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Dienstag, 31.07.2018

Der alte ist auch der neue Kapitän

Marco Hartmann bleibt Dynamos Spielführer – nicht nur, weil es an Alternativen mangelt.

Von Daniel Klein

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Schon in der Vorbereitung trug Marco Hartmann die Binde. Die dritte Saison in Folge ist der 30-Jährige Dynamos Kapitän.
Schon in der Vorbereitung trug Marco Hartmann die Binde. Die dritte Saison in Folge ist der 30-Jährige Dynamos Kapitän.

© Lutz Hentschel

Die Einladungen zu den Spieltags-Pressekonferenzen enthalten in der Regel nur zwei wichtige Informationen: Abgesehen vom Datum noch den Namen des Spielers, der neben Trainer Uwe Neuhaus auf dem Podium Platz nehmen und sich dem Frage-Antwort-Spiel stellen wird. Vor dem Saisonauftakt gegen den MSV Duisburg ist das anders, kommt unerwartet noch ein dritter Fakt hinzu. Die Ankündigung von Marco Hartmann enthält den Zusatz „Mannschaftskapitän“.

Damit wird, eher nebenbei, verkündet, was Neuhaus zum Abschluss des Trainingslagers noch nicht verraten wollte. Dort hatte zudem Interimsgeschäftsführer Kristian Walter erklärt: „Das Kapitänsamt ist kein Abo.“ Beide Aussagen sollten wohl suggerieren, dass man sich in einem Findungsprozess nach dem geeigneten Kandidaten befindet. Aber gab es wirklich Alternativen zu Hartmann?

Am ehesten käme dafür Neuzugang Patrick Ebert infrage. 109 Bundesligaspiele – diese Erfahrung kann kein anderer Dynamo-Profi vorweisen, hinzu kommen die Auslandsstationen des 31-Jährigen in Spanien und Russland. Ebert hat im Fußball schon viel erlebt, davon können seine Nebenleute profitieren. Allerdings ist er ähnlich wie sein Quasi-Vorgänger Andreas Lambertz nicht der Typ, der die Binde benötigt, um zum Führungsspieler zu werden. Die Autorität besitzt er auch so schon.

Dies war für Neuhaus in der Vergangenheit ein wichtiges Kriterium. 2015 hatte sich der Trainer bewusst für Michael Hefele als Kapitän entschieden, weil er wollte, dass der Innenverteidiger mehr Kommandos auf dem Platz gibt und mehr Verantwortung übernimmt. Der Plan ging auf, Hefele war ein wichtiger Baustein des Aufstiegs, 2016 wechselte er nach England.

Doch abgesehen von Ebert war der Anwärterkreis im neuformierten Kader mehr als übersichtlich. Jannik Müller und Florian Ballas haben zwar beide Stallgeruch, doch beide sind nicht gerade Lautsprecher. Pascal Testroet wäre sicher auch geeignet gewesen, doch fraglich ist, ob er sich nach knapp einjähriger Verletzungspause einen Stammplatz erkämpfen kann. Hartmann ist der Geeignete – und nicht allein wegen fehlender Alternativen. Seit 2013 ist er im Verein und damit der dienstälteste Dynamo. Seit 2014 gehört er dem Mannschaftsrat an, trug am Ende dieser Saison in Vertretung des verletzten Cristian Fiel auch schon für einige Spiele die Binde. Nach dem Weggang von Hefele ernannte ihn Neuhaus dann 2016 zum Kapitän. Und das bleibt er auch in dieser Saison.

Der 30-Jährige ist nicht allein wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten enorm wichtig. Aues Ex-Trainer Hannes Drews hatte ihn mal als Mentalitätsmonster bezeichnet, Neuhaus stellte ihm vor knapp einem Jahr sogar eine Stammplatzgarantie aus. „Harti ist für unsere Mannschaft unersetzlich – als Typ, Antreiber und Organisator. Er regelt so viel auf dem Platz, das kann sich gar keiner vorstellen. Selbst wenn er im Tor steht: Er wird spielen.“ Und deshalb behält er auch die Binde.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Mal ne Anmerkung

    Ja der Harti ist wieder Käptn!Alles richtig nur seine Verletzungsanfälligkeit wird ihn (hoffentlich nicht zu oft)zu Pausen zwingen.Patrik Ebert hat beim Testspiel gegen Villa eine sehr guten Eindruck ,auch bei der Führung des Spiels,hinterlassen. Ich denke er wäre ein sehr guter 2.Käptn . Also schaun wir mal wie das so anläuft und ob unsere schwarz-gelben am Montag vor ausverkauften Haus einen guten Saisonstart hinlegen. Und nun können die ewigen Meckerer wieder ihren Unsinn ablassen.Feuer frei!

  2. Glüwi

    @1 Ich mache es gleich mal. Der Oberlehrer Hartmann wird nach dem 2. Spiel vom Ersatzkapitän vertreten. Wetten? Eine Grätsche gegen Duisburg und gleich Aua. Keiner will es wahrhaben.

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