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Freitag, 09.11.2018

Der prämierte Tisch

Von Ina Förster

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Der Konstrukteur des faltbaren Servicetisches ist 22 Jahre jung. Alexander Borrmann aus Oberlichtenau absolvierte im Unternehmen ein duales Studium. Das hat sich ausgezahlt – für beide Seiten. KEK hat die Wurzeln in Spanien und gehört zu einem Schweizer Konzern.
Der Konstrukteur des faltbaren Servicetisches ist 22 Jahre jung. Alexander Borrmann aus Oberlichtenau absolvierte im Unternehmen ein duales Studium. Das hat sich ausgezahlt – für beide Seiten. KEK hat die Wurzeln in Spanien und gehört zu einem Schweizer Konzern.

© Photo: Matthias Schumann

Vier Leute – ein Team in Sachen preisgekröntes Tischchen: Konstrukteur Alexander Borrmann, Fertigungsmeister Rick Stelzner, Vertriebsleiter Dr. Mathias Schirmer und Vertriebsmitarbeiter Uwe Koal (v.r.).Fotos:Matthias Schumann
Vier Leute – ein Team in Sachen preisgekröntes Tischchen: Konstrukteur Alexander Borrmann, Fertigungsmeister Rick Stelzner, Vertriebsleiter Dr. Mathias Schirmer und Vertriebsmitarbeiter Uwe Koal (v.r.). Fotos: Matthias Schumann

© Photo: Matthias Schumann

Eine kleine Sensation ist dieser Tisch. Auch wenn man es ihm nicht ansieht. Laien jedenfalls würden wahrscheinlich ratlos vor dem schmucklosen Edelstahl-Objekt der Begierde stehen bleiben. Doch der faltbare Inspektionswagen – entworfen und produziert in der KEK GmbH aus Laußnitz – hat es in sich. Das fanden die Besucher und Aussteller der Cleanzone-Messe in Frankfurt kürzlich auch. Und verhalfen ihm durch ihre Stimme sogar zu einem begehrten Award. „Wir sind selber noch total überrascht, dass wir diesen tollen Preis mit nach Hause nehmen durften“, so Dr. Mathias Schirmer, Vertriebschef der KEK Laußnitz. „Als der Gewinner verkündet wurde, hatten wir mit allem gerechnet – nur nicht damit.“

Immerhin setzte man sich gegen vier weitere nominierte Unternehmen aus der Türkei, Deutschland, Österreich und den USA durch. Zum siebenten Mal hatte die Reinraum Akademie 2018 den Preis ausgelobt. Er würdigt die Ideen zu Innovation, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der Reinraumtechnik. Die 3 000 Euro Preisgeld werden da allerdings fast zur schönen Nebensache. Ruhm und Ehre zählen da mehr in der Branche. Wer diesen Award bekommt, hat erfahrungsgemäß genügend PR als Begleitmusik zu erwarten.

Auch knapp zwei Wochen später strahlt die Begeisterung über den Cleanzone Award auf die Atmosphäre in der Firma aus. Der klappbare Servicetisch hat Potenzial und braucht nun eine wirksame Marketingstrategie. Erste Nachfragen sind bereits eingetroffen. Ein Tisch wurde sofort auf der Messe verkauft. „Die Jury waren die Aussteller und die Besucher selbst. Der Preis stellt somit eine direkte Rückkopplung des Marktes dar“, so Projektleiter Uwe Koal. Was die Jury wohl am meisten überzeugte, war die schnörkellose Präsentation des Tisches. „Aber auch das Objekt ist so simpel, dass es schon wieder genial ist“, schwärmt Schirmer. Was aber begeistert die Fachwelt so sehr an diesem Edelstahl-Möbel? „Die Klappbarkeit steht an erster Stelle und dass er äußerst platzsparend ist. Außerdem kann ihn eine einzelne Person spielend leicht allein tragen.“ Wichtige Kriterien in der Reinraumbranche.

Fast keine Azubi-Sorgen

Die KEK GmbH mit Sitz in Laußnitz wurde im Oktober 1991 unter dem Namen Königsbrücker Edelstahl- und Küchentechnik GmbH gegründet. Auf einer Fläche von 6 000 Quadratmetern und mit aktuell 132 Mitarbeitern in der Produktion und Verwaltung erfolgt die Fertigung von Edelstahl-Möbeln für die Bereiche Gastronomie- und Verpflegungstechnik, Pantry- und Gewerbeküchen, Labor-, Medizin- sowie Reinraumtechnik, Betriebsausstattung sowie Ausrüstungen für Luxus-Yachten. Der Jahresumsatz liegt bei neun Millionen Euro. Gearbeitet wird in zwei Schichten. Nachwuchs ist fast kein Problem. Das ist durchaus selten. „Wir tun auch einiges, um Auszubildende zu bekommen und zu behalten“, bringt es Personalchefin Sylvia Kühne auf den Punkt.

Im Schauraum des Unternehmens stehen Seziertische, Einrichtung für Großküchen, Laborstrecken. Eine Outdoor-Möbel-Linie ist in Entwicklung. Auch für die Hersteller großer Yachten liefert man Einzelanfertigungen. „Unser Edelstahl ist auf den Schiffen einiger Millionäre zu finden. Und jeden zweiten Seziertisch im Tatort haben wir geliefert“, freut sich Dr. Mathias Schirmer über die Aufträge. Dass man nun mehr und mehr den Markt in der Reinraumausstattung erobert, ist so etwas wie das Sahnehäubchen. Die Produkte aus Laußnitz erfüllen die Anforderungen an optimale Pflege- und Reinigungsmöglichkeiten. Bei der Herstellung ist eine hygienisch ausgefeilte Konstruktion, verbunden mit einer sehr fein verarbeiteten Oberfläche des Edelstahls Grundlage. Bisher standen Transportwagen, Materialschleusen, Mikroskoptische, Gestelle, Arbeitsplatten und Zubehör für Möbel im Katalog. Nun kommt der preisgekrönte Falttisch dazu. „Bereits kurz nachdem wir den Award in den Händen hielten, wurden wir von den Firmen ganz anders wahrgenommen. Das Interesse an uns stieg“, so Schirmer. Ein Eintrittspreis, um vielleicht ganz oben mitzumischen? Auf der Cleanzone 2018 wurde jedenfalls einmal mehr klar, wohin die Reise in der Branche geht. Die Messe erreichte auf Besucherseite einen Internationalitätsanteil von über 38 Prozent. Erstmals reisten Interessenten aus Korea, Japan und Indonesien an. Insgesamt stellten 78 Unternehmen aus zehn Ländern ihre Innovationen aus. Die Cleanzone ist das Innovationsforum der Branche. In Laußnitz macht sich das Team aus Konstrukteuren, Producern und Vertrieb jetzt an die Arbeit. Der Name KEK ist über Nacht in Reinraum-Kreisen salonfähig geworden. „Diesen Schwung müssen wir mitnehmen“, weiß Dr. Mathias Schirmer.