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Freitag, 10.08.2018

Der Margon-Vater ist mit 102 Jahren gestorben

Artur Kunz hat den Betrieb in Burkhardswalde über Jahre als Eigentümer und Leiter geprägt. Eine Situation trieb ihn bis fast zuletzt um.

Von Heike Sabel

Artur Kunz, ehemaliger Leiter von Margon, ist gestorben.
Artur Kunz, ehemaliger Leiter von Margon, ist gestorben.

© Frank Baldauf

Müglitztal. Das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern. Das sagte Artur Kunz mit 95. Sein Leben währte noch sieben Jahre länger. Jetzt ist der Burkhardswalder Margon-Alteigentümer im Alter von 102 Jahren in Hannover gestorben. Beerdigt wird er am Montag in Weesenstein.

Kunz leitete Margon von 1945 bis zu seiner Rente 1981. Er prägte den Betrieb als Eigentümer und Betriebsleiter. Er blickte ohne Groll zurück, obwohl er durchaus Grund dazu gehabt hätte. Groll auf andere und auch auf sich. 1972 zum Beispiel. Damals wurde sein Betrieb volkseigen. Dass er sich dafür noch bedankte und gelobte, künftig noch mehr zu tun, trieb ihn bis zuletzt um. „Ich heuchelte, um mein geliebtes Kind Margon nicht ganz zu verlieren“, sagte er. Verzeihen konnte er sich das nur schwer. Doch wie gesagt, zum Ärgern war ihm das Leben zu kurz und zu schade.

18 Jahre später bekam er seinen Betrieb zurück, um ihn dann doch zu verkaufen. Die Marke Margon lebt im Hause Lichtenauer weiter, so wie Kunz in der Erinnerung einstiger Mitarbeiter. Zu seinem 85. Geburtstag hatte er sich mit seinem Buch „Mein Leben als Unternehmer in der DDR“ selbst ein Geschenk gemacht.

2005 wurde die Getränkeproduktion in Burkhardswalde eingestellt, Jahre später gab es in den Gebäuden ein Intermezzo eines Kuchenproduzenten, inzwischen nutzt das Chemieunternehmen Schill & Seilacher das Gelände, das noch eine Weile einfach Margon bleiben wird. Auch, weil die Gemeinde Müglitztal damit die Zeiten einer sprudelnden Steuerquelle verbindet.

Artur Kunz blieb ein bisschen in seiner Zeit und Welt, als er sich längst zur Ruhe gesetzt hatte, und war das, was man einen feinen alten Mann nennt. Artur Kunz hat der Gemeinde vor einigen Jahren eine Christusfigur geschenkt. Die steht auf dem Weesensteiner Friedhof, wo nun auch Kunz seine letzte Ruhe findet. (SZ/sab)

Trauergottesdienst, 13. August, 14 Uhr, Schlosskirche Weesenstein, anschließend Grablegung auf dem Friedhof