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Montag, 27.08.2018

Die „Dörfer“ halten zusammen – das hält den Nachwuchsfußball am Leben

Zeißigs Lukas Kockrick (in Grün) entwischt dem Königswarthaer Gegenspieler. Am Ende hatte die SpG ZBLW alles richtig gemacht: 2:1!Foto: W. Müller
Zeißigs Lukas Kockrick (in Grün) entwischt dem Königswarthaer Gegenspieler. Am Ende hatte die SpG ZBLW alles richtig gemacht: 2:1!Foto: W. Müller

© Werner Müller

SpG Königswarthaer SV / Neschwitz 1  (1)

SpG Zeißig/Bergen/Lohsa-Weißkollm2  (1)

In der neuen 14er-Staffel (statt zweier Staffeln wie im Vorjahr) will die „Altkreis-Auswahl“ Zeißig/Bergen/Lohsa-Weißkollm eine bessere Rolle als 2017/ 2018 in der damaligen Staffel 2 spielen (Platz 4). Der Auftakt gelang! „Wir haben vieles richtiggemacht, aber es sind noch Baustellen zu beheben. Normal, da die Mannschaft jetzt erst zwei Wochen zusammen trainiert“, befand Trainer Patrick „Paddel“ Nikielewski. (WM)

Tore: 1:0 Lorenz Nath (Eigentor 26.); 1:1 Paul Noack (35.); 1:2 Pascal Schubert (87.)

SpG ZBLW: Pascal Paulick, Felix Scholze, Hossain Akbari (57. Domenik Peters), Paul Noack, Robin Wierick (70. Johannes Wehlan), Nick Nusa (70. Pascal Schubert), Kevin Tirok, Danny Tim Hantschke, Lorenz Nath, Lukas Kockrick, Paul Börner (45. Steve Titze)

Wir sprachen mit Frank Schmaler, Präsident des SV Zeißig, zur Spielgemeinschaft mit Bergen (und Lohsa/Weißkollm):

Herr Schmaler – warum gibt es eine Nachwuchsspielgemeinschaft mit Bergen und Lohsa/Weißkollm?

Die kleinen Vereine sind nicht mehr in der Lage, eigene Mannschaften in allen Altersklassen im Nachwuchs zu bilden. Da führte kein Weg mehr an Spielgemeinschaften vorbei.

Die Frage zielte eigentlich in eine etwas andere Richtung. Zeißig und Bergen zelebrieren sich ja im Männerbereich als die Teams mit der größten Rivalität im Kreis – und jetzt dieser SpG-Schritt direkt unterhalb der Männer-Ebene?

Ganz einfach: Wir konnten hier gute Erfahrung machen in der Zusammenarbeit mit dem LSV Bergen und der SpVgg Lohsa/Weißkollm. Seit kurzem sind auch Spieler der DJK Blau-Weiß Wittichenau mit dabei, da Wittichenau keine eigene A-Jugend mehr hat.

Wie wird es dann im Männerbereich gehandhabt? Gibt es Vereinbarungen, dass dann zwingend für eine gewisse Zeit beim eigentlichen „Mutter“-Verein gespielt wird oder hat der höherklassig spielende Verein, in diesem Falle Zeißig, ein vorrangiges „Zugriffsrecht“?

Neun Spieler aus Wittichenau spielen mit Zweitspielrecht in Zeißig. Die bereits 18-Jährigen spielen dabei zur Verstärkung der 1. und 2. Mannschaft in Wittichenau. Generell ist vereinbart, dass die Kinder und Jugendlichen im gesamten Nachwuchsbereich in Spielgemeinschaften spielen, aber dann als Erwachsene wieder in ihren Heimatverein zurückgehen, um dort den Männerbereich zu verstärken. Bei Einzelfällen gibt es da aber auch konkrete Absprachen der Vereine der Spielgemeinschaft, auch langfristig die Zusammenarbeit zu üben und den Austausch von Spielern mit Zweitspielrecht zu praktizieren. Die vereinbarte Zusammenarbeit in Spielgemeinschaften hat keine zeitliche Begrenzung und sichert so die langfristige gewinnbringende Zusammenarbeit der Spielgemeinschaften.

Apropos „langfristig“: Gab es nicht einmal in Sachen Spielgemeinschaften andere, näherliegendere Konstellationen mit Vereinen aus Hoyerswerda; der Stadt, zu der ja Zeißig gehört?

Früher gab es Spielgemeinschaften mit dem HSV 1919 und FC Lausitz, dem heutigen Hoyerswerdaer FC. Doch mit Bildung des HFC haben die uns einfach fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, obwohl wir vorher bemüht waren, die Spielgemeinschaften mit dem HSV 1919 und dem FC Lausitz fruchtbar zu gestalten. Da hat uns der Vorstand des HFC so richtig das Messer in den Rücken gerammt. Diese Spielgemeinschaften wurden beendet und sie wird es vorläufig nicht mehr geben. Ich bin nicht bereit, so lange es diesen Vorstand mit Herrn Ziemann an der Spitze beim HFC gibt, über Spielgemeinschaften mit dem HFC überhaupt nachzudenken, denn wir wurden arg ge- und enttäuscht. Mit Bergen und Lohsa passiert so etwas nicht. Wir können uns immer in die Augen schauen.

Fragen: Werner Müller

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