Mittwoch, 27.06.2018 Handball – Sachsenliga Männer

Die Erfüllung eines Traumes

Von Dirk Westphal und Harald Grotzke

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Steve Böttger hat sich in seinem vorerst letzten Spiel als aktiver Handballer mit dem Gewinn des Sachsenpokals einen riesigen Wunsch erfüllt. Dem Verein bleibt der gebürtige Thüringer auch in der Zukunft als Sportlicher Leiter erhalten.
Steve Böttger hat sich in seinem vorerst letzten Spiel als aktiver Handballer mit dem Gewinn des Sachsenpokals einen riesigen Wunsch erfüllt. Dem Verein bleibt der gebürtige Thüringer auch in der Zukunft als Sportlicher Leiter erhalten.

© Dirk Westphal

Ihm ist die Freude über den Gewinn des Landespokals deutlich anzusehen: HSG-Kapitän Tobias Rudolph, der zudem bester Torschütze der Neudorf/Döbelner in den Punktspielen war.
Ihm ist die Freude über den Gewinn des Landespokals deutlich anzusehen: HSG-Kapitän Tobias Rudolph, der zudem bester Torschütze der Neudorf/Döbelner in den Punktspielen war.

© Dirk Westphal

Ende gut – alles gut. Im dritten Anlauf haben die Handballer der HSG Neudorf/Döbeln den Sachsenpokal gewonnen und damit eine insgesamt doch recht erfolgreiche Saison veredelt. Obwohl der Kader vor dieser durchgemischt wurde und es einen erneuten Trainerwechsel gab. Doch die vor zwei Jahren ausgebrachte Saat scheint erste Früchte zu tragen. So haben sich nicht nur auswärtige Spieler mit dem Herzen im Verein integriert, sondern erste Eigengewächse klopfen in den Männermannschaften an und besitzen eine echte Perspektive, sich in der Sachsen- oder Verbandsliga sportlich zu entwickeln.

So fällt die Saisonbilanz für die HSG Neudorf/Döbeln (4./21:15) recht gut aus. Es war eine spürbare spielerische Verbesserung erkennbar, die sich auch ergebnismäßig widerspiegelt. Nach zuletzt doch etwas schwächeren Spieljahren sprechen die Erfolge 2017/18 für sich.

Der vierte Rang – punktgleich mit dem Dritten, EHV Aue II (3./21:15) – und besonders der erste Pokalsieg in heimischer Halle nach einem mitreißenden Spiel gegen den für die HSG immer unbequemen Kontrahenten aus Cunewalde, waren der verdiente Lohn für die deutliche Steigerung, die hoffnungsvoll in die kommenden Jahre blicken lässt. Die HSG hat ein klares Konzept und bei konsequenter Umsetzung sind weitere Verbesserungen möglich.

Oberligaabsteiger Zwickauer HC Grubenlampe wurde der ihm zugeschriebenen Favoritenrolle vollauf gerecht. Zur Halbzeit noch punktgleich mit den Auern auf dem zweiten Rang liegend, gelang mit 16:2 Punkten eine perfekte Rückrunde, die am Meistertitel und sofortigem Wiederaufstieg in die Oberliga keinen Zweifel ließ. Einzig der SV Koweg Görlitz (2./26:10) blieb dem Meister in Reichweite, ohne die Zwickauer aber abfangen zu können.

Zwickau und Görlitz boten über die gesamte Saison gesehen spielerisch die stabilsten Leistungen und waren damit der übrigen Konkurrenz die entscheidenden Schritte voraus. Neben den Neudorf/Döbelnern kann auch das Auer Juniorteam eine sehr gute Saisonbilanz ziehen, denn der dritte Platz war von keinem erwartet worden, aber durch deutliche spielerische Verbesserung die logische Folge.

Der LHV Hoyerswerda (5./19:17) legte punktemäßig zwei nahezu identische Spielrunden hin und bewegte sich damit immer im gesicherten Mittelfeld. Spielerisch sind die Lausitzer nicht weit von den beiden vor ihnen platzierten Teams entfernt, aber es mangelte noch ein wenig an der nötigen Konstanz. Recht gut hat die SG HVO Cunewalde/Sohland (6./17:19) abgeschnitten. Nach der Hinrunde noch auf dem vorletzten Platz liegend, konnte dieser mit 11:7 Zählern in der Rückrunde um drei Ränge verbessert werden. Diese Steigerung wies Cunewalde auch im HVS-Pokalendspiel in Döbeln nach, als der Gastgeber in die zweimalige Verlängerung gezwungen wurde.

Die SG Leipzig/Zwenkau (7./14:22) hatte sich bestimmt einen besseren Saisonverlauf vorgestellt. Aber aus verschiedenen Gründen blieb die dafür erforderliche konstant gute Leistung dieses Jahr aus. Sicher auch deshalb, weil die Leipziger Juniorenbundesligaspieler nicht immer wie gewünscht zur Verfügung standen. Die Spielgemeinschaft mit dem SC DHfK Leipzig wurde nach Saisonende aufgelöst. So tritt die Mannschaft nächstes Spieljahr als SG Germania Zwenkau an.

HSG Riesa/Oschatz (8./13:23), HVH Kamenz (9./7:11), (9./12:24) und Aufsteiger SG Kurort Hartha (10./8:28) waren stets in dieser Tabellenregion zu finden. Beim Aufsteiger nicht verwunderlich, bei Riesa/Oschatz und Kamenz dagegen schon. Der HSG und dem HVH war wesentlich mehr zugetraut worden, aber beide Teams konnten das auf dem Spielfeld nicht umsetzen und müssen für sich eine enttäuschende Bilanz ziehen. Der Aufsteiger aus dem Tharandter Wald war frohen Mutes, aber ohne Illusionen in sein erstes Sachsenligajahr gegangen. Am Ende langte es trotz großem Einsatz spielerisch nicht und die Relegationschance gegen Verbandsligist Zwönitzer HSV konnten die Harthaer auch nicht nutzen, was den Abstieg bedeutete.

Die Sachsenliga spielt nächste Saison wieder mit zwölf Mannschaften.

Aus der Oberliga kommt Absteiger HC Glauchau/Meerane hinzu und aus der Verbandsliga die beiden Staffelsieger HSV Dresden und SG LVB Leipzig II sowie der Relegationssieger Zwönitzer HSV.

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