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Dienstag, 10.07.2018

Der ersehnte Regen ist endlich da

Allerdings reicht die Menge noch lange nicht. Im Wald macht Daniel von Sachsen sogar Probebohrungen in der Erde.

Von Peter Redlich

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Jetzt hat es endlich mal wieder geregnet. Weshalb auch viele extra deswegen ins Freie strömten, wie diese gut beschirmte Damenriege auf dem Anger in Kötzschenbroda.
Jetzt hat es endlich mal wieder geregnet. Weshalb auch viele extra deswegen ins Freie strömten, wie diese gut beschirmte Damenriege auf dem Anger in Kötzschenbroda.

© Norbert Millauer

Es staubt beim Stoppelsturz trotz Regen. Obwohl der Grubber auf dem Feld bei Reichenberg nur zehn Zentimeter tief im Boden ist.
Es staubt beim Stoppelsturz trotz Regen. Obwohl der Grubber auf dem Feld bei Reichenberg nur zehn Zentimeter tief im Boden ist.

© Sven Görner

Radebeul/Coswig. Manche hatten am Dienstag Dauergrinsen im Gesicht. Obwohl es fast den kompletten Tag im Elbtal geregnet hat. Eben deswegen – nach den unendlichen Wochen der Trockenheit und inzwischen schon einer Dürre.

Gegen 8 Uhr setzte die Erlösung ein. Fast fünf Liter kamen im Elbtal zwischen Meißen, Coswig und Radebeul herunter. An der Messstation in Coswig hat die Meteo Group zwischen 8 und 9 Uhr exakt 4,8 Liter gemessen. Innerhalb von zehn Minuten, kurz vor halb 9 Uhr, so Meteorologin Tanja Kraus-Lamprecht, waren es sogar 1,9 Liter auf einen Quadratmeter.

Die Meteo Group hat auch Messwerte von Stationen im Triebischtal bei Meißen (Garsebach), aus Nossen, Riesa, Freital und Dresden-Strehlen. Während im Triebischtal der Regen über den Tag noch in ähnlichen Mengen wie in Radebeul und Coswig fiel, war es in Freital, Riesa, Nossen und Dresden teils sehr unterschiedlich. Während Dresden am Morgen nur ein Zehntel Liter abbekam, waren es in Nossen und Riesa immerhin zwei Liter auf den Quadratmeter.

Über den Tag verteilt errechneten die Meteorologen etwa im Schnitt einen halben bis einen Liter je Stunde, die im Dreieck zwischen Großenhain, Riesa, Meißen und Radebeul vom Himmel rieselten. In Summe bekamen Riesa, Nossen und Großenhain gut sechs Liter Regenwasser über den Tag ab. Radebeul, Coswig und Meißen fast neun Liter. Das Schöne daran: Es war kein Sturzregen, sondern der lang ersehnte Landregen. Den erkennt jeder am besten an Blasen auf dem Asphalt.

Welche Wirkung das Himmelsnass in der Natur und anderswo hat, war bei Winzern, Bauern, Waldbesitzern, auf der Baustelle und im Freibad zu erfahren. Weinbauer Matthias Schuh nennt die Tropfen einen Segen. Vor allem seine Junganlagen – Rebenreihen, die erst in den letzten Jahren gepflanzt worden sind – hätten in den letzten drei Wochen mächtig gelitten, weil ihre Wurzeln noch nicht so tief reichen, um sich Wasser zu ziehen, wo noch welches in der Erde ist. „Wir mussten sogar schon bewässern“, sagt Schuh. Jetzt hofft der Winzer auf die in der Wetter-App angekündigten 20 Liter auf den Quadratmeter, die an drei Tagen bis Donnerstag kommen könnten.

Daniel von Sachsen ist in seinem Wald zwar ebenso erfreut über die Regentropfen, aber sie reichen bei Weitem nicht aus, sagt er. „Ich habe vor zwei Wochen, als es einmal regnete, eine Probebohrung gemacht – ganze zwei Zentimeter ist das Wasser eingedrungen.“ Mit dem jetzigen Regen rechnet er mit maximal vier bis fünf Zentimeter Eindringen. Daniel von Sachsen: „Wir haben bis in einen Meter Tiefe Trockenheit. Selbst Bäume mit längeren Wurzeln werfen jetzt schon die Blätter ab. Ich werde Ende der Woche nochmals bohren. Mal sehen, was dann rauskommt.“

Richtig froh über Regen ist Obstbauer Michael Görnitz aus Coswig: „Zwei Tage Niederschlag sind jetzt genau richtig – vor allem für unsere Neupflanzungen wie die Aroniasträucher.“ Ansonsten hat Görnitz bereits seit Wochen seine Obstanlagen in Sörnewitz aufwendig und teuer bewässsert.

Die Männer auf der Straßenbaustelle an der Kottenleite im Westen Radebeuls haben gestern keinen Regentag geschrieben. Projektleiter Ronald Ramisch: „Wir sind froh, dass es gleichmäßiger Regen ist, der den Staub bindet. Sturzregen mit Ausschwemmungen wäre ärgerlich.“

Im Bilz- und Lößnitzbad in Radebeul sind die Verantwortlichen froh, einen Tag zum Durchatmen zu haben, nach dem Badetrubel der letzten Tage. Gerald Risse, technischer Betriebsleiter vom Radebeuler Stadtbäder und Freizeitanlagenbetrieb: „Wir unternehmen Grünpflege in den Pachtgrundstücken am Bilzbad und hoffen, dass mit dem Regen die Blaualgen im Lößnitzbad zurückgehen.“ Immerhin 15 400 Badegäste hat ihnen der lange Sommer im Bilzbad schon beschert.

Und, die Temperaturen sollen schon am Wochenende wieder ordentlich steigen, während ab spätestens Freitag die letzten Regenwolken verschwinden.

>>> Die Wetteraussichten für Sachsen