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Mittwoch, 08.08.2018

Das Hoffen auf Regen

Gut vier Monate Trockenheit sorgen auf den Plätzen der Region für große Probleme. Abhilfe ist kaum zu schaffen.

Von Dirk Westphal

Bernd Krenkel vom BC Hartha zeigt, mit welchen Problemen alle Fußballvereine der Region aufgrund der anhaltenden Trockenheit zu kämpfen haben.
Bernd Krenkel vom BC Hartha zeigt, mit welchen Problemen alle Fußballvereine der Region aufgrund der anhaltenden Trockenheit zu kämpfen haben.

© Dirk Westphal

Döbeln. Unbarmherzig brennt die Sonne, sorgt für Temperaturen bis zu 40 Grad °C. Wochenlang schon. Ein riesiges Problem für die Sportplätze der Region, deren Rasenflächen nur selten im Schatten liegen. Die Bewässerung ist bei dieser langanhaltenden extremen Witterung von den Vereinen auch finanziell kaum durchzustehen. Vertrocknete Flächen sind die Folge, manche Plätze haben keine grüne Stellen mehr und bieten zwei Wochen vor Saisonbeginn teilweise ein trostloses Bild.

Der Richzenhainer Sportplatz ist mittlerweile gelb-braun gefärbt. Komplett. „Der Boden ist 1,50 Meter trocken, da bringt nicht mal beregnen was“, sagt Abteilungsleiter Andreas Kügler und fügt an: „Man müsste ständig Wasser drauf bringen, doch aus der normalen Wasserleitung braucht man das nicht machen.“ Das wären Tropfen auf den heißen Stein. Die Lösung sei sicherlich ein Brunnen mit Zisterne. Über dieses Projekt sei bereits vor Jahren nachgedacht worden. Doch dafür müsste investiert werden. Und so hofft Kügler, dass es irgendwann mal regnet. Am besten eine Woche lang. „Es sieht jetzt natürlich verschärft aus. Aber ich sehe das entspannt, denn die Plätze erholen sich auch wieder. Wir werden und können es nicht ändern, weil die Gelder gar nicht da sind, um nachhaltig etwas zu machen“, sagte er dem Döbelner Anzeiger.

Fünf Kilometer Luftlinie weiter hat Bernd Krenkel, der Technische Leiter des BC Hartha, im Industriestadion praktisch das gleiche Problem. Bereits mit weit über 1000 Kubikmeter Wasser hat er versucht, den Rasen zu retten. Der Erfolg ist überschaubar. „Wir sind Nutzer des Industriestadions und müssen für die Kosten aufkommen. Das reißt natürlich ein dickes Loch in die Vereinskasse“, sagt Krenkel. „Es ist in den vergangenen Jahren noch nie so extrem gewesen, seit April hat es nur 22 Liter pro Quadratmeter geregnet.“ Auf dem Sportplatz Wiesenstraße dagegen sehe es weitaus besser aus, denn dort gibt es seit 2002 einen Brunnen, der für Beregnung sorgt. „Der Platz ist dadurch total grün“, sagt Krenkel und fügt an: „Im Nachhinein würde sich ein Brunnen sicher auch hier rentieren, wenn die Sommer weiter heiß bleiben.“

Einen Brunnen mit Zisterne gibt es im Roßweiner Stadion. „Durch die Baumaßnahmen ist das Wasser abgestellt. Das ist bedauerlich. Aber selbst das Wasser aus Brunnen und Zisterne ist letztendlich schnell aufgebraucht. Bei jedem Platz, der unter direkter Sonneneinstrahlung liegt, hat man das Problem“, sagte Jens Arnold, Abteilungsleiter des Roßweiner SV, und weiter: „Klar kann man Wasser drüber laufen lassen. Ob es etwas bringt, ist am Ende allerdings fraglich, wobei man sich auch überlegen muss, ob es nötig ist, wenn in anderen Regionen das Trinkwasser knapp wird.“

Der Döbelner SC hat das riesige Glück, neben der Mulde zu liegen. Das Uferfiltrat drückt in eine Zisterne, sodass der Rasen einmal am Tag beregnet werden kann. „Es langt aufgrund der Witterung eigentlich nicht mehr, ist aber besser als nichts. Wir sind froh, bis hierher gekommen zu sein, jetzt muss es aber irgendwann regnen“, sagte der Technische Leiter, Karl-Heinz Schmieder. Beim Lokalrivalen ESV Lok Döbeln sieht es ebenfalls nicht so toll aus. „Wir könnten Regen gebrauchen, es gibt selbstverständlich braune Stellen“, so Vereinsvorsitzender Olaf Junges, der sich allerdings optimistisch gibt: „Wenn es dann regnet, erholt sich der Rasen auch wieder relativ schnell.“ Immo Barkawitz, Abteilungsleiter Fußball des SV 52 Zschaitz, meint, dass der im Waldstadion ganz schön zu schnaufen hätte. Es würde zwar mit Wasser aus der Leitung beregnet, aber der Platz sähe so und so aus. Da es nicht besser würde, solle geschaut werden, ob der vorhandene alte Brunnen noch Wasser hat. Der in Ostrau hat und so wird der Platz an der B169 in der Woche zwei-, dreimal gewässert. „Er ist noch grün“, sagte Vereinschef Peter Schmidt und fügte an: „Es geht schon noch, auch wenn es ein paar braune Stellen gibt.“ Auch bei Medizin Hochweitzschen macht sich die Lage im Wald bemerkbar. „Wenn wir gar nichts gemacht hätten, wäre er hinüber“, sagte Clubchef Holger Mimel. „Zu 70 Prozent ist der Platz noch grün, es stiebt noch nicht. Aber auch wir hoffen auf Regen.“ Auf den hoffen natürlich auch die Fußballer des VfB Leisnig und der restlichen Vereine der Region, damit sich die Rasenflächen schnellstmöglich erholen und in zwei Wochen dem Saisonstart nichts entgegensteht.

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