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Dienstag, 09.10.2018

Der Anbau ist fertig

Die Erweiterung der Rabenauer Regenbogenschule steht. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Von Anja Ehrhartsmann

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Schulleiterin Irina Pistorius im Fachkabinette für Naturwissenschaften, das im Neubau entstanden ist.
Schulleiterin Irina Pistorius im Fachkabinette für Naturwissenschaften, das im Neubau entstanden ist.

© Egbert Kamprath

Bis auf die Außenanlagen ist fast alles fertig.
Bis auf die Außenanlagen ist fast alles fertig.

© Egbert Kamprath

Rabenau. Die Umzugskartons stehen schon gepackt vor dem Zimmer des Sekretariats. Noch in den Herbstferien wird Schulleiterin Irina Pistorius mit beiden Verwaltungsmitarbeitern und ihrem Stellvertreter in den Erweiterungsneubau ziehen, der auf dem Hof der Regenbogen-Schule in Rabenau entstanden ist. Auf 600 Quadratmetern und drei Etagen bietet das neue Gebäude Platz für fünf Kurs- und zwei Klassenräume. Darüber hinaus sind zwei Fachkabinette für Naturwissenschaften entstanden. Hochwertige Laborgeräte können hier über verstellbare Versorgungsleitungen flexibel eingesetzt werden. „Schüler und Lehrer freuen sich, dass sie jetzt auf einem qualitativ hochwertigen Niveau lernen und lehren können“, sagt Irina Pistorius stolz.

Auch sie selbst freue sich schon auf ihr neues Büro, und den Einzug in den Neubau. „Es ist gigantisch, was die Handwerker hier in zehn Monaten geschafft haben“, findet die Schulleiterin. Einziger Wermutstropfen: Neu- und Altbau sind nicht miteinander verbunden. „Ein Übergang wäre optimal gewesen.“ Angesichts des Umstands, dass die Schule aber nur Mieter ist – der Altbau gehört der Stadt, der Neubau einem Ingenieurbüro aus Kesselsdorf – nehme sie diesen Makel in Kauf.

Denn vor allem biete das neue Gebäude viele Möglichkeiten. Zusätzlich zum Haupteingang gibt es hier einen barrierefreien Zugang. Über einen Aufzug können Menschen mit Gehbehinderung oder Eltern mit Kinderwagen alle Etagen erreichen, auch die Aula im Untergeschoss, in der künftig Schulveranstaltungen stattfinden werden. Der 150 Quadratmeter große Raum lässt sich unterteilen und könnte so später auch einmal für den Unterricht genutzt werden – falls weiter steigende Schülerzahlen das irgendwann notwendig machen. Denn seit vergangenem Schuljahr bietet die Einrichtung eine gymnasiale Oberstufe an. Dieses Schuljahr wurde eine neue 11. Klasse mit 13 Schülern eröffnet, Klasse 12 besuchen acht Schüler. Irina Pistorius geht davon aus, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Anmeldungen kommen von den eigenen Zehntklässlern, aber auch von Schülern, die bisher andere Einrichtungen besucht haben.

„Unser Ansatz war, dass wir gerne lebenslanges Lernen unterstützen wollen und unsere Schüler dabei so lange wie möglich auf ihrem Bildungsweg begleiten“, erklärt Irina Pistorius die Intention. Durch die Oberschule, unter einem Dach mit der Grundschule, haben die Schüler nach der vierten Klasse die Möglichkeit, in ihrem vertrauten Lernumfeld zu bleiben – mit ihren Schulkameraden und den Lehrer, die sie kennen. Und auch diejenigen, die ihr Abitur machen wollen, müssen nicht mehr nach der zehnten Klasse wechseln. Die gymnasiale Oberstufe der Schule befindet sich derzeit allerdings noch im Anerkennungsverfahren des Landesamtes für Schule und Bildung.

Drei Jahre dauert es, bis dieses Verfahren beendet ist. So lange müssen etwa die Abiturprüfungen an anderen Schulen abgelegt werden. „Zum Glück betrifft das nur einen Jahrgang und dann werden wir die Anerkennung hoffentlich bekommen“, sagt Irina Pistorius. „Ich bin da optimistisch.“ Bis dahin überprüft das Landesamt an der Schule verschiedene Parameter – vom Lehrplan bis zu den Lehrern. Auch mit dem Neubau will die Schule punkten. Obwohl dieser nicht nur von der Oberstufe, sondern von allen Schülern genützt werden soll, wie die Schulleiterin betont.

Dass die knapp 300 Kinder und Jugendlichen nun mehr Platz zum Lernen haben, macht sich auch im Altbau bemerkbar. Hier wurden ebenfalls einige Änderungen vorgenommen, wie Irina Pistorius erklärt. Die verschiedenen Lernstufen wurden räumlich umstrukturiert und die bisherigen Verwaltungsräume nutzt der Hort künftig für seine Angebote.

Nach den Herbstferien soll der Schulbetrieb wie gewohnt losgehen, auch in den neuen Räumen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Die Telefonanlage im Neubau muss beispielsweise noch installiert werden, Unterrichtsmaterialien wie Reagenzgläser stehen noch verpackt in Kisten und warten darauf, in Regale einsortiert zu werden. Im November sollen die digitalen Tafeln an die Wände kommen, die wie ein großes Tablet funktionieren, erklärt Irina Pistorius. Die Lehrer können darauf unter anderem Filme abspielen und haben die Möglichkeit, aufs Internet zuzugreifen. Am 5. November wird der Neubau dann offiziell eröffnet.