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Freitag, 12.10.2018

Das ganz besondere Stadtderby

Von Thomas Riemer

Juni 2005: Torsten Tietze (li.) vom TSV Stahl und Tobias Träger vom SC Riesa versuchen im fairen Zweikampf den Ball zu erreichen. Beide stehen auch am Sonnabend im Aufgebot ihrer Mannschaften. Foto: Archiv/SZ
Juni 2005: Torsten Tietze (li.) vom TSV Stahl und Tobias Träger vom SC Riesa versuchen im fairen Zweikampf den Ball zu erreichen. Beide stehen auch am Sonnabend im Aufgebot ihrer Mannschaften. Foto: Archiv/SZ

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Am 25. Juni werden wir den SC-Fußballern sportlich zeigen, wo wir stehen!“ Keine Angst. Dieser Satz stammt aus den Märztagen des Jahres 2005, gesprochen vom damaligen Vizepräsident und Geschäftsführer des TSV Stahl Riesa, Hubert Lein. Jener 25. Juni war ein denkwürdiger Tag für den Nachwendefußball in der Elbestadt. Mit einem Freundschaftsspiel des SC gegen den TSV wurde die Nudelarena im Merzdorfer Park feierlich und sportlich hochbrisant eröffnet. Es musste mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen werden, „weil zu viele Fußballfreunde noch vor dem Eingang und auf den Einlass warteten“, hieß es damals in der SZ. Mit weit über 1 000 Besuchern wurden die kühnsten Prognosen übertroffen. Die damalige Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer sprach „von gemeinsamen Zielen im Riesaer Fußball und einer notwendigen Zusammenarbeit der beiden Vereine TSV Stahl und SC Riesa“. Die Nudelarena selbst war auf TSV-Initiative zur neuen Spielstätte hergerichtet worden. Das Stadtderby selbst endete jedoch mit einem 2:1-Erfolg der „Gäste“ vom SC. Trotz aller Konkurrenz blieb es fair auf Rasen und Rängen. Nur die letzten Spielminuten gingen im einsetzenden Gewitterregen fast unter.

Am Sonnabend gibt es nun eine Neuauflage des Stadtduells. Wie vor 13 Jahren empfängt der TSV Stahl Riesa den SC Riesa. Diesmal allerdings auf dem „neutralem Boden“ des Sportplatzes in Göhlis. „Das hat einen gewissen Charme“, sagt Sebastian Schwurack, einer der Mitorganisatoren, zu dieser Wahl. Zumal sich die dortige Sportanlage in den letzten Jahren zu einem richtigen kleinen Schmuckstück herausgeputzt hat. In „normalen“ Zeiten dient der Sportplatz als Trainings- und Spielstätte mehrerer Teams der heutigen BSG Stahl Riesa.

Vor dem Derby am Sonnabend haben beide Mannschaften noch eine Rechnung offen. Zwischen 2005 und 2009 fanden sieben teils hochbrisante Derbys zwischen dem TSV Stahl und dem SC statt. „Die Stadt brodelte. Insgesamt fast 6 000 Zuschauer besuchten diese heiß umkämpften Spiele“, so Sebastian Schwurack. Die Bilanz ist ausgeglichen: Dreimal ging der SC als Sieger vom Platz. dreimal auch der TSV. Eine Partie endete unentschieden. Ironisch gesehen, geht es am Sonnabend also um die Entscheidung über die „Vorherrschaft“ in der Stadt.

Gewinnen wird aber auch eine noch nicht festgelegte Einrichtung in Riesa. Zwar ist der Eintritt zum Spiel in Göhlis frei, doch wird es eine Spendenbox geben. Denn der Erlös soll einem gutem Zweck zugute kommen.

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