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Montag, 10.09.2018

Der spannende Weg ins Play-off-Heimspiel

Das hat es drei Jahre nicht gegeben: Die Monarchs knöpfen Braunschweig einen Punkt ab. Der reicht fürs Zwischenziel.

Von Alexander Hiller

Die Footballer der Dresden Monarchs haben es geschafft: Sie dürfen ein weiteres Mal ins Steyer-Stadion einlaufen. Mit dem Remis in Braunschweig verteidigten sie Rang zwei in der Nordstaffel und sicherten damit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale.
Die Footballer der Dresden Monarchs haben es geschafft: Sie dürfen ein weiteres Mal ins Steyer-Stadion einlaufen. Mit dem Remis in Braunschweig verteidigten sie Rang zwei in der Nordstaffel und sicherten damit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale.

© Robert Michael

Was für eine Dramatik: Die punktgleichen Spitzenteams der New Yorker Lions aus Braunschweig und den Dresden Monarchs treffen am letzten Spieltag der Normalrunde in der German Football League (GFL) im direkten Duell aufeinander.

Und die beiden Teams liefern sich bis zur letzten Sekunde einen hochdramatischen Schlagabtausch. Denn jede Mannschaft weiß: Der Verlierer dieser Partie rutscht in der Tabelle auf Rang drei der Nordstaffel ab und würde damit das Heimspielrecht im Play-off-Viertelfinale verlieren. Doch an diesem Sonntagnachmittag gibt es keinen Verlierer. Braunschweig und Dresden trennen sich nach 48 Spielminuten 28:28 (21:14). Unentschieden gibt es sehr selten im American Football. Das heißt, in der Tabelle bleibt alles so wie vor dem letzten Spieltag. Braunschweig gewinnt vor den punktgleichen Sachsen (jeweils 23:5) die letztlich bedeutungslose Nord-Meisterschaft der zweigleisigen GFL, die Berlin Rebels landen mit einem Zähler Rückstand auf Rang drei.

Den hätten nach einer starken Vorstellung um ein Haar die Monarchs eingenommen. Vor 4 500 Zuschauern im Eintracht-Stadion wühlen sich die Hausherren mit dem letzten Angriff bis kurz vor die Endzone. Weil die dichtgestaffelte Abwehr der Monarchs keinen Ballträger durchließ und den Favoriten zu einem vierten Versuch via Fieldgoal zwang, halten die Zuschauer 19 Sekunden vor Schluss den Atem an. Trifft Lions-Kicker Tobias Göbel bei seinem Fieldgoal-Versuch aus 15 Yards Entfernung zwischen die beiden Torstangen, gewinnt Braunschweig mit 31:28, die Zeit für eine Antwort wäre zu knapp gewesen. Doch Göbel bleibt mit seinem Schuss an den Armen des herausstürzenden Vincent Kanig hängen. Ebenfalls ein äußerst seltener Vorgang. Unbändiger Jubel bei den Gästen, die die Uhr ohne weiteren Versuch eines eigenen Angriffs herunterlaufen lassen.

Zuvor hatte Dresdens Kicker Florian Finke fünf Minuten vor Schluss beim Stand von 28:28 ein Fieldgoal aus gut 30 Metern knapp neben die Torstangen gesetzt und damit alle Vorteile wieder in die Hände der Lions gespült. „Nach dem Halbzeitrückstand ist das Remis für uns fast wie ein Sieg. Uns hat natürlich geholfen, dass unsere Defense im zweiten Durchgang eine bärenstarke Leistung abgeliefert und Braunschweig kaum etwas gestattet hat“, sagt Assistenztrainer Thomas Stantke.

Die Elbestädter, deren letzter Sieg gegen den elffachen deutschen Meister und amtierenden Europapokalsieger drei Jahre zurückliegt, ärgern sich vielleicht gar nicht so sehr, dass der durchaus mögliche Auswärtssieg am Ende nicht gelang.

Denn einerseits hat das Team von Trainer Ulrich Däuber nun im Play-off-Viertelfinale, wie angepeilt, Heimrecht. Am 22. September, 15 Uhr, empfangen die Dresdner im Heinz-Steyer-Stadion den Drittplatzierten der Südstaffel – die Allgäu Comets aus Kempten. Und andererseits hätten sie als Nordmeister und vermeintlicher Viertelfinalsieger im Halbfinale den Sieger der Partie Frankfurt gegen Braunschweig zu Gast gehabt. Zwei äußerst schwere Kaliber. Das wäre, ein Sieg gegen die Allgäu Comets vorausgesetzt, auch der amtierenden deutsche Meister Schwäbisch Hall als Südmeister in einem möglichen Halbfinale. Doch Ulrich Däuber hat lange bei dem Klub aus Baden-Württemberg gearbeitet, kennt den Titelverteidiger aus dem Effeff.