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Freitag, 08.06.2018 Laufen

Der Virus Marathon

Der Leisniger Ronny Naumann hat die 42,195 Kilometer zum ersten Mal bewältigt. Fortsetzung nicht ausgeschlossen, sagt er.

Von Frank Korn

Geschafft. Ronny Naumann hat beim Rennsteiglauf zum ersten Mal einen Marathon bewältigt. Von seiner Frau Annett, die ebenfalls den Marathon gelaufen war, gab es nach der Ankunft im Ziel Glückwünsche.
Geschafft. Ronny Naumann hat beim Rennsteiglauf zum ersten Mal einen Marathon bewältigt. Von seiner Frau Annett, die ebenfalls den Marathon gelaufen war, gab es nach der Ankunft im Ziel Glückwünsche.

© privat

Leisnig. Geschafft, aber glücklich sitzt Ronny Naumann von der Rad- und Laufsportgruppe (RLSG) Leisnig im Zielbereich. Er hat soeben seinen ersten Marathon bewältigt. Dass er die Distanz über 42,195 Kilometer beim Rennsteiglauf unter die Füße genommen hat, sei eher Zufall gewesen, sagt Naumann. „Irgendwann wollte ich meiner Frau nacheifern. Im Winter saß ich eines Abends am Rechner und habe aus dem Bauch heraus entschieden, dass ich beim Rennsteiglauf auf der Marathondistanz starte“, sagt der 43-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau Annett und deren Bruder Dirk von Anfang an den Leisniger Burglauf organisiert.

Nach dem großen Abenteuer habe er gestaunt, wie gut alles gelaufen sei, sagt Ronny Naumann. „Zusammen mit Annett stand ich am Start in Neuhaus. Das Rennsteiglied, gesungen mit etwa 3000 anderen Startern, brachte noch einmal zusätzliches Adrenalin in meinen eh schon aufgewühlten Körper“, beschreibt der Leisniger seine Gefühle. Nicht zu schnell loslaufen, damit auf den letzten Kilometern auch die Kraft noch reicht, hatte er sich vorgenommen. Nach 2:08 Stunden hatte er die Hälfte geschafft. „Die Beine fühlten sich noch gut an und der Kopf war frei“, so Naumann. In der zweiten Hälfte des Rennens wurde die Strecke jetzt doch etwas „bergiger“ und es lief doch nicht mehr ganz so flott. „Nach 3:54 Stunden war ich bei Kilometer 33,3 angekommen. An dieser Station konnte man aus dem Rennen noch offiziell aussteigen, es saßen auch einige Starter im Schatten mit den Rettungsdecken über den Schultern. Oh je, dachte ich, so willst du nicht enden.“ Doch es lief weiter gut. Zwei Kilometer vor dem Ziel wartete Annett, die ihren Lauf als Vierte ihrer Altersklasse in 3:54:24 Stunden beendet hatte, und feuerte ihren Mann an. „Du siehst noch gut aus“, sagte sie. Nach 4:53:49 Stunden erreichte Ronny Naumann das Ziel. „Mein erster Marathon, unglaublich“, waren seine Gedanken.

Erst seit 2014 betreibt Ronny Naumann das Laufen richtig ambitioniert. Vorher sei er auch schon bei kleinen Wettkämpfen gestartet, aber eher sporadisch und ohne zielgerichtetes Training. Im vergangenen Jahr nahm er zum ersten Mal am Rennsteiglauf teil, jedoch war die Halbmarathonstrecke nicht nach seinem Geschmack. „Zu viele Starter, zuviel Gedränge“, sagt er. Die Vorbereitung auf den Marathon lief seit dem Winter. Zunächst im Fitnessstudio, um eine gewisse Stabilität zu erlangen. Irgendwann ging es nach draußen, und das drei- bis viermal in der Woche. „Drei Strecken von zwölf bis 15, eine im Bereich 18 bis 25 Kilometern Länge habe ich wöchentlich absolviert“, so Naumann, der sich dabei nicht als Trainingsweltmeister bezeichnet. Hinzu kamen diverse Wettkämpfe wie die Halbmarathons Wurzen - Grimma und an der Oberelbe. Die Zeit fürs Training war manchmal knapp. Immerhin engagiert er sich als Schatzmeister im Sportverein sowie im Gewerbeverein und als Stadtrat.

Stadt- beziehungsweise Straßenläufe sind nicht unbedingt sein Fall. „Uns zieht es eher in die Natur“, sagt Ronny Naumann. Beim Sachsentrail, mit Start und Ziel am Sportpark Rabenberg, habe er schon zweimal die Strecke über 34 Kilometer bewältigt. „Deswegen war ich mir sicher, auch den Marathon zu schaffen“, so Naumann. Und er könne sich durchaus vorstellen, dass dies nicht der letzte für ihn gewesen sei. Jetzt steht aber erst mal der Zugspitztrail an, bei dem er 39,4 und Annett 101,9 Kilometer in Angriff nehmen.

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