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Montag, 11.06.2018

Das Multitalent aus der Badergasse

Die Firma Hadank existierte drei Generationen lang, stellte sogar in Philadelphia aus. (Teil 33)

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Links: Hadank verzierte die Glocken am Glockenhals und am unteren Glockenrand. Das Mittelteil blieb blank und wies nur kleine Verzierungen auf.Rechts: Hadanks Präsentation bei der Weltausstellung 1876 in Philadelphia.Fotos: Uwe Schulz / Museum HY
Links: Hadank verzierte die Glocken am Glockenhals und am unteren Glockenrand. Das Mittelteil blieb blank und wies nur kleine Verzierungen auf. Rechts: Hadanks Präsentation bei der Weltausstellung 1876 in Philadelphia. Fotos: Uwe Schulz / Museum HY
Links: Hadank verzierte die Glocken am Glockenhals und am unteren Glockenrand. Das Mittelteil blieb blank und wies nur kleine Verzierungen auf.Rechts: Hadanks Präsentation bei der Weltausstellung 1876 in Philadelphia.Fotos: Uwe Schulz / Museum HY
Links: Hadank verzierte die Glocken am Glockenhals und am unteren Glockenrand. Das Mittelteil blieb blank und wies nur kleine Verzierungen auf. Rechts: Hadanks Präsentation bei der Weltausstellung 1876 in Philadelphia. Fotos: Uwe Schulz / Museum HY

Johann Gottlieb Hadank würde man heute als Multitalent oder Alleskönner bezeichnen. Vielleicht würde man ihn sogar in eine Fernsehshow einladen. Gab es aber 1818 noch nicht. Johann Gottlieb Hadank war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt. Dreizehn Jahre zuvor hatte er sich in dem Straßenzug, den man heute als Badergasse kennt, ein Grundstück mit Wohnhaus gekauft. Direkt daneben an der Schwarzen Elster errichtete er sich eine Gießerei für Kirchenglocken und gründete die Firma Hadank & Sohn. Das Wissen hatte er sich, nach allem, was man heute weiß, selbst angeeignet. Schon Jahre zuvor goss er die ersten Glocken. In Wartha ist eine aus dem Jahr 1813 erhalten geblieben. Für Glocken bestand zu dieser Zeit in der Oberlausitz ein großer Bedarf. Für neue Werkstätten bot sich aus diesem Grund ein großes Betätigungsfeld, schlussfolgerte Ingrid Wirth 2001 in ihrem umfassenden Beitrag über Hadanks im Neuen Hoyerswerdaer Geschichtsheft. In der Schusterschen Chronik von 1842 wird er als Mann von seltenen Anlagen und Geschicklichkeit beschrieben. Neben dem Glockenguss hatte er sich zu dem Zeitpunkt schon als Uhrmacher, Graveur, Instrumentenbauer und Bildhauer versucht. Und wie man damals feststellte, hatte er dabei nichts Mittelmäßiges abgeliefert. Hadanks Glocken galten als perfekt mit reinem Klang. Einige sind trotz der Einschmelzaktionen während der beiden Weltkriege heute noch erhalten. Neben der in Wartha gibt es die beiden kleinen im Stadtmuseum Hoyerswerda, in Pritzen und anderswo. In Marienberg existiert noch das Uhrwerk einer Turmuhr. Aber Hadank konnte noch mehr. Er schuf nicht nur Glocken und baute Turmuhren, sondern entwickelte auch Feuerlöschspritzen. 1840 stieg der Sohn Louis Theophilus Hadank als Teilhaber in die Firma ein und übernahm sie 1847. Ein Jahr später baute er am Mühlgraben eine Rot- und Gelbgießerei und führte das Familienunternehmen erfolgreich weiter. Hadanks nahmen an Industrieausstellungen teil, zum Beispiel in Breslau, München. Eine Ziegelei in Neida wurde gebaut. Doch Louis Hadank starb vergleichsweise jung mit 55 Jahren. Sein Sohn Bernhardt Hadank übernahm im Alter von nur 22 Jahren die Firma. Eine zweite Ziegelei gehörte zehn Jahre später zur Firma. Hadank war mit Glocken, Turmuhren und Feuerspritzen auf den Weltausstellungen 1873 in Wien und 1876 in Philadelphia dabei. Doch im Februar 1889 wurde über die Firma Hadank & Sohn das Konkursverfahren eröffnet, der gesamte Besitz versteigert. Warum genau die Firma zahlungsunfähig wurde, ist nicht überliefert. Ingrid Wirth fand das Indiz, dass die Großproduktion eines gewissen C. A. Bierling in Dresden die kleinen Gießereien der gesamten Region konkurrenzunfähig machte. (US)