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Freitag, 09.11.2018

Der „Krauthobel“ am Muldenufer

Schon seit ungefähr einem Jahr steht die Metallplastik von Helmut Senf in Roßwein. Erst jetzt wurde sie eingeweiht.

Von Elke Braun

Obwohl die Metallskulptur am Muldenufer zwischen den Brücken Bahnhofstraße und Mühlstraße schon vor etwa einem Jahr aufgebaut worden ist, erfolgte erst jetzt die offizielle Einweihung durch den Bürgermeister und Mitglieder des Roßweiner Zukunftsforums. Der in Saßnitz lebende Künstler Helmut Senf (rechts) hatte einfach vorher keinen freien Termin gefunden. :
Obwohl die Metallskulptur am Muldenufer zwischen den Brücken Bahnhofstraße und Mühlstraße schon vor etwa einem Jahr aufgebaut worden ist, erfolgte erst jetzt die offizielle Einweihung durch den Bürgermeister und Mitglieder des Roßweiner Zukunftsforums. Der in Saßnitz lebende Künstler Helmut Senf (rechts) hatte einfach vorher keinen freien Termin gefunden. :

© Dietmar Thomas

Roßwein. Dafür gibt es einen plausiblen Grund: Obwohl der Künstler Helmut Senf, der die Plastik schuf, schon 85 Jahre alt ist, fand er erst jetzt einen freien Termin in seinem Kalender. Senf lebt in Saßnitz und ist dort als Künstler sehr aktiv. Vier Ausstellungen hat er in diesem Jahr eröffnet oder mit vorbereitet.

Geboren wurde der gelernte Dekorationsmaler 1933 in Mühlhausen in Thüringen. Er studierte in Halle am Institut für Künstlerische Werkgestaltung in der Fachrichtung Metall. In Roßwein sieht er seine Heimatstadt, denn ein Teil seiner Familie lebt noch heute dort.

Sein Bruder Reinhard und sein Neffe Jörg arbeiten im Zukunftsforum Roßweins mit. In dem Gremium wird schon seit längerem darauf hingearbeitet, die Wege am Muldenufer mit Sitz- und Spielelementen sowie Kunstobjekten zu verschönern. So brachte Reinhard Senf seinen Bruder ins Spiel, der die Plastik der Stadt zur Verfügung stellte. „Wir sind sehr dankbar dafür. Kunst ist für Kommunen so gut wie unerschwinglich“, sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) anlässlich der offiziellen Einweihung.

Geschaffen hat Helmut Senf die Plastik im Jahr 1994 auf einem Symposium für Metallgestalter in Duisburg, das die Thyssen AG ausgeschrieben hatte. „Wir hatten dabei relativ freie Hand“, erzählt der Künstler. Es sollte aber auf jeden Fall eine Skulptur für den Außenbereich sein. Die Plastik habe er nach dem Vorbild eines kleineren Modells gefertigt, das es dort in der Lehrwerkstatt in Duisburger Stadtteil Marxloh gab. „Was das genau war, weiß ich nicht.“

Nach der Fertigstellung stand das Kunstwerk mehrere Jahre im Foyer des Düsseldorfer Stahlhauses, dem Hauptsitz der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Deutschland. Dort musste es aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen wieder abgebaut werden, stand dann einige Zeit im Garten eines Galeristen, bis es schließlich nach Roßwein kam. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie es hier steht“, sagt der 85-Jährige, der auch heute noch regelmäßig Roßwein besucht.

Was genau die Skulptur darstellen soll, kann Helmut Senf nicht sagen. „Vielleicht eine Sollbruchstelle in runder Platte“, so der Künstler. Jeder Betrachter könne sich selbst eine Meinung dazu bilden. Wie Jörg Senf sagte, habe die Skulptur von den Roßweinern bereits einen Spitznamen erhalten. Scherzhaft wird sie der „Krauthobel“ genannt.

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