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Samstag, 12.05.2018

DGB fordert höheren Mindestlohn

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Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann drängt auf einen höheren Mindestlohn.
Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann drängt auf einen höheren Mindestlohn.

© dpa/Nicolas Armer

Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verlangt eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. Bei der nächsten Sitzung der von der Regierung eingesetzten Mindestlohnkommission im Juni wollten sich die Gewerkschaften für eine spürbare Erhöhung des Mindestlohns stark machen, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag).

„Wir sehen das als ersten Schritt, um zu einem existenzsichernden Mindestlohn zu kommen“, betonte Hoffmann, der sich auf dem am Sonntag beginnenden DGB-Kongress in Berlin zur Wiederwahl als Vorsitzender stellt. Bisherige Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gehen von einer Erhöhung von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro im kommenden Jahr aus.

Die Mindestvergütung solle sich laut Gesetz an den jeweils letzten Tariferhöhungen orientieren, aber auch an der allgemeinen Wirtschaftslage, erläuterte Hoffmann. Die sei extrem gut. „Also muss es auch einen ordentlichen Zuschlag geben“, forderte der DGB-Chef.

Nach Berechnungen der Bundesregierung müsste der Mindestlohn deutlich höher als heute liegen, um im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu gewährleisten. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Linksfraktion hervor, die der „Rheinischen Post“ (Samstag) vorliegt. Demnach müsste der Mindestlohn 12,63 Euro betragen. Die Betrachtung vernachlässige aber die zusätzliche Altersvorsorge, mit der eine deutlich höhere Gesamtversorgung erzielt werden könne, so das Ressort weiter.

Die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Susanne Ferschl, sagte: „Wir haben es heute schwarz auf weiß, dass die Höhe des Mindestlohns schon bei Einführung zu niedrig war.“ Der gesetzliche Mindestlohn sei ein Armutslohn und mache Menschen zu Sozialfällen. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 19 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Joachim Herrmann

    Sächsischer Zahlenspiegel 12.04.2018- sieht man sich diesen an, so sind diese ganzen Aufschreie Schimären! Denn neben dem Mindestlohn gibt es vielfältige Unzulänglichkeiten zu beachten, die die Rente zur "Qual" für Betroffene machen. Erinnert sei an Mini-, Midilöhne, an Arbeitsverträge von 20, 30, 35 Stunden, an Drehtüreffekte, an unbezahlte Mehrarbeit und, und, und! Dazu die (Ab-) Qualifizierung von Arbeit in unterschiedlichen Ländern und im Unterschied zwischen Ost und West. An unterschiedlichste Tarifverträge- wie z. B. in den Sozialverbänden (der Kirchen!). oder gar keine (Amazon). Und, was heißt schon knapp über dem "Grundeinkommen"- damit wird immer noch die Altersarmut zugedeckt- von Alleinerziehenden nicht zu sprechen. Und, das Drei- Säulen- Modell können sich auch nur die "Besserverdienenden" leisten. Schaut man sich all die Zahlen an, so muss die Einkommensstruktur in allen Bereichen auf den Prüfstand und endlich die überbordende Ungerechtigkeit kassiert werden. Aber....?!!

  2. scharfesschwert

    Der DGB ist ein kranker Verein.Die leben auf ihrem eigenen Planeten. Das einzige was die interessiert sind ihre Tariflöhne und der Mindestlohn. Ich weiß nicht.Entweder man ignoriert alles und ist mit dem zufrieden ,was man hat oder man explodiert vor Wut. Ich muß mich immer wieder wiederholen.Es kümmert sich niemand um die Beschäftigten ,die keinen Tariflohn beziehen. Es gibt ein Gesetz für Mindestlohn.Es profitieren viele mit geringer Schulbildung . Es muß doch aber auch eine automatische Anpassung von nicht Tariflöhnen geben. Und um die Rentenkasse mal aufzufüllen sollten die Beamten mal einzahlen oder die Beamten sollten mal abgeschafft werden.Wir sind doch nicht mehr bei Kaiser Wilhelm.Aber welcher Beamter schafft sich schon selbst ab.

  3. MajorKong

    @2: Die Rentenkasse wird nicht nur aus Rentenversicherungsbeiträgen finanziert sondern auch aus Steuermitteln. Da Beamte Steuern zahlen, finanzieren sie bereits jetzt die Renten mit.

  4. MajorKong

    @1: "muss die Einkommensstruktur in allen Bereichen auf den Prüfstand": Wer soll denn Ihrer Auffassung nach "prüfen"? Etwa der Staat? Der mischt sich doch schon genug in Dinge ein, die ihn nichts angehen. Wie prima eine staatlich festgelegte "Einkommensstruktur" funktioniert, hat man doch am Beispiel der DDR ausgiebig bewundern können. Wer meint, dass er Zuwenig verdient, muss sich halt einen Job suchen, in dem er mehr verdient.

  5. Tschle

    Mit einem höheren Mindestlohn muss man sich nicht über größere Anzahlen an Dauerarbeitslosen wundern. Klar steigt mit dem Mindestpreis der Mindestqualitätsanspruch. Das ist solange in Ordnung, solange nicht gleich Harz4 erhöht wird und den Anreiz zur Arbeit gleich wieder zunichte macht. Politik macht sich halt immer einfach wenn andere sie bezahlen müssen.

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