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Montag, 07.05.2018

Die Emotionsbombe geht

Mit Myrthe Schoot verliert der DSC nach sechs Jahren seinen Kapitän. Die Holländerin sucht eine neue Herausforderung.

Von Michaela Widder

So kennt, so schätzt man sie in Dresden. Myrthe Schoot bringt viel Energie aufs Spielfeld.
So kennt, so schätzt man sie in Dresden. Myrthe Schoot bringt viel Energie aufs Spielfeld.

© Robert Michael

Dresden. Es ist ein Abschied, der wehtut. Auf beiden Seiten. Die holländische Volleyball-Nationalspielerin Myrthe Schoot verlässt den Dresdner SC – nach sechs Jahren. „Ja“, sagt sie, „es war eine sehr schwierige Entscheidung. Ich habe in Dresden hart gearbeitet und gelebt – mit Herz und Körper.“ Doch nun sei die Zeit reif für eine neue Herausforderung. Wohin es sie ziehen wird, ist noch offen. „Erst mal wollte ich die Entscheidung mit Dresden treffen, nun kommt der nächste Schritt.“

Es ist schon außergewöhnlich, dass eine Profispielerin, die dazu aus dem Ausland kommt, einem Verein so lang die Treue hält. Viele zieht es nach eins, zwei Jahren weiter. Auch Schoot hätte nicht damit gerechnet, sechs Jahre für den Klub aufzulaufen, zu dem sie 2012 als Ersatz für die verletzte Anne Matthes gewechselt war. Ursprünglich wurde sie als Außenangreiferin verpflichtet, aber schon mit der Perspektive mittelfristig die Liberoposition von DSC-Urgestein Kerstin Tzscherlich zu übernehmen. Große Fußstapfen, in die sie mit der Zeit allmählich hineinwuchs.

Schoots ganz großes Pfund sind ihre Emotionen, die sie wie fast keine andere Spielerin aufs Feld bringt. Einen Punkt, den man als Libero gewöhnlich nicht selbst macht, kann sie feiern, dass es den Gegner schon mal nerven kann. Sie reißt ihr Team mit, findet mit ihrem holländischen Akzent oftmals die richtigen Worte. Seit 2014 war sie auch Kapitän. „Myrthe hat großen Anteil daran, dass sich der DSC in den vergangenen Jahren zum erfolgreichsten deutschen Verein entwickelt hat“, sagt Trainer Alexander Waibl. Zusammen gewannen sie drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege, zuletzt im März.

Dresden ist für die 29-Jährige ein zweites Zuhause geworden. Trotzdem – oder gerade deshalb – meint sie: „Ich muss mal raus aus der Komfortzone. Ich habe 2020 eine Olympiamedaille als großes Ziel. Dafür brauche ich einen neuen Impuls.“ Zurzeit bereitet sich Schoot mit der Nationalmannschaft im holländischen Trainingszentrum in Papendal auf den Sommer vor, am Freitag fliegt sie zum Start der Nations League nach Russland. In den kommenden Wochen soll die Entscheidung für einen neuen Klub fallen. „Klar, auf meiner Position ist es schwieriger, einen guten Vertrag zu bekommen als für einen Angreifer“, weiß sie.

Der DSC ist momentan auf der Suche nach einer Nachfolgerin. Das Dresdner Talent Michelle Petter (21), mit der der Klub vermutlich verlängern wird, kann die Lücke keinesfalls schon schließen.

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