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Donnerstag, 11.10.2018

Debatte über Dynamo-Gelände

Das neue Trainingszentrum im Ostragehege wird wohl mehrere Millionen Euro teurer. Die Grünen wollen nicht, dass die Stadt dafür zahlt.

Von Juliane Richter

Statt der geplanten 16 Millionen Euro stehen mittlerweile schon bis zu 19 Millionen Euro Kosten für das neue Dynamo-Trainingsgelände im Raum. Teurer wird es nicht nur durch Baukostensteigerungen, sondern auch durch gefundene Altlasten, die speziell entsorgt werden müssen (die SZ berichtete). Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) hatte auf Anfrage mitgeteilt, nicht nur Fördermittel für die Altlastenbeseitigung einwerben zu wollen. Darüber hinaus ist für ihn auch eine zusätzliche Sportförderung eine Option.

Gegen diese Äußerung regt sich nun Widerstand bei der Grünen-Stadtratsfraktion. Deren sportpolitischer Sprecher Torsten Schulze sieht bei den Mehrkosten allein den Verein in der Pflicht. Hintergrund ist, dass Schulze in mehreren Gesprächen sowohl den Bauherren, die städtische Gesellschaft für Immobilienwirtschaft (DGI), als auch den Verein auf Probleme bei den Planungen hingewiesen haben will. So habe er sich dafür ausgesprochen, die Trainingsplätze in südlicher Richtung auf dem Gelände zu verschieben. Damit hätte nicht die schon bestehende Ausgleichsfläche umverlagert werden müssen. Denn dort, am neuen Ort für die Ausgleichsfläche, wurden die Altlasten gefunden. Ohne Umverlagerung kein Problem und somit auch keine höheren Kosten, so der Gedanke.

Warum DGI und Verein auf ihrer Variante bestanden haben, weiß Schulze nicht. „Ich sehe Dynamo in der Pflicht, für die getroffene Standortentscheidung selbst finanziell einzustehen“, sagt er. Denn er befürchtet, dass eine städtische Hilfe in Form der Sportförderung zulasten anderer Sportvereine gehen könnte.

Dass die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt bereits Hilfe in Aussicht stellt, hat tiefergehende Gründe. Für die bisherigen Planungen und Arbeiten wurde schon ein Millionenbetrag ausgegeben. Hinzu kommt, dass insgesamt sechs Millionen Euro Fördergelder von Freistaat und Stadt bereitstehen. Würde Dynamo aus Kostengründen einen Rückzieher machen, wäre viel Geld verbrannt. Mehrere Sportausschussmitglieder haben gefordert, dass Verein und DGI zur nächsten Sitzung am 25. Oktober zum Projekt Stellung nehmen sollen.

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