• Einstellungen
Freitag, 15.06.2018

Der Fitmacher

Jörg Schubert ist seit über 40 Jahren Sportchef in Schellerhau, einem der aktivsten Dörfer in der Region.

Von Mandy Schaks

Schellerhau und der Sport

Jörg Schubert hat sportlich wohl so alles gemacht, was man machen kann. Und das mit Erfolg. Im Sommer fährt der Schellerhauer täglich Rad, gern zu den Galgenteichen. Eine Tour, die immerhin rund 17 Kilometer lang ist. Aber seine große Leidenschaft ist eine ganz andere: das Skifahren. Das genießt er nicht nur für sich, sondern bringt es als Skilehrer auch anderen bei. Er sorgt mit Mitstreitern auch dafür, dass in Schellerhau keiner allein Sport treiben muss.
Jörg Schubert hat sportlich wohl so alles gemacht, was man machen kann. Und das mit Erfolg. Im Sommer fährt der Schellerhauer täglich Rad, gern zu den Galgenteichen. Eine Tour, die immerhin rund 17 Kilometer lang ist. Aber seine große Leidenschaft ist eine ganz andere: das Skifahren. Das genießt er nicht nur für sich, sondern bringt es als Skilehrer auch anderen bei. Er sorgt mit Mitstreitern auch dafür, dass in Schellerhau keiner allein Sport treiben muss.

© Egbert Kamprath

Schellerhau. Jörg Schubert schaut zum Himmel. Kalt ist es nicht, sagt der Schellerhauer wie alle hoch oben im Gebirge, während die Reporterin fröstelt und sich heimlich die nackten Arme reibt. Irgendwie ist das Wetter an jenem Dienstag im Juni auf einmal anders, das Dauerlächeln der Sonne verschwunden. Aber nach Regen sieht es auch nicht aus. Jörg Schubert guckt in alle Richtungen, macht Wolkenstudium. Ob er jetzt etwa an den nächsten Winter denkt? Daran, wie weit es noch ist, bis der Schnee fällt? Wundern würde es niemanden.

Schellerhau und der Sport

„Meine Frau sagt, ich würde schon im Sommer die Skier rausholen und wachsen“, gesteht er und lacht. Man erzählt sich, Jörg Schubert ist im Winter der Erste in der Loipe und im Frühjahr der Letzte. Er ist leidenschaftlicher Sportler, Allrounder, aber vor allem liebt er das Skifahren. Das ist ihm auch anzusehen: ein Hüne, durchtrainiert. Trotz seines weißen Vollbartes will man nicht glauben, dass er schon 65 Jahre und Pensionär ist. Solche Leute wie Jörg Schubert braucht es, um ein ganzes Dorf auf Trab zu bringen und im wahrsten Sinn des Wortes am Laufen zu halten. Er ist schon seit 1976 Vorsitzender der Sportgemeinschaft Schellerhau (SG), die fast so alt ist wie er selbst und um die 40 Mitglieder zählt. Sie kommen auch aus den Nachbarorten, weil sie hier tolle Angebote finden.

Die Schellerhauer mit ihren knapp 400 Einwohnern, die an diesem Wochenende großes Ortsjubiläum feiern, sind eines der sportlichsten Dörfer in der Region und auch eines der erfolgreichsten. Wer kann schon behaupten, einen Olympioniken als Nachbarn zu haben? Aileen Frisch startete im Februar bei ihren ersten Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Rennrodeln. „Sie ist aus dem Nichts angetreten und hat gleich den achten Platz gemacht“, sagt Jörg Schubert anerkennend. Sie ist zwar inzwischen Südkoreanerin, aber im Herzen ist und bleibt sie Schellerhauerin. Deshalb hat ihr auch beim Heimatbesuch der Ort einen Empfang bereitet. Oder Albrecht Klammer, der es bis zum Juniorenweltmeister im Viererbob gebracht hat. Oder Henry Weise, der bereits elfmal beim Wasalauf in Schweden dabei war und sich im Ort rührend um den Biathlonnachwuchs kümmert. Übrigens nicht der einzige Schellerhauer, der den Ski-Marathon über 90 Kilometer mit Bravour absolvierte. Für Jörg Schubert selbst ist das nichts mehr. Er musste im Leben manches wegstecken. „Ich habe einige Treffer abbekommen“, umschreibt er Schicksalsschläge. Mit dem Sport aber hat er sich immer wieder hochgerappelt und macht das, was ihm guttut – und anderen. Das ist eine Menge. Dabei haben die Schellerhauer nicht einmal eine Turnhalle. In der SG Schellerhau sind fast alle Freiluftathleten – die Läufer, Radfahrer, Skiläufer, der Biathlon-Nachwuchs. Nur die Frauensportgruppe greift hin und wieder auf einen Fitnessraum im Ahorn Waldhotel zurück. Die SG Schellerhau organisiert Wettbewerbe wie den Kammlauf, eine begehrte Skilanglaufveranstaltung, genauso wie Mitmach-Angebote für jedermann. Im Winter gab es zum Beispiel bei Mondschein eine Wanderung an der zugefrorenen Roten Weißeritz, vor Kurzem eine Radtour durchs Osterzgebirge. „Wir sind Neuem immer aufgeschlossen“, sagt Jörg Schubert, der von Kurt Hänel an den Sport herangeführt wurde. „Das ist der Urvater von unserer SG“, Ehrenmitglied, inzwischen verstorben. Und was macht Jörg Schubert im Sommer? – Rad fahren, jeden Tag, am liebsten zu den Galgenteichen nach Altenberg. In der Höhe ist er dem Winter gleich ein Stück näher. Gucken kann man ja mal …