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Donnerstag, 11.10.2018

Der gute Geist von Dönschten

Manfred Nitzsche kümmert sich um vieles im Dorf, was sonst liegenbleiben würde. Dafür gab es jetzt eine Überraschung.

Von Franz Herz

Mit einem Gutschein und einer Harke haben sich die Dönschtener bei Manfred Nitzsche bedankt, der sich ehrenamtlich um die Ordnung im Dorf kümmert.
Mit einem Gutschein und einer Harke haben sich die Dönschtener bei Manfred Nitzsche bedankt, der sich ehrenamtlich um die Ordnung im Dorf kümmert.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Zupacken kann Manfred Nitzsche. Der 70-Jährige hat das in seinem Berufsleben getan, und seit seinem Vorruhestand haben die Einwohner von Dönschten etwas davon. Nitzsche kümmert sich unentgeltlich um alles Mögliche, was im Dorf anfällt. „Wo der Rasen zu mähen ist, ein Zaun zu reparieren, oder ein Baum verschnitten werden muss, er ist einfach da“, stellt Kerstin Laes fest, die ebenfalls in Dönschten wohnt. Dieses Engagement war den Dönschtener jetzt eine besondere Ehrung wert. Sie haben dieses Jahr ein Oktoberfest gefeiert und bei diesem Anlass Manfred Nitzsche besonders gedankt. Kerstin Laes hat dazu eine Sammlung im Dorf organisiert. Das Resultat erhielt Nitzsche auf dem Fest: einen Baumarktgutschein, der an eine Harke gebunden war. Das hat ihn sehr überrascht.

Nitzsche selbst macht nicht viele Worte um seinen Einsatz. „Der Bauhof schafft das ja nicht alles in so einer großen Stadt wie Dippoldiswalde“, sagt er. „Da mache ich halt, was nötig ist.“ Die Zusammenarbeit klappt dabei gut. „Wenn ich irgendwo einen Haufen Gras gemacht habe, sage ich das Bettina Schmidt. Sie kümmert sich um die Angelegenheiten von Dönschten. Die gibt dann im Bauhof Bescheid und dessen Mitarbeiter holen ab, was wegmuss.“ Nitzsche hält den Dorfbach in Ordnung oder mäht das Gras am Weg zum Friedhof hoch. Im Winter schippt er auch auf dem kompletten Wiesenweg den Schnee. Die Stadt hat diese Anliegerstraße wie viele andere auch aus ihrem Winterdienstplan herausgenommen. Die Anwohner müssen sich nun selbst kümmern. Zwei ältere Nachbarinnen können das aber nicht mehr. So erledigt Nitzsche für sie diese Arbeit mit.

Er ist froh, wenn er sich dabei an der frischen Luft betätigen kann. Das war in seinem Berufsleben nicht so. Seit 1966 arbeitete er in Schmiedeberg in der Gießerei. Erst war er am Schmelzofen eingesetzt, später dann in der Kernmacherei und in der Schleiferei, wo die Teile nachbearbeitet werden. Vor acht Jahren ist er in den Ruhestand gegangen. Seite Familie hat zwar ein Haus mit Grundstück und einen großen Garten. Das hat den Frührentner aber nicht ausgelastet. Er wollte weiterhin aktiv bleiben und hat gesehen, dass im Dorf doch einige Arbeit zu tun ist. Diese hat er einfach ohne große Worte erledigt. Auch wenn ihn mal die Wespen stechen, hält ihn das nicht von der Arbeit ab. Oft sieht man ihn mit der Motorsense, mit Besen oder Schaufel hantieren, überall dort, wo etwas zu tun ist. Bisher bekam er gelegentlich einen Tankgutschein als Ausgleich dafür, dass er mit der eigenen Motorsense gearbeitet hat.

Nitzsche wohnt seit 1968 in Dönschten und stammt aus Oberfrauendorf. „Damals habe ich hier eingeheiratet“, sagt er. Seine Frau hat er beim Tanz im damaligen Kulturhaus des VEB Ferdinand Kunert kennengelernt. Heute haben sie eine Tochter und eine Enkeltochter. Dönschten ist mit 167 Einwohnern einer der kleineren Ortsteile von Dippoldiswalde. Die selbstständige Gemeinde Dönschten ist 1994 nach Schmiedeberg eingegliedert worden und 2014 zusammen mit Schmiedeberg nach Dippoldiswalde gekommen.