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Dienstag, 13.03.2018

„Das gute Gefühl muss sich jeder selber holen“

Für die Lausitzer Füchse geht es um den Klassenerhalt in der zweiten Liga. Der Kapitän sagt, wie der Kampf gelingen soll.

Entschlossen setzt sich Weißwassers André Mücke (vorn) gegen den Dresdner Thomas Pielmeier durch. Wie beim 5:0-Sieg im Sachsenderby wollen die Füchse nun auch in den Play-downs gegen Bayreuth auftreten.
Entschlossen setzt sich Weißwassers André Mücke (vorn) gegen den Dresdner Thomas Pielmeier durch. Wie beim 5:0-Sieg im Sachsenderby wollen die Füchse nun auch in den Play-downs gegen Bayreuth auftreten.

© Thomas Heide

Es ist eine turbulente Saison für die Lausitzer Füchse. Nachdem sie im Vorjahr überraschend ins Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 eingezogen waren, verließen die fünf besten Scorer – also Torschützen und Vorlagengeber – den Verein. Zudem trat Trainer Hannu Järvenpää Ende November völlig unerwartet zurück, der langjährige Assistent Robert Hoffmann stieg auf zum Chefcoach. Nun geht es für Weißwasser in den Play-downs um den Klassenerhalt. Vor dem Auftakt mit dem Heimspiel gegen Bayreuth am Dienstag, 19.30 Uhr, spricht Füchse-Kapitän André Mücke über Chancen und Risiken.

Herr Mücke, Weißwasser hat die Pre-Play-offs und damit den sicheren Klassenerhalt um zwei Punkte verpasst – woran hat es gelegen?

So, wie wir zuletzt gespielt haben, wäre sicher mehr drin gewesen. Aber wir hatten am Anfang zu viel Boden verloren, zu viele schlechte Spiele gemacht, zu oft in der Verlängerung oder im Penaltyschießen verloren. Diese Punkte fehlen am Ende. Natürlich war es nicht so einfach, unsere Leistungsträger aus dem Vorjahr zu ersetzen. Die Mannschaft musste sich mit den Neuzugängen erst finden, das hat einige Zeit gedauert. Das ist sicher nicht der alleinige Grund, aber ein wichtiger.

Wie gelingt jetzt der Klassenerhalt?

Wir müssen mit voller Leidenschaft, aber auch einer gewissen Lockerheit rangehen. Jeder muss Vollgas geben, dann schaffen wir das auch. Aber Bayreuth ist eine harte Nuss, ein gefährlicher Gegner.

Was macht sie so gefährlich?

Sie sind sehr gut besetzt und eine gefährliche Kontermannschaft. In den vier Duellen in der Hauptrunde haben sie darauf gewartet, dass wir Fehler machen. Sie wollten, dass wir das Spiel machen.

Welche Stärken setzt Ihr Team dagegen?

Wir müssen unsere Schnelligkeit ausspielen, die Scheibe hinter die Verteidiger bringen. Wie immer in solchen Spielen, egal ob Play-offs oder Play-downs, entscheiden die Special-Teams in Über- und Unterzahl.

Ist es wirklich egal, ob Play-offs oder Play-downs, in denen letztlich ja der Abstieg droht?

Wir sehen es als Play-off-Spiele an. Natürlich wissen wir, was dran hängt für die Region. Hier gibt es nichts anderes, keinen großen Fußballverein außer Energie Cottbus, der jetzt leider in der vierten Liga spielt. Eishockey ist speziell in Weißwasser die Nummer eins. Man merkt die Anspannung in der Stadt, aber auch diese Begeisterung und Unterstützung. Das wissen alle.

Spüren Sie als Kapitän in der Mannschaft eine besondere Anspannung?

Wir freuen uns erst einmal, dass es endlich losgeht. Darauf haben wir anderthalb Wochen gewartet und viel trainiert. Wenn wir das Eis betreten, fällt die große Anspannung hoffentlich ab. Wir wollen den Vorteil nutzen, dass wir zuerst zu Hause spielen mit unseren Fans im Rücken, wobei auch auswärts viele mitkommen werden.

Sie sind 35 – fällt es Ihnen leichter, mit Drucksituationen umzugehen?

Ich mache mir immer noch eine Rübe, aber man darf sich nicht zu viele Gedanken machen. Das bringt einen nicht weiter. Wenn es losgeht, braucht jeder ein paar gute Aktionen. Das gute Gefühl muss sich jeder selber holen mit Kleinigkeiten: einen guten Pass spielen, einen Check fahren, zum Torabschluss kommen.

Wie steckt man drei Spiele binnen einer Woche plus Fahrten weg?

Wir spielen das ganze Jahr, um diese entscheidenden Runden zu haben, lieber natürlich die Play-offs. Da heißt es nur schlafen, essen, Eishockey. Und was die Fahrten betrifft, sind es bis Bayreuth mit dem Bus etwa vier Stunden. Das ist kein Problem. Freiburg wäre eine andere Nummer, wenn man quer durch Deutschland fährt.

Sie haben von 2010 bis 2014 bei den Eislöwen gespielt. Wie kommentieren Sie das Saison-Aus der Dresdner?

Es ist natürlich ärgerlich für die Eislöwen, aber – Entschuldigung – auch wenn ich mal in Dresden gespielt habe, denke ich jetzt doch nur an Weißwasser.

Machen Sie nach der Saison weiter?

Das ist noch nicht geklärt. Dass ich nicht mehr lange Eishockey spiele, ist aber klar.

Das Gespräch führte Sven Geisler.

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