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Freitag, 28.09.2018

Derby der Enttäuschten

Von Jürgen Schwarz & Thomas Riemer

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Ein umstrittener Elfmeter nach dieser Situation entschied im März das Derby zwischen Stahl Riesa und dem Großenhainer FV. Nicht nur deshalb werden die beiden Trainer Thomas Kupper (li.) und Daniel Küttner am Sonnabend sehr genau hinschauen. Zuletzt mussten beide Teams Federn lassen. Fotos: Archiv/R. Belitz/M. Kost)
Ein umstrittener Elfmeter nach dieser Situation entschied im März das Derby zwischen Stahl Riesa und dem Großenhainer FV. Nicht nur deshalb werden die beiden Trainer Thomas Kupper (li.) und Daniel Küttner am Sonnabend sehr genau hinschauen. Zuletzt mussten beide Teams Federn lassen. Fotos: Archiv/R. Belitz/M. Kost)

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

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Den 4. Spieltag der Fußball-Landesliga vor einer Woche könnte man getrost streichen – zumindest aus Großenhainer und Riesaer Sicht. Während der GFV nach einer schwachen Vorstellung in Markranstädt die erste Niederlage kassierte (0:1), verspielte die BSG Stahl zu Hause gegen Kickers Markkleeberg eine 2:0-Führung innerhalb der letzten 16 Minuten (2:4). Ohne einen einzigen Punkt auf dem Konto, zieren die Riesaer das Ende des 16er Feldes. Am Samstag reist das Schlusslicht zum Tabellenfünften auf die Großenhainer Jahnkampfbahn. Um 15 Uhr wird Schiedsrichter Mirko Eckart aus Döbeln das Derby freigeben. Die Stadiontore werden bereits um 13.30 Uhr geöffnet.

In der Vorsaison gewannen die Riesaer beide Duelle (3:2, 2:1). Diesmal geht Stahl allerdings „als klarer Außenseiter ins Spiel“, sagt Daniel Küttner. Der Stahl-Coach fand nach der vierten Niederlage in Folge deutliche Worte: „Es ist momentan viel zu leicht, gegen uns Tore zu schießen. Die Kondition ist okay, aber Konzentration und Körpersprache ließen gegen Markkleeberg aus unerklärlichen Gründen plötzlich nach, da gab es in dieser Woche viel Gesprächsbedarf.“

Beim GFV musste Trainer Thomas Kupper in dieser Woche erst einmal durchzählen. In Markranstädt fehlte ihm ein halbes Dutzend Spieler (Witschel, Brunzel, Lotzmann, Kleber, Reichl, Krüger), zudem verletzten sich Marcel Fricke und Thomas Löffler sehr schwer. „Marcel hat leider einen Kreuzbandriss erlitten, Thomas einen Muskelbündelriss. Beide Jungs fallen lange aus“, berichtet Geschäftsführer Alexander Gleis. „Auch Clemens Krüger fehlt ja noch längere Zeit, bei den anderen Spielern wird man sehen, wer zur Verfügung steht.“ Gleis gibt sich dennoch optimistisch: „Wir haben einen guten Kader und alle wollen möglichst immer spielen. Jetzt können sich die Spieler beweisen, die bisher noch nicht so zum Zug gekommen sind.“

Wie der Großenhainer FV mitteilt, wird es am Spieltag an der Jahnkampfbahn aufgrund des Oktoberfestes nur wenige freie Parkplätze geben. Genutzt werden sollen „ABEX“ (ehemals Penny), Raiffeisenbank (Meißner Straße) sowie der „Zirkusplatz“ Aue und die Pollmerallee (Mücke). Aufgrund verstärkter Einlasskontrollen vor dem Derby kann es zu einigen kleinen Verzögerungen am Eingang kommen. Die Maßnahmen haben einen guten Grund. Beim letzten Derby im Frühjahr in Riesa war es zu Zündeleien in beiden Fanlagern gekommen, so dass das Spiel sogar kurzzeitig unterbrochen werden musste. Der GFV machte jetzt unmissverständlich klar, „dass wir aufgrund der vergangenen Ereignisse das Mitführen und Abbrennen von jeglicher Art von Pyrotechnik verurteilen und auch auf unserem Sportplatzgelände der Jahnkampfbahn strengstens untersagen“. Zu den Derbys der vergangenen Saison kamen jeweils rund 750 Zuschauer.

Die Radebeuler bauen eine Woche nach ihrem ersten Saisonsieg (3:0 gegen Niesky) am Samstag erneut auf das Heimrecht im Weinbergstadion. Zu Gast beim Tabellenzwölften ist ab 15 Uhr der BSC Rapid Chemnitz (8.). Die Gäste überraschten am letzten Sonntag mit einem 2:1-Heimerfolg über Oberliga-Absteiger SV Einheit Kamenz. „Das ist schon ein dickes Ausrufezeichen“, anerkannte RBC-Coach Matthias Müller, dessen Mannschaft in Kamenz vor zwei Wochen „chancenlos war“ (1:4). Allerdings fehlten den Karl-May-Städtern in der Lessingstadt auch etliche Leistungsträger.

„Personell sah es gegen Niesky dann schon viel besser aus, daher konnte ich die Startelf auf fünf Positionen verändern“, blickt „Lotte“ Müller zurück. Lediglich Abwehr-Routinier Armand Deugoue fehlte zwangsläufig aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre und dürfte diesmal wieder von Beginn an auflaufen. „Ich hatte ja gefordert, dass wir aus den beiden Heimpartien sechs Zähler holen, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht den Anschluss zum Mittelfeld zu verlieren. Fünfzig Prozent haben wir geschafft, nun gilt es, auch gegen die Chemnitzer mit höchster Konzentration und taktischer Klasse erfolgreich zu bestehen“, sagt Müller.

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